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Watch | Sechs Serientipps für den Herbst

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Schmuddelwetter, Eiseskälte und wo ist eigentlich das ganze Licht hin. Kurz gesagt. Der Herbst hat uns fest im Griff und mindestens bei mir sinkt damit aktuell die Motivation, das Haus zu verlassen, rapide gegen null. Statt ausschweifender Barabende mit Freunden scheint das heimische Sofa auf einmal viel verlockender. Manchmal ruft sogar schon am frühen Abend kuschelige das Bett, dank Laptop lässt es sich da ja schließlich auch arbeiten. Damit bei all der physischen Faulheit aber wenigstens der Geist nicht zu kurz kommt, gibt es von uns heute die geballte Ladung Serienhits für den Herbst. Aber Vorsicht, hier besteht absolute Binge-Watching Gefahr, wie wir selbst schon am eigenen Leib erfahren mussten. Die dazugehörige Reading List in Sachen Literatur folgt dann übrigens kommende Woche ganz passend zur Frankfurter Buchmesse.

1. Stranger Things

Eine Mischung aus E.T. und Twin Peaks mit einem Hauch Akte X. So in etwa ließe sich “Stranger Things” wohl am ehesten beschreiben. Mit der Mysteryserie um die ungewöhnlichen Geschehnisse in dem kleinen verschlafenen Kaff Hawkins mitten in den USA und der Suche nach einem verschwundenen Jungen, hat sich Netflix beinahe selbst übertroffen. Und die Fans danken es dem Streamingdienst mit grenzenloser Begeisterung. Über die Story wollen wir an dieser Stelle gar nicht zu viel verraten, denn gerade die macht den Zauber der 8-Episoden starken Reihe aus. So viel sei aber als Appetithäppchen schon einmal gereicht: Wynona Ryder haben wir lange nicht mehr in solch schauspielerischer Topform erlebt und von Nachwuchs-Darstellerin Millie Bobby Brown dürfen wir wohl noch einiges erwarten. Diese 12-Jährige steckt mit ihrer Rolle der Eleven (“Elfie”) nicht nur die gleichaltrigen Jungs, sondern auch so manch Erwachsenen locker in die Tasche. Wer mit Staffel eins übrigens schon durch ist, der kann sich freuen. Der Deal für Season Two ist nämlich schon fix. Bis dahin begnügen wir uns einfach mit der Wiederholung. Denn abseits der Handlung gibt es ja noch so viele schöne kleine Zitate zu entdecken. Die Serie ist nämlich auch so etwas, wie eine große Hommage an das alte Hollywood-Kino.

2.) EASY

Netflix, die Zweite. Mit Easy lancierte der Streamingdienst für diesen Herbst eine wunderbare Episoden-Serie, bei der sich alles um eines dreht: die Irrungen und Wirrungen menschlicher Zweisamkeit. Egal, ob es nun das verheiratete Paar mit zwei Kindern ist, das wieder etwas Feuer in sein Sexleben bringen will, oder das junge lesbische Paar, das sich gerade er findet und dementsprechend mit all den größeren und kleineren Kennenlern-Problemchen zu hadern hat, mit denen man sich eben konfrontiert sieht, wenn ein neuer Mensch in das eigene Leben tritt. All diese Geschichten finden in dieser Serie Platz und es macht riesigen Spaß dabei zuzuschauen – auch, weil es hier eben nicht um platte Klischees geht, sondern wir nachvollziehbaren Charakteren folgen, mit denen wir uns auf Anhieb identifizieren können. Das ist unter anderem auch der jungen Riege an Indie-Schauspielern zu verdanken, die diese Geschichten so glaubhaft machen. Neben Michael Chernus, den Fans bereits aus Mistress America kennen, hauchen auch Orlando Bloom, Elizabeth Reaser, Malin Åkerman, Jake Johnson, Dave Franco und viele andere den Figuren Leben ein. Schöner lässt sich der Herbst nicht verbringen.

3. Gilmore Girls

“…where you lead, I will follow to… everywhere that you tell me to…”, Ende November ist es endlich soweit! Rory, Lorelei, Luke, Kirk und Co. kehren zurück nach Stars Hollow und wir mit ihnen. Seit Monaten schon ist die Aufregung groß angesichts des Gilmore Girls-Comebacks und die Macher sorgen dafür, dass die Spannung auch garantiert nicht abreißt. Da wird von Hochzeiten gemunkelt, von Schwangerschaft, dazu die gute alte Frage: Finden Rory und Jess endlich zusammen oder gibt es am Ende vielleicht sogar eine zweite Chance für Logan? Fragen über Fragen, die aber wohl erst ab dem 25. November beantwortet werden. Bis dahin versüßen wir uns die Wartezeit ganz einfach mit den alten Folgen.

4. Good Girls Revolt

Wer schon von Mad Men nicht genug bekommen konnte, der wird garantiert auch süchtig nach dieser Serie sein. Mit “Good Girls Revolt” kehren wir zurück in die glamourösen 60er Jahre, genauer gesagt zu deren Ende. In der Welt brodelt es bereits heftig und der Umschwung ist praktisch überall spürbar. Gesellschaftlich sehen sich immer mehr – vor allem Frauen – mit der Diskrepanz zwischen tradierten Wert und allgemeiner Aufbruchsstimmung konfrontiert. Und hier wären wir auch schon bei der Besonderheit der Serie: Dieses Mal sind es nicht die Herren, denen wir im Alltag über die Schulter blicken. In bester Peggy Olsen-Manier sind es hier die Frauen, die den Ton angeben – oder mindestens täglich darum kämpfen. Wie war es eigentlich in den 60er Jahren als Frau zu leben? Was bedeutete Freiheit und wo hörte sie auf? Wie fühlt es sich an, irgendwie immer ein Mensch zweiter Klasse zu sein? Und was passiert eigentlich, wenn sie sich dazu entschließt, sich gegen die Konventionen zu stellen? Einen Einblick in all das verspricht uns die Serie. Und wir können es kaum erwarten! “Good Girls Revolt” lässt mein kämpferischen Frauenpower-Herz definitiv höher schlagen.

5.) The Crown

Gegen Serien, wie “Downton Abbey” oder aufwendige Komstümverfilmungen im Stile Jane Austens habe ich mich – zum Unverständnis meiner Freunde – bisher immer erfolgreich gewehrt. Auch wenn mindestens im Fall der oben genannten Serie allmählich immer stärker die Neugier in mir pocht. Das aber nur am Rande. Kommen bei all dem elitär Historischen Königshäuser ins Spiel, gibt es aber auch bei mir kein Halten mehr. Bereits die eher trashige TV-Serie “The Royals” hat mich mit ihrer wilden Mischung aus Intrigen, Machtkämpfen und Glamour gekriegt. Jetzt setzt auch Netflix seinem Programm die Krone auf. Mit “The Crown” erwartet uns ein Einblick in die britische Geschichte, genauer gesagt in die frühen Regentschaftstage von Queen Elizabeth. “Wie Game of Thrones im wahren Leben”, schreiben die Kolleginnen von Refinery29 – und dann erst dieser herrlich britische Akzent. Allein deswegen lohnt sich die Serie schon. Wollt ihr selbst sehen? Kein Problem! Der Staffelstart ist für den 4. November angesetzt.

6.) American Horror Story

Ich bin ein Feigling, was Horrorfilme angeht. Das war so und wird wohl auch immer so sein. Da scheint es eigentlich nicht gerade die klügste Idee, sich den Kultkracher “American Horror Story” im Binge-Watching-Modus reinzuziehen. Überlebt habe ich es jedenfalls. Vielleicht machte sich zum finalen Abspann der ersten Staffel aber tatsächlich ein ungewöhnlich nervöses Zucken am rechten Augenlid bemerkbar. Mindestens stand aber der Entschluss fest, nie, niemals in ein altertümliches Herrenhaus einzuziehen. Davon abgehalten die Serie weiterzuschauen, hat mich das Alles am Ende trotzdem nicht. Zu spannend sind die Geschichten, zu gut der stete Aufbau von Suspsense – und dann erst das Konzept, immer den gleichen Cast in neue Rollen zu stecken. Was ein fulminanter Schachzug, der, wie ich behaupten möchte, nicht jedem Serienmacher gelingt. Auf Netflix (Deutschland) gibt es derzeit Staffel 1-4 zu sehen. Jede Season ist in sich geschlossen, weshalb man die Geschichten auch nach Belieben durcheinander sehen kann. In den USA sorgte die 5. Gruselreihe “Horror Hotel” bereits für Aufsehen. Lady Gaga spielt hier eine der Hauptrollen. Aktuell laufen im TV bereits die ersten Teaser für Season 6. Höchste Zeit also, dass Netflix auch uns endlich in den Genuss der neuesten Episoden kommen lässt. Wer hier ein Nachtlicht neben dem Bett hat, der lässt es garantiert an.

Kategorie: Culture, Watch

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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