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Think Aloud | Warum wir früher glücklicher waren

Saison für Saison geht die Fashion Week in Berlin nicht ganz spurlos an mir vorbei. Na klar, im Kopf hängen geblieben sind auch zwei Wochen später in erster Linie die Eindrücke vom Laufsteg, die schönen Begegnungen und Gespräche zwischendurch. Die Modewoche ist allerdings auch jedes Mal der Rahmen für eine Paralleldimension, eine Art Raum und Zeit, die neben der Realität existiert, die wir aber für gewöhnlich nicht unbedingt zu spüren bekommen und eben nur aufploppt, wenn alle sechs Monate das große Zelt am Brandenburger Tor aufgebaut wird. Denn dann beginnt es wieder, das große Vergleiche ziehen. In einer Gesellschaft, die das Klassendenken bereits vor einiger Zeit überwunden hat, werden am Rande des Laufstegs von Mal zu Mal die antiquierten Kämpfe um Rang und Geltungsbedürfnis ausgetragen. Wer in welche Reihe „geseated“ wurde, scheint fast wichtiger als die Kollektion an sich, schließlich ist sie doch der Indikator für das Maß an Bedeutung, mit der man sich hier die Mode ansieht. Überhaupt kann sich der glücklich schätzen, dem überhaupt ein fester Sitzplatz zugewiesen wurde. Wer sich im „Free Seating“-Bereich …

Mixtape | Wie ein pubertärer Gefühlsflashback

Pünktlich zum Start ins Wochenende gibt es von uns natürlich auch dieses Mal wieder die geballte Ladung Musik auf die Ohren… und das ist, was die Zusammenstellung angeht, für mich tatsächlich gar nicht so leicht, wie mancher denken mag. Denn während Lola diejenige von uns beiden ist, die sich in Sachen Musik richtig auskennt und über die neueste Neuerscheinung schon Wochen vorher Bescheid weiß, stapfe ich mehr als intuitive Hörerin durch, die ohne den musikalischen Geist ihrer herzallerliebsten Lola und des persönlichen Musiker-Herzmannes wohl tatsächlich ziemlich aufgeschmissen wäre. Vor allem Letzterer hat mich über die Jahre faul werden lassen. Schließlich bekomme ich durch ihn alles Hörenswerte nicht nur sozusagen in fein portionierten Häppchen auf dem Silbertablett gereicht, ich kenne auf diesem Planeten wohl auch niemand anderen, der so sehr für und durch Musik lebt, wie dieser Mann. Da stellt sich mir manchmal schon ernsthaft die Frage, wie dieser Kerl eigentlich an einen solchen Musik-Rookie, wie mich, geraten konnte, der nicht nur regelmäßig durch Unwissenheit, sondern auch noch eine tiefe Leidenschaft für links angehauchten, schrillen Feministinnen-Elekto-Postpunk und überproduzierte Dosenmucke hegt. Selbst der herzallerliebsten Lola blieb …