Alle Artikel mit dem Schlagwort: Robert Stadlober

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WIN | Happy Advent #3 mit ANHEDONIA

Blicken wir zurück auf 2016, liegt doch ein recht ereignisreiches Jahr mit vielen Tief- und Höhepunkten hinter uns. Glücklicherweise ist nicht alles düster und fragwürdig gewesen, sondern gerade kulturell gesehen gab es viele Highlights. Eines davon war ohne Frage der Kinostart von ANHEDONIA „Narzismus als Narkose“. Wir erinnern uns an den Debütfilm von Regisseur, Musiker und Produzent Patrick Siegfried Zimmer (und unser Interview) mit der fulminanten Besetzung und dem aktuellen, pointiert inszenierten Thema der Anhedonie unserer Gegenwart. Als überzeichnete Dystopie auf die Leinwand gebracht, wählt sich der Film zwei Aristokratensöhne als Role Models einer bis zum Limit umtriebigen Spaßgesellschaft, die ob des permanenten Triggerns jedweder Sinne durch Informationsflut, Leistungs- und Optimierungsimperativ sowie Second Life in den sozialen Medien hilflos kapitulieren muss. Langeweile, Apathie und schließlich Anhedonie wird zur Volkskrankheit, Millionen von Menschen unfähig, auch nur irgendein Anzeichen von Freude oder Befriedigung zu empfinden. Glücklicherweise besteht Hoffnung auf Heilung – dank der neuartigen Lust-Stimuli-Therapie von Dr. Immanuel Young, der sich beide Protagonisten in der Nervenklinik Seelenfrieden unterziehen. Die Darsteller, vor allem aus dem Musikkontext oder von der Theaterbühne bekannt, hauchen dem …

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ANHEDONIA | 5 Fragen an Regisseur Patrick Siegfried Zimmer

Den morgigen Donnerstag solltet ihr im Kalender schon einmal mit einem X versehen, denn ANHEDONIA „Narzismus als Narkose“ kommt in die Kinos. Der Debütfilm von Patrick Siegfried Zimmer handelt von der Emotionslosigkeit unserer Gegenwart und bringt sie mit einem Augenzwinkern als ein groteskes Schauspiel auf die Leinwand. „ANHEDONIA ist das satirische Bildnis einer hoffnungslos narzisstischen Spaßgesellschaft, die sich dem kapitalistischen Diktat der permanenten Selbstoptimierung unterwirft und zugleich auf der sehnsuchtsvollen Suche nach mehr Tiefe, Glück und Erfüllung im Leben in der Dunkelheit selbstkonstruierter Abgründe verzweifelt umherirrt“, so der in Hamburg lebende Regisseur, Musiker und Produzent Patrick Siegfried Zimmer. Durch die Reizüberflutung dieser Tage bis zum Kollaps getriggert, verkehrt sich der Hedonismus unserer Zeit im Film in Langeweile, Unerschütterlichkeit und Apathie – bevor er ins Bodenlose stürzt und zur Anhedonie wird. Der Begriff der Anhedonie stammt aus der Psychologie und bezeichnet eine mentale Symptomatik: die Unfähigkeit, Freude und Befriedigung zu empfinden. Ein Phänomen, das wir angesichts der zunehmenden medialen, digitalen, leistungs- und konsumorientierten Konzentration auf Selbstinszenierung, -optimierung und Work-Work-Balance tatsächlich beobachten können. Da die Handlung beim Zuschauer am besten ohne …