Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mode

Kampflustig_habits_vladimir Karaleev

Berlins modische Kampfansage. Die Realität darf nicht ausgeblendet werden

Die Welt ähnelt einem Schlachtfeld. Zumindest, wenn es nach der Mode geht. Tarnmuster all over, Rüstungsähnliche Oberteile aus Step, wie wir sie just bei Dior sahen und sonst eigentlich eher vom Fechten kennen, die Rückkehr der Businessfrau mit überbreiten Schultern und ihre Absage an eine Weiblichkeit, die beschützt werden muss. Kurzum: Es geht drunter und drüber im Staate Dänemark… äh halt, das war ja Shakespeare. Aber auch Hamlet rüstete sich einst zum Kampf gegen die intriganten Machenschaften seines Onkels. Zwar geht es an unserem gesellschaftlichen Hofe derzeit weniger darum, dass der eigene Onkel uns zugunsten des Throns aus dem Weg haben will, die komischen Verwandten, die wir lieber weiterhin verdrängt hätten, kommen aber durchaus mittlerweile aus allen Ecken und Winkeln gekrochen. Im Gepäck ein ziemlich lauter Herrschaftsanspruch. In den USA ist der Thron schon besetzt. In Frankreich und Deutschland machen sich die Schwippschwager nun daran, es gleich zu tun. Doch auch außerhalb des westlichen Kosmos, wo Geld noch immer die größte Sprengkraft zu haben scheint, geht es nicht weniger vernichtend. Da toben erbitterte Kriege um Territorien und …

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It´s Berlin Fashion Week again

Pünktlich zum Januar startet der halbjährliche Schauenmarathon in die nächste Runde. Nachdem sich in Mailand und London bereits alles um die Herren der Schöpfung drehte, sind in dieser Woche alle Augenpaare (jeglichen Geschlechts) auf Berlin gerichtet. Zumindest raten wir dringend dazu. Denn entgegen aller Schmähstimmen hat sich bei der hiesigen Fashion Week mittlerweile einiges getan. Nicht nur, dass die Shows von Labels und Designern wie Malaikaraiss, Odeeh, Marina Hoermanseder, Hien Le, Vladimir Karaleev oder William Fan inzwischen zum festen Bestandteil des Timetable gehören. Die Modewoche scheint insgesamt auch erwachsener geworden zu sein. Da herrscht mehr Ruhe im Kalender. Man fokussiert sich, statt wie ein aufgescheuchtes Huhn von rechts nach links und wieder zurückzurennen. Anders ausgedrückt, es geht inzwischen weniger schrill dafür aber stilistisch wie inhaltlich bedachter zu. Zumindest stehen die Weichen entsprechend. Wie das schlussendlich umgesetzt werden wird, wir sind gespannt. Eines ist aber in jedem Fall schon einmal sicher: Optisch wird sich 2017 schon allein in Sachen Location einiges tun. Nachdem der Berliner Modesalon nun schon seit einer Weile ins altehrwürdige Ambiente des Kronprinzenpalais lädt, …

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Introducing | Numéro Berlin – 620 Seiten Kultur, Mode und Gesellschaft

Ein Magazin so dick wie ein Roman? Das ist ab sofort nicht mehr nur noch der Wunschtraum waschechter Leseratten. Auf satten 620 Seiten widmet sich die neue Numéro Berlin ab sofort dem breiten Spektrum zwischen Mode, Gesellschaft und Kultur. Nachdem es für die männliche Leserschaft schon seit einer Weile die Numéro Homme gibt, bietet die Berlin-Variante nun auch endlich das gender-unabhängige Lesevergnügen – auch wenn im Fokus von Ausgabe eins ganz klar die Frauen stehen. Alicia Kwade, Toni Garrn, Jorinde Voigt, Barbara Sukowa, Nadja Auermann, und, und, und. Ihnen allen setzt das Magazin ein Zeichen, stellvertretend für all die anderen Frauen, die tagtäglich in Deutschland leben, denken und arbeiten. Denn der Bezug zur eigenen Heimat eint alle Geschichten dieser Ausgabe. Eine bewusste Entscheidung betont Herausgeber Götz Offerfeld in seinem Editorial Letter und schreibt: „… obwohl wir gerade von nur allzu bekannten dunklen Geistern verfolgt werden, ist Deutschland ein Land voller Talent und Schönheit, voller leidenschaftlicher Menschen mit Herz und Verstand.“ Das mag gerade jetzt, wo die Vergangenheit verdächtig nahe an die Gegenwart heranrückt, vielleicht erst einmal nicht leicht …

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All eyes on | Inès de la Fressange für Petit Bateau

Bilder: PR Na, das nennen wir doch mal eine treffsichere Design-Kollaboration. Wie könnte es aber auch anders sein, wenn Inès de la Fressange, ehemaliges Supermodel und Inbegriff der Parisienne gemeinsame Sache mit Petit Bateau, der französische Traditionsadresse für Bretonsteifen, macht. Entstanden ist aus dieser Liaison eine limitierte Capsule Collection für Frauen, Mädchen und Babies, die den klassischen French Chic künstlerisch „nouveau“ adaptiert. Von Madame de la Fressange haben wir in letzter Zeit ja so einiges gehört. Wer allerdings ihren Werdegang anschaut, den wundert es wohl nicht mehr, woher diese Dame ihren Elan nimmt. Offen für Neues war sie schon immer. Als erstes Model überhaupt unterschrieb sie 1980 einen Exklusiv-Vertrag bei Chanel und wurde dafür sichtlich belohnt. Jahrelang galt sie als Muse von Karl Lagerfeld himself. Inzwischen ist aus dem einstigen Mannequin selbst eine Designerin geworden. Die Zusammenarbeit mit Petit Bateau ist der neueste Streich. „Petit Bateau ist meine Kindheit. Es ist eine liebgewonnene Marke, die vollkommen zeitlos ist und von Generation zu Generation überdauert. Sie steht für Qualität, beste Materialien und den besten Stil. Die Zusammenarbeit mit Petit …

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Reading List X Fashion Insights | Ein buntes Allerlei an News

Die Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der USA hat letzte Woche auch uns in besonderem Maße beschäftigt. Einen persönlichen Kommentar zu diesem Thema könnt ihr unter anderem hier lesen. Ähnlich ging es auch den vielen anderen Schreiberlingen auf der ganzen Welt, was sich auch in der aktuellen Reading List niederschlägt. Trotzdem kommt natürlich auch die Mode nicht zu kurz, ebenso wenig wie die tägliche Auseinandersetzung mit Gender-Themen, die in der letzten Woche noch einmal zusätzlich durch Margarete Stokowskis grandioses Buch „Untenrum Frei“ angestachelt wurde. Dazu aber ganz bald mehr. Für euch gibt es zum Wochenstart jetzt erst einmal eine kleine Portion Lesefutter, um garantiert nicht nur in der Büro-Küche up to date zu sein. Das Leben ist kein Instagram-Feed. Donald Trump hat gewonnen | C´est Clairette Claire Beermann lieben wir für ihre pointierte Schreibe nicht erst, seitdem sie hoch offiziell für die ZEIT tätig ist. Auf ihrer eigenen Seite C´est Clairette widmet sich die smarte Berlinerin zusätzlich vielen spannenden Themen, so natürlich auch der Wahl von Donald Trump. Statt aber nur das Politische Revue …

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WIN | Tickets für das Fair Fashion Forum „Blickwechsel Mode“ im Museum Angewandte Kunst FFM

Konsum ist ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens – vor allem, wenn es um Mode und andere schöne Dinge geht. Aber zu welchem Preis? Längst sehen wir uns damit konfrontiert, dass die Ressourcen unseres Planeten endlich sind. Die jahrelange, oft uneingeschränkte Ausbeutung der Natur zeigt ihre ersten Auswirkungen. Klimawandel, Sturmfluten, schmelzende Polkappen. Die Liste ist lang, Dokumentationen darüber gibt es zu Genüge. Höchste Zeit, endlich umzudenken! Aber es sind nicht nur die ökologischen Aspekte, die ein ungutes Gefühl im Bauch hinterlassen. Auch die oft prekären Produktionsbedingungen in Billiglohnländern wie Indien und China sind inzwischen kein Geheimnis mehr. Einen erschreckenden Höhepunkt erreichte das unlautere Treiben 2013 mit dem Einsturz einer Fabrik in Bangladesch, die zahlreiche Arbeiter, darunter auch Kinder, damals das Leben kostete. Zum ersten Mal schien die westliche Welt nicht mehr die Augen verschließen zu können oder sagen wir besser, zu wollen. Wie lange der Effekt der Solidarität angehalten hat, das muss wohl jeder selbst für sich hinterfragen. Dokumentationen wie True Cost helfen aber sehr eindringlich gegen das Vergessen. In der Modebranche stößt das Prinzip Fast Fashion vielen …

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Dress Me Monday | The lilac Zebra with a French attitude

Bluse – & other Stories | Girlfriend-Jeans – BDG via Urban Outfitters | Tasche – Saint Laurent via Farfetch | Boots – Saint Laurent via Net-a-Porter Ich weiß nicht, was es genau ist, das die Französinnen weltweit so anziehend macht. Die vielen, vielen Klischees die Caroline de Maigret kürzlich in ihrem Buch „How to be a Parisian“ beschrieben hat, sind es meiner Meinung nach jedenfalls nicht. Zumindest nicht in dieser herablassenden Plakativität. Auch wenn sie selbst offenkundig so französisch ist, dass wir ihr erst einmal glauben wollen. Aber das soll an dieser Stelle nur eine Randnotiz sein. Nur worin liegt dann eigentlich der Reiz? Lässt der sich überhaupt genau benennen? Vielleicht ist es nämlich auch genau diese angreifbare wage Aura, die uns an „les Femmes française“ so sehr fasziniert. Versuchen wir uns dem trotzdem einmal anzunähern: In Frankreich hat man sich auch in unserer hektischen, von Kommunikation getriebenen Welt etwas ganz bestimmtes bewahrt, eine Art Charme, gepaart mit Etikette und unaufgeregter Non-Chalence, die in so vielen anderen Kulturen und Städten längst verpufft scheint. „Laissez-faire“ ist eine Art Lebenseinstellung, die so direkt …