Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mixtape

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Mixtape | Rewind & Reverse

Manchmal ist es schon verrückt: Gestern noch stolperte ich in meiner iTunes Bibliothek über ein altes Album von Rosin Murphy und fragte mich, was aus der Dame, die bereits lange vor Sia ausgefallene Kostüme für sich entdeckt hatte, eigentlich geworden ist und schon ploppt mir heute Morgen ihr brandneuer Song entgegen. Gleiches passierte vor einer Weile schon mit „The Kills“. Kaum hatte ich mich wieder durch die alten Alben von Alison Mosshart und Jamie Hince gehört, da kamen die beiden auch schon mit frisch gepresstem Sound um die Ecke – nach fünfjähriger Pause. Seitdem legen sie sogar einen ziemlichen Sprint in Sachen Neuerscheinungen hin. So, wie sich dieses Spielchen im Hinblick auf die Musik treiben lässt, funktioniert es auch in vielen anderen Dingen unseres alltäglichen Lebens. Da fallen einem alte Fotos entgegen, kurz bevor man eine bestimmte Person wieder trifft, ein plötzlicher Geruch katapultiert uns mit einem Schlag zurück in die Vergangenheit und sprudelt Emotionen hoch, die wir eigentlich schon längst vergessen hatten oder eine alte Fernsehserie flimmert mit einem Mal wieder über den Bildschirm, kaum dass wir uns …

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Mixtape | The same things happening all the time, even in my dreams

Manchmal habe ich das Gefühl, meine Mitmenschen und ich wären in einer kosmischen, rekursiven Verkettung der Zeit gefangen. Unsere temporäre Realität wäre dann so gebogen, dass sich jeder Punkt in der Zukunft zwangsläufig irgendwann mit einem Punkt in der Vergangenheit kreuzt. Interessant ist, dass die allgemeine Relativitätstheorie solche klassischen Zeitschleifen theoretisch zulässt, wenn nur ausreichend starke Materiemassen vorhanden sind, die eine derartige Krümmung veranlassen. So weit, so gut. Ob das dann auch erklärt, warum sich das gleiche Schauspiel zwar ständig wiederholt, von Mal zu Mal aber doch mit anderen Protagonisten neben unserer Selbst, dafür bin ich in Sachen Raumzeit nicht bewandert genug. Fest steht, da ist ein Muster in jede moderne zwischenmenschliche Begegnung und Beziehung eingewebt, das immer und immer wiederkehrt. Dieses Muster erschien erstmals mit unserer Generation, der es inzwischen so natürlich erscheint, dass niemand bemerken mag, in was man sich da eigentlich mehr und mehr verheddert. Es ist das Flechtwerk, das sich vor allem im öffentlichen Raum um uns legt, also dort, wo wir „performen“. So umspannt es mal alle Anwesenden alternativ-elitärer Kunstperformances oder Off-Parties, gehört …

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Mixtape | Radio Silence

Derzeit bewegt sich mein Leben mit Lichtgeschwindigkeit voran – ich selbst habe maximal noch einen Blick dafür, dass ich mich auch gut festhalte. Abgesehen davon ist mein Kopf auf „Work“ gestellt und ich mache mit, ohne viele Gedanken darüber zu verlieren. Im Gegenteil: Ich agiere voller Euphorie, erfreue mich Tag für Tag beim Weckerklingeln um Punkt 6 Uhr morgens meines Lebens und falle abends todmüde und glücklich ins Bett. Was da gerade passiert? Nun, scheinbar bin ich da irgendwie auf meine buchstäbliche Beruf-ung gestoßen. Oder noch wahrheitsgetreuer: Wenn das Universum dir einen Wink schickt, kann das nur richtig sein. Aller Bedenken, Versagensängste und eigentlich anders geplanter Lebensentwürfe zum Trotze. Die Begleiterscheinung meines neuen Alltags ist dann allerdings eine mäßig angenehme: Ich bin momentan so uninformiert wie nie. Alben- und Songveröffentlichungen, Meldungen aus dem Kultur- und Kunstbereich als auch der Netzwelt, sie ziehen an mir vorbei. Da ist schlicht keine Zeit und meine Aufmerksamkeitsspanne ist zusätzlich so fokussiert, dass alles scheinbar „Unnötige“ gekonnt ausgeblendet, übergangen wird. Davon ausgenommen ist einzig die Mode, aber die gehört auch zu …

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Mixtape | Let the sun shine!

Einige haben sich sicherlich schon ein wenig gewundert, dass in dieser Woche nicht all zu viel auf habits. passiert ist. Aber wir geben direkt einmal Entwarnung: Das hat weniger mit schwindender Motivation, als vielmehr mit dem Prinzip Timing zu tun. Während die liebe Lola aktuell nämlich Vollzeit in einem Projekt steckt, hat mich diese Woche die Grippewelle ordentlich aus den Schuhen gehauen – dazu noch ein Feiertag und schon ist das redaktionelle Chaos bei uns perfekt. Ohnehin ist die Sache mit den regelmäßigen Pausen in meinem Fall so eine, die ich definitiv noch lernen muss. Immer eingespannt tanze ich meist auf gefühlten 100 Hochzeiten und arbeite nicht selten mehrere Wochen am Stück sieben Tage durch. Das passiert bei Weitem nicht immer freiwillig, wer jetzt aber denkt, ich hätte es auf Mitleid abgesehen, der liegt falsch. Auf eine absurde Art und Weise brauche ich nämlich dieses latent vorhandene Stresslevel, um in meinem Rhythmus zu bleiben. Multi-Tasking ist bei Freunden und Bekannten so was wie ein zweiter Vorname für mich. Ruhig auf meinen vier Buchstaben zu sitzen, ist mir dagegen …

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Mixtape | The Prince has Gone

Während Lola und ich gestern und heute auf den German Press Days unterwegs sind, dreht sich außerhalb der schönen bunten Fashionblase, die Welt in rasanter Geschwindigkeit weiter. Das wurde uns spätestens bewusst, als der Spiegel-Ticker kurz und knapp vermeldete, dass Prince gestorben sei. Zack! Bumm! Ein kurzer, nüchterner Satz, der trotzdem das eigene Herz für einen kurzen Augenblick aussetzen lässt. Nicht nur, dass 57 einfach kein Alter ist, um die Bühne, die sich Leben schimpft ein für alle Mal zu verlassen. Prince war einfach auch einer der ganz Großen, der mit seinem Schaffen die Kunstwelt ebenso geprägt hat, wie den Mainstream. Mit seinen Hits bin ich, wie eben viele andere vor und mit mir, aufgewachsen. „Purple Rain“ setzt in mir auch heute noch ein wahres Feuerwerk an Emotionen frei, während „Kiss“ mir ein süffisantes Grinsen entlockt. Doch es ist nicht nur dass, was mir ein kleines Stück weit das Blut in den Adern gefrieren lässt, während ich die Zeilen noch einmal ungläubig lese. Vielmehr ist es die Tatsache, dass wieder eine Ikone diese Welt verlassen …

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Mixtape |Die Welt auf den Kopf stellen

Zwischen den Seilen hängen und trotzdem powern. Auf der Stelle treten und dabei doch endlich den Weg ganz klar vor Augen sehen. Das Leben kann manchmal schon ganz schön schizophren sein. Da stehen plötzlich Dinge Kopf, die eigentlich längst als gesetzt von der geistigen Liste gestrichen wurden, während andere, von die man noch vor Kurzem so schnell wie möglich loswerden wollte, mit einem Mal das Herz vor Glück höher schlagen lassen. Am Ende all dessen steht die Frage: Was ist nur los mit mir? Klar, wir alle entwickeln uns weiter, ändern unserer Ansichten und schmeißen alte Muster grundlegend über Board. Trotzdem können wir aber nicht leugnen, dass wir bei allem Glauben an den freien Willen wir immer irgendwie auch ein Produkt unserer aktuellen Lebenssituation sind. Wir passen uns an, weil das oft der Weg des geringsten Widerstands scheint. Wenn unser Job uns zwingt, das eigene Leben hinten anzustellen, nicken die meisten von uns lieber grimmig, als mit der Faust in den Rechner zu schlagen. Wenn die Familie ruft, obwohl wir uns eigentlich nur nach dem eigenen Bett sehnen, …

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Mixtape | Fit But You Know It

Es mag der neuerlichen Helligkeit und Heiterkeit da draußen geschuldet zu sein, die mich auf meine leidlich durchsichtigen Fenster hingewiesen hat, oder doch nur der Fakt, dass man das einfach so macht im Frühling. Zumindest fand ich mich diese Woche an einem noch immer sonnigen Abend auf meinem Fensterbrett stehend wieder, die Fenster weit geöffnet, das Radio laut düdelnd (Oasis – Don’t Look Back In Anger) und ich dazu ebenfalls düdelnd und Scheiben putzend. Das allein könnte man schon als „Event“ bezeichnen, denn meine Fenster behandle ich üblicherweise mit naiver Nachlässigkeit. Kurz darauf stand ich anderenorts auf einem Stuhl und widmete mich dem Phänomen der Liaison von Staub und Fett, wie er in Küchen bekanntlich vorkommt. Bis dato war mir nicht bewusst, dass man damit einen ganzen neuen Forschungszweig aufmachen könnte und sollte. Meine Mitbewohnerin, die diese Küche erst seit einem Monat mit mir teilte, wischte gerade trotzdem Staub weg, der sich nur seit dem letzten sogenannten Frühjahrsputz aufgetürmt haben konnte. Weil das schon schlimm genug war, sah ich mich in der Bringschuld und machte kurzerhand da weiter, …