Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kultur

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Introducing | Numéro Berlin – 620 Seiten Kultur, Mode und Gesellschaft

Ein Magazin so dick wie ein Roman? Das ist ab sofort nicht mehr nur noch der Wunschtraum waschechter Leseratten. Auf satten 620 Seiten widmet sich die neue Numéro Berlin ab sofort dem breiten Spektrum zwischen Mode, Gesellschaft und Kultur. Nachdem es für die männliche Leserschaft schon seit einer Weile die Numéro Homme gibt, bietet die Berlin-Variante nun auch endlich das gender-unabhängige Lesevergnügen – auch wenn im Fokus von Ausgabe eins ganz klar die Frauen stehen. Alicia Kwade, Toni Garrn, Jorinde Voigt, Barbara Sukowa, Nadja Auermann, und, und, und. Ihnen allen setzt das Magazin ein Zeichen, stellvertretend für all die anderen Frauen, die tagtäglich in Deutschland leben, denken und arbeiten. Denn der Bezug zur eigenen Heimat eint alle Geschichten dieser Ausgabe. Eine bewusste Entscheidung betont Herausgeber Götz Offerfeld in seinem Editorial Letter und schreibt: „… obwohl wir gerade von nur allzu bekannten dunklen Geistern verfolgt werden, ist Deutschland ein Land voller Talent und Schönheit, voller leidenschaftlicher Menschen mit Herz und Verstand.“ Das mag gerade jetzt, wo die Vergangenheit verdächtig nahe an die Gegenwart heranrückt, vielleicht erst einmal nicht leicht …

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Interview | Lena Elfrath über ihren Debütroman „Die Liebe ist ein Schmetterling“

Fotos: © Marc Krause Anfang August ist Lena Elfraths Debütroman „Die Liebe ist ein Schmetterling“ erschienen. Binnen kürzester Zeit haben wir den 436 Seiten prallen Erstling verschlungen, so begeistert waren wir vom pointieren Erzählstil der Autorin, die sich nicht davor scheut, den Finger gezielt in die Wunde zu legen. Laura hat die charmante Frankfurterin mit dem ansteckenden Lachen zum Interview getroffen, um mit ihr zwischen Wein, Süßkartoffel-Pommes und ungeahnt großen Beilagensalaten über das Schreiben an sich zu sprechen, über die manchmal ziemlich verquere Suche nach dem sogenannten Sinn im Leben und die Frage, weshalb wir uns mit der Realität“ manchmal so schwertun. Ein Zusammentreffen, bei dem die Chemie von Anfang stimmte.  „Die Liebe ist ein Schmetterling“ ist dein Debütroman. Wann ist bei dir zum ersten Mal der Gedanke aufgeploppt, ein Buch zu schreiben? War das schon immer ein Bedürfnis oder gab es da einen ganz bestimmten Punkt? Die Idee war immer da. Den Entschluss, ein Buch zu schreiben, habe ich vor etwa sechs bis sieben Jahren gefasst. Kurz darauf ging ich in eine Bar und ich erinnere …

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Reading List | Von (modischen) Ausnahmetalenten und feministischen Debatten

Die liebe Lola und mich quält heute gleichermaßen der Montagsblues. Irgendwie war das Wochenende viel zu kurz, das Schlafdefizit der letzten Woche ist auch noch nicht ganz ausgeglichen und irgendwie will es nach einem Hauch Frühling am Wochenende heute ja auch einfach nicht hell draußen werden. Kurzum: Wir kommen nicht richtig aus den Puschen und würden uns am liebsten wieder im kuscheligen Bett verkriechen. Damit zwischen Wochenstart und Büroalltag aber nicht auch noch der letzte Rest Motivation verloren geht, starten wir heute mit einer neuen Rubrik, die wir euch ab sofort in unregelmäßigen Abständen präsentieren werden: Die „Reading List“. Worum es geht? Hier gibt es ab sofort eine persönlich kuratierte Auswahl an digitalen Perlen aus dem WWW. Die Bandbreite reicht dabei von Kolumnen und Interviews über Fashion-News und Kultur-Input bis hin zu schmucken Fotostrecken. Eben ein buntes Potpourri dessen, was wir selbst gerne in unserer Freizeit schmökern. Und hier kommt auch schon die aktuelle Leseliste: #1 „Ich will nicht von allen geliebt werden“ | Interview mit Raf Simons Als Raf Simons Dior verließ, war der …

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Being an Art Subject | (Sturm-) Frauen in der Kunst

„Alle intellektuellen und künstlerischen Unterfangen, sogar Witze, ironische Bemerkungen und Parodien, schneiden in der Meinung der Menge besser ab, wenn die Menge weiß, dass sie hinter dem großen Werk oder dem großen Schwindel einen Schwanz und ein paar Eier ausmachen kann“, leitet Siri Hustvedt ihren aktuellen Roman „Die gleissende Welt“ provokant ein. Dahinter steht die Geschichte einer Frau, genauer gesagt einer Künstlerin, die es nach all den Jahren des Kampfes gegen die Strukturen der Kunstwelt satt hat, die Hegemonie patriarchaler Großkotzerei weiterhin einfach so hinzunehmen. Getrieben von ihrem Wunsch nach Anerkennung und Rache gegen ein System, dass sie scheinbar aufgrund ihres Geschlechts nicht ernst nimmt, lässt sie drei Männer ihre Werke unter deren Namen ausstellen – und mit einem Mal erhält ihre Kunst jene Aufmerksamkeit, nach der sie so lange gehechelt hat. Hustvedts Figur mag zwar ein durchaus zwiespältiger Charakter sein, schließlich ist hier auch die Familiengeschichte irgendwie nicht ganz unschuldig, und die Geschichte der Harriet Burden ist eine fiktive: Trotzdem thematisiert der Plot ein reales Phänomen, das die Kunstwelt seit jeher in zwei Lager spaltet und …