Alle Artikel mit dem Schlagwort: Leben

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Think Aloud | Katharsis. Eine Annäherung

Ich schwebe. Die Veränderung hat mich kalt erwischt. Seitdem scheint nichts mehr wie es war und doch ist irgendwie alles gleich. Die Tage gehen dahin, man steht auf, arbeitet, wabert durch die Gegend und geht wieder Schlafen. Nicht mehr. Nicht weniger. Es geht mir OK aber eben nicht gut. Niemand ist gestorben und trotzdem fehlt etwas unheimlich – jemand fehlt unheimlich. So ist das aber nun einmal mit dem Leben. Wenn du etwas verlierst, kannst du dich wie ein Kleinkind auf den Boden schmeißen und lauthals brüllen. Ob das etwas bringt, wage ich zu bezweifeln. Entsprechend bleiben zwei weitere Möglichkeiten. a) Letagiere vor dich hin, verkriech dich im Bett und versinke im Sumpf aus Selbstmitleid oder b) mobilisiere alles, was du an Kraft in dir hast und zieh den Misthaufen, der sich Leben schimpft, durch. Ich habe mich für Letzteres entschieden. Auch wenn es schwer fällt und ich mehr als einmal schon das Bedürfnis verspürt habe, einfach im Bett liegen zu bleiben oder wahllos fremde Menschen auf offner Straße zu beschimpfen. Bis zur verrückten Katzenlady …

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Think Aloud | Fast 30. Alter ist auch nur eine Frage der Perspektive

Noch vor knapp einem Jahr – als auf dem Kuchen noch 29 Kerzen brannten – dachte ich großkotzig, dass all das Gerede um die Angst vor dem 30. Geburtstag nichts als krude Panikmache sei. Warum gerieten meine Freunde angesichts ihres eigenen Ehrentages eigentlich so aus dem Häuschen? Was macht es schon für einen Unterschied, ob nun vorne eine Zwei oder Eine drei steht? Naja, knapp 24 Stunden vor meinem persönlichen Zehnersprung weiß ich: einen ziemlich großen sogar! Zumindest emotional! Seit knapp zwei Wochen hat nun auch mich die Nervosität gepackt. Gehöre ich sonst eher zu der seltenen Spezies Mensch, die durch ein fast schon ungesundes Maß an Konzentrationsfähigkeit andere zum Kopfschütteln bringen, kann ich seit ein paar Tagen kaum mehr einen einfachen Gedanken zusammenhalten. Ich bin ruhelos, weiß nicht wohin mit mir, im Hirn geht es trotz reichlich Input drunter und drüber und kaum, dass der Kopf doch einmal kein direktes Denkfutter hat, rattert auch schon die Sorgenmaschine. Wo stehst du eigentlich im Leben? Was hast du bisher erreicht? Bist du damit zufrieden oder willst …

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Think Aloud | Wie ich in der Stadt der Superlative erkannte, worauf es wirklich ankommt

Ich sitze an meinem Schreibtisch, starre auf meine beweglosen Finger, die auf den Tasten meines Laptops ruhen, und denke nach. Es fällt mir schwer, das Gesehene und Erlebte in Worte zu fassen. Wie können Worte auch nur eine Facette der wohl glitzerndsten und makellosesten Stadt der Welt wiedergeben, im Angesicht derer ich dutzende Male in Schnappatmung verfallen bin. Der Übergang zwischen Traum, Utopie, Glanz und Gloria zur nüchternen Realität sind in Dubai fließend wie warmer, süßer Nektar. In keiner anderen Metropole sind Schwächen, wie etwa Armut, Schmutz oder Unhöflichkeit, so derart ausradiert wie in diesem Diamanten der Vereinigten Arabischen Emirate. Noch nie hatte ich unter vollem Bewusstsein, ergo jenseits des Kindergartenalters, einen vergleichbar reinen und geruhsamen Strand- und Wohlfühlurlaub, in dem es mir an rein gar nichts fehlte. Fernab der Sorgen des Alltags in schier nicht enden wollendem Luxus, war alles so einfach wie nie – und mir fiel es wie Schuppen von den Augen: Glücklichsein, das braucht all diesen Überfluss gar nicht. Glücklichsein, das bedarf nur der bloßen Basics des Lebens. Alles auf Anfang. Ich bin …

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Think Aloud | Wie die lebendigste Stadt der Welt mich zur Ruhe brachte

Es klingt irgendwie schon absurd. Da muss ich erst in den Flieger steigen und ausgerechnet nach New York jetten, damit mein Kopf endlich einmal Ruhe findet vom Leben mitsamt seinen Alltagsklüngeleien. Schließlich nennt der gemeine Volksmund die Mega-Metropole nicht umsonst, „die Stadt, die niemals schläft“. Und tatsächlich nicht nur, dass es in New York immer, wirklich immer, etwas zu tun und zu erleben gibt, selten war ich von einer derartigen – mal mehr, mal weniger – subtilen Dauer-Geräuschkulisse umgeben. Zumindest meine liebe Mutter hat das mehr als einmal ganz schön um den Schlaf gebracht. Aber wie kann es sein, dass genau in diesem Melting Pot aus Erlebnis, Trubel und Verkehrschaos, die Seele endlich einmal wieder so richtig frei baumeln kann, ohne auch nur einmal über das Morgen hinauszudenken. Die Antwort, die ich mir mittlerweile zusammengereimt habe, scheint im Nachhinein eine ebenso logische wie einfache. Doch fangen wir von vorne an: Als ich in den Flieger steige, kann von Entspannung längst noch keine Rede sein. Ich bin wieder einmal vollkommen übermüdet – seit Monaten irgendwie ein …