Alle Artikel mit dem Schlagwort: Show

Inspiriert vom Runway_habits

Dress me Monday | Vom Laufsteg inspiriert. GANNIs Businessfrau

Hierzulande lässt sich der Frühling temperturtechnisch noch nicht einmal erahnen, da dreht sich in der Modewelt schon wieder alles um den kommenden Herbst/Winter. Eigentlich gar nicht so schlecht, denn so schön die aktuellen Sommerlooks, die allmählich in den Läden eintrudeln, auch sein mögen, sie erweisen sich als echte Stimmungskiller, wenn sie von der Stange am Ende doch auf direktem Weg und ungetragen in den eigenen Schrank wandern. Lassen wir uns also besser von dem inspirieren, was sich die Designer, genauer gesagt die kreativen Köpfe hinter unserem liebsten Dänemark-Export GANNI, für die Saison nach Sommer, Sonne, Sonnenschein für uns ausgedacht haben. Unter dem Claim #lovesociety wurde es bei der Show des Labels vor Kurzem gefühlt politisch. Liebe statt Hass und Wut, so die Message. Das alles visualisiert durch reichlich Rüschen und Herzchen. Zugegeben, das allein haut uns noch nicht vom Hocker und steht in seiner Argumentation wohl eher auf wackeligen Beinen. Schließlich stellt sich schlussendlich die Frage, wie all die „Süßheit“ angesichts aktueller politischer Querelen eigentlich helfen soll. Ich fürchte fast das umstürzlerische Potenzial wäre ebenso …

Kampflustig_habits_vladimir Karaleev

Berlins modische Kampfansage. Die Realität darf nicht ausgeblendet werden

Die Welt ähnelt einem Schlachtfeld. Zumindest, wenn es nach der Mode geht. Tarnmuster all over, Rüstungsähnliche Oberteile aus Step, wie wir sie just bei Dior sahen und sonst eigentlich eher vom Fechten kennen, die Rückkehr der Businessfrau mit überbreiten Schultern und ihre Absage an eine Weiblichkeit, die beschützt werden muss. Kurzum: Es geht drunter und drüber im Staate Dänemark… äh halt, das war ja Shakespeare. Aber auch Hamlet rüstete sich einst zum Kampf gegen die intriganten Machenschaften seines Onkels. Zwar geht es an unserem gesellschaftlichen Hofe derzeit weniger darum, dass der eigene Onkel uns zugunsten des Throns aus dem Weg haben will, die komischen Verwandten, die wir lieber weiterhin verdrängt hätten, kommen aber durchaus mittlerweile aus allen Ecken und Winkeln gekrochen. Im Gepäck ein ziemlich lauter Herrschaftsanspruch. In den USA ist der Thron schon besetzt. In Frankreich und Deutschland machen sich die Schwippschwager nun daran, es gleich zu tun. Doch auch außerhalb des westlichen Kosmos, wo Geld noch immer die größte Sprengkraft zu haben scheint, geht es nicht weniger vernichtend. Da toben erbitterte Kriege um Territorien und …

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Fashion Week Berlin | William Fan AW17 – Afternoon Stories

Wenn ein Designer es immer wieder schafft, uns für einen kurzen Augenblick raus aus dem Modetrubel hinein in andere Welten zu entführen, dann ist das eindeutig William Fan. Zu Recht gilt der Berliner Jungdesigner als eines der spannendsten Nachwuchstalente der Hauptstadt. Seine Shows sind begehrt, die Atmosphäre bleibt trotzdem klein und familiär. Das Who is Who der Szene versammelt sich hier nur zu gerne. Selbst Christiane Arp, ihres Zeichens Chefredakteurin der deutschen Vogue, schaut persönlich vorbei und gibt schon vorab begeisterte Interviews. Pseudo-Prominenz und Medien-Magnete sucht man dagegen vergeblich. Zum Glück. Denn wo andere mit großen Effekten und viel Chi Chi versuchen zu protzen, da begeistert William Fan allein durch seine geradlinig zeitlose und dabei doch raffinierte Mode. Auch für die kommende AW17-Kollektion bleibt er seinem Motto treu. Nach der „Disko“ und „Dem Morgen nach der Party“, nimmt uns William, der Geschichtenerzähler, dieses mal mit auf eine Reise nach China. Wir finden uns in engen, lebendigen Straßenschluchten wider, durch die die Models zunächst halb verdeckt durch rote Lackvorhänge praktisch hindurch schweben. Zu diesem Zeitpunkt ahnen wir noch nicht, dass auch wir …

Malaikaraiss AW17_header habits

Fashion Week Berlin | Malaikaraiss AW17 – No. 13

Nicht nur für uns gehört Malaikaraiss längst zu den Urgesteinen der Berliner Modeszene. Die gleichnamige Designerin steht für feminine Looks mit einem gewissen Twist, oder besser gesagt; Weiblichkeit mit ordentlich Power dahinter. Ein Thema, das gesellschaftlich nicht aktueller sein könnte und unter dem natürlich auch die Kollektion für den kommenden Herbst/Winter wieder steht. Mit No.13 präsentierte Malaika im wunderbaren Baustellenambiente des Berliner Stadtschlosses Looks, die irgendwo zwischen viktorianischem Zeitalter und 80er Jahre Retro schweben. Gerüschte Stehkragen und fließende Faltenröcke flirten da mit übergroßen Wollstrickjacken, gestärkten Anzughosen in Knallpink und übergroßen Hemden in Hellblau. Dazu gesellen sich taillierte Lederjacken wie sie einst wohl nur knallharte Tatort-Kommisare getragen hätten und zuckersüße Muffs wie Stolas aus (hoffentlich Kunst-)Fell. Das erinnert mal an zarte Mädchenträume á la Jane Austen, mal an toughe Businessfrauen – und genau darin liegt auch die Intention. Weiblichkeit steht für Malaika Raiss in keinem Widerspruch zu einem selbstbewussten Auftreten. Das verriet mir die Designerin im Interview für ein anderes Projekt, das wir natürlich mit euch teilen, sobald es spruchreif ist. Malaikas Ansicht nach schrecken Frauen auch …

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Chanel SS17 | Back to the Future, oder: Neo-80s meet Bits and Bites

Bild: Chanel.com Vor Kurzem kamen mein Freund und ich eher zufällig auf das Thema Chanel. Während meine Wenigkeit, wie es sich für einen Modefan nun einmal irgendwie gehört, lauthals vom zeitlos klassischen Design schwärmte, fragte mich mein Liebster völlig unvermittelt: „Aber mal ganz ehrlich. Abgesehen vom Hype ist Chanel doch eigentlich eine ziemlich konservative Marke.“ Öhm. Ja. Stimmt irgendwie. Mehr konnte ich in diesem Moment nicht antworten. Denn versuchen wir einmal objektiv zu sein, so ganz daneben liegt er mit dieser Einschätzung nicht. Zwar muss man die einstige Label-Gründerin Coco Chanel für ihren Freigeist, ihre Durchsetzungskraft und ihren Emanzipationsdrang zu einer Zeit, in der Frauen noch als persönliches Eigentum betrachtet wurden, in jedem Fall loben. Auch sollte die Tatsache honoriert werden, dass das Traditionshaus die Krise der Haute Couture einst überlebte und bis heute zu den relevanten Namen der Branche zählt. Doch locken adrette Kostümchen aus Tweed, der Signature-Look der Luxusbrand, mittlerweile wohl niemanden mehr so richtig hinter dem Ofen hervor. Außer vielleicht elitäre Upperclass-Damen, für die sich die Kombination aus Rock und Jacke längst zur Uniform gemausert …

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Fashion Week Close Up | Marina Hoermanseder SS17

Marina Hoermanseder ist eines jener Nachwuchstalente Berlins, die es geschafft haben innerhalb weniger Saisons die Modemeute durch die Bank weg zu überzeugen und sich auch über die Grenzen der Hauptstadt hinaus einen Namen zu machen. Nachdem bereits Monster-Mama Lady Gaga bekennender Fan der gebürtigen Österreicherin ist, wurden ihre Design zuletzt im Hollywood-Streifen „The Neon Demon“ in Szene gesetzt. Wen wundert es da noch, dass der Ansturm auf Hoermanseders Show inzwischen unüberschaubar groß ist. Das freut uns zwar für die junge, charmante Dame, führt aber auch leider dazu, dass wir an dieser Stelle ein kleines Tränchen verdrücken müssen. Denn während uns in den letzten drei Saisons stets ein Platz am Rande des Runways sicher war, gingen wir dieses Mal leer aus – und mussten das Defilee im Nachhinein schnöde am Bildschirm Revue passieren lassen. Ein Fakt, der uns in Anbetracht der Tatsache, dass stattdessen Sänger der Band Culcha Candela in der ersten Reihe der herrlichen Gartenkulisse des Kronprinzenpalais Platz nahmen, dann sogar fast noch ein klein wenig mürrisch werden lässt. Schließlich haben die Herren dieser Formation …

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Fashion Week Close up | Vladimir Karaleev SS17

Die Show von Vladimir Karaleev ist jede Fashion Week aufs Neue ein Termin im Kalender, auf den ich mich ganz besonders freue. Das mag zum einen daran liegen, dass ich mit diesem Namen – wie übrigens auch mit Designkollege Hien Le – Erinnerungen an meine allererste Modewoche überhaupt verbinde. Zum anderen bin ich auch genau seit dieser ersten Stunde ein absoluter Fan von Karaleevs Design und diese Leidenschaft wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht. Vladimir Karaleev das ist meinem Empfinden nach oft mehr Kunst als Mode im klassischen Sinne – das zeichnet sich schon allein in der Präsentation ab. Statt Models über den Runway zu jagen, wählt der gebürtige Bulgare die Installation. Über den Zeitraum einer Stunde erhebt er im altehrwürdigen Ambiente des Berliner Modesalon im Kronprinzenpalais auch dieses Mal wieder seine Kollektionen mitsamt den Models aufs Podest und gewährt uns so den Blick aus nächster Nähe. Statt des schnellen Rauschs geht es hier um die intensive Erfahrung, um die Details und darum, die Textur des Materials praktisch zu spüren. All das ist für Karaleevs Design …