Alle Artikel mit dem Schlagwort: Trümmer

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ANHEDONIA | 5 Fragen an Regisseur Patrick Siegfried Zimmer

Den morgigen Donnerstag solltet ihr im Kalender schon einmal mit einem X versehen, denn ANHEDONIA „Narzismus als Narkose“ kommt in die Kinos. Der Debütfilm von Patrick Siegfried Zimmer handelt von der Emotionslosigkeit unserer Gegenwart und bringt sie mit einem Augenzwinkern als ein groteskes Schauspiel auf die Leinwand. „ANHEDONIA ist das satirische Bildnis einer hoffnungslos narzisstischen Spaßgesellschaft, die sich dem kapitalistischen Diktat der permanenten Selbstoptimierung unterwirft und zugleich auf der sehnsuchtsvollen Suche nach mehr Tiefe, Glück und Erfüllung im Leben in der Dunkelheit selbstkonstruierter Abgründe verzweifelt umherirrt“, so der in Hamburg lebende Regisseur, Musiker und Produzent Patrick Siegfried Zimmer. Durch die Reizüberflutung dieser Tage bis zum Kollaps getriggert, verkehrt sich der Hedonismus unserer Zeit im Film in Langeweile, Unerschütterlichkeit und Apathie – bevor er ins Bodenlose stürzt und zur Anhedonie wird. Der Begriff der Anhedonie stammt aus der Psychologie und bezeichnet eine mentale Symptomatik: die Unfähigkeit, Freude und Befriedigung zu empfinden. Ein Phänomen, das wir angesichts der zunehmenden medialen, digitalen, leistungs- und konsumorientierten Konzentration auf Selbstinszenierung, -optimierung und Work-Work-Balance tatsächlich beobachten können. Da die Handlung beim Zuschauer am besten ohne …

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Mixtape | Nichts als zu viel Augenblick

Von einem Extrem ins nächste: Sprachen wir gestern noch darüber, dass wir alle wie gehetzte weiße Kaninchen durch den Alltag hopsen, die Devices mit unseren To-Do’s immer auf Anschlag – genau da tauche ich wieder auf der Bildfläche auf, kehre zurück von eineinhalb Wochen verordneter Ruhe und Nichtstun. Unmittelbar vor dieser Periode lag ich auf einem königsblauen Zahnarztstuhl, zwei Weisheitszähne wurden knackend entfernt und sorgten im Anschluss dafür, dass ich weder feste Nahrung zu mir nehmen, noch irgendetwas anderes Sinnvolles machen konnte. Abgesehen von den pochenden Schmerzen und dem Kühlpad, das scheinbar samt rechter Hand an meiner Wange verwachsen war, sorgte die merklich nährstoffarme, breiige Ernährung für ein Energielevel im Bereich 0,1. So außer Gefecht gesetzt, blieben mir nur noch die seichtesten der seichten Filme auf Netflix; ein Buch oder eine Zeitung waren mit der Aufmerksamkeitsspanne eines Eichhörnchens undenkbar. Abgesehen von den anspruchslosen Liebesfilmen war da noch etwas, das sich bald vor alles schob und mit dem ich beim besten Willen nicht umgehen konnte: Langeweile. Ein klaffendes Loch voll Zeit, für meine Generation so ungewohnt wie …

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Music Friday | Das „Lazy Mood“-Mixtape

Was ist das bloß mit dem Wetter und mir? Kaum sinken die Temperaturen nach unten und die Sonne versteckt sich hinter den Wolken, verwandle ich mich von der rasenden Reporterin zum waschechten Faultier, das am liebsten gar nicht aus dem Bett oder vom Sofa kriechen möchte. Sicher, der Jetlag tut in dieser Angelegenheit sicher sein Übriges. Denn während vernünftige Menschen sich einen Tag Zeit nehmen, um nach einem Transatlantikflug erst einmal wieder im Alltag anzukommen, ist dieses Dame schnurstracks wieder auf die Arbeit gesprintet und damit blindlings in die Müdigkeit hinein. Für das Wochenende steht bei mir deshalb wohl weniger der Party-Marathon auf dem Plan als vielmehr der ultimative Einkuschelmodus – nicht zuletzt, weil auch der Herzmann endlich von den Studioaufnahmen im fernen Spanien wieder daheim eintrudelt. Es wird also reichlich ausgeschlafen, festlich geschlemmt und bei heimischen DVDs sicher auch die ein oder andere Flasche Wein geleert werden. Fehlt zum perfekten Start in die Wohlfühlidylle eigentlich nur noch eines: Richtig, Musik! Der richtige Soundtrack macht das Leben nämlich nur grundsätzlich intensiver und bunter, sondern manchmal eben auch …