Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gurr

Mixtape_Romy

Mixtape | “Tonight We’ll Let It Go And Let It Burn Into The Morning Light”

Statt 30 Grad steht die Heizung auf drei, statt Sonnenschein und Wonnestimmung draußen tristes Regengrau. Das aktuelle Herbstwetter schlägt mir auf’s derzeit ohnehin angeschlagene Gemüt. Müdigkeit. Lethargie. Im Kopf herrscht absolute Flaute, die Gefühle auf Sparflamme, wenn sie nicht inzwischen sowieso schon wie Hände und Füße abgefroren sind. Klingt dramatisch? Empfinde aber wohl längst nicht nur ich so. Wo man hinschaut, blicken einem abgespannte und zunehmend genervte Gesichter entgegen. Auch sie haben Wintermantel, Schal und Mütze satt. Auch sie wollen Sandalen, nackte Beine und Feierabendbier im Sonnenuntergang – eben das Klischee in voller Bandbreite. Es bleibt die Flucht in andere Realitäten. Bücher, Filme, Serien und seit kurzem auch wieder Musik. Die konnte ich in den letzten eineinhalb Monaten so gut wie nicht ertragen. Aus Gründen. Zu viel Emotion wurde da mit einem Schlag aufgewühlt – und wird es teilweise noch. Allmählich nähern wir uns aber wieder an, die Songs und ich. Neue kommen dazu, alte werden wieder entdeckt. Aktuell sind die meisten von ihnen eher laut, wütend und trotzig. Manchmal auch melancholisch. Aber das versuche ich …

habits_mixtape_dan_croll

Mixtape | Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Seit kurzem höre ich wieder Tocotronic. Das Bewusstwerden dieses Umstands ging ganz organisch mit der Beobachtung einher, dass es vorher eine Zeit gegeben haben musste, in der ich Tocotronic nicht – oder viel richtiger: nicht mehr – gehört habe. Überrascht von dieser Tatsache habe ich mir dennoch nichts dabei gedacht, denn ich tue so viele Dinge bewusst oder unbewusst nicht, ohne einen größeren Sinn dahinter zu vermuten, dass sich das durchaus auch auf “Zuletzt gehörte Künstler” auf Spotify auswirken kann. Hört man Tocotronic nach einer längeren Pause erneut, und das vielleicht auch in einer Situation, in der man sich wahlweise vierteilen oder doch zumindest den Beistand einer vierköpfigen Band vertragen kann, entfalten sich die poetischen Bestandsaufnahmen Dirk von Lowtzows und Kombo weit magischer als für gewöhnlich, weil eben nicht mehr gewohnt. Kaum habe ich die erste Verzückung der neuerlichen Identifizierung mit und Umarmung durch die Songs abgeschüttelt, ist es auf einmal ganz klar. Und zwar, wie viel Sinn gerade derzeit Tocotronic und im speziellen “Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein” für mich höchstselbst ergibt. Dazu sei gesagt, …

habits_angel-olsen

Mixtape | Take Care Of Business

An manchen Tagen stehen alle Zeichen auf Retrospektive. Da kann es vorkommen, dass da auf der Bühne vor einem an einem lauen Spätsommerabend ein Künstler steht, den man vor ziemlich genau drei Jahren schon einmal in der gleichen Stadt gesehen hat – und schon hängt der Kopf im Wolkenreich der Erinnerungen. Meist bleibt es nicht nur allein dabei, denn es liegt in der Natur des Menschen, Vergleiche zu ziehen. Das Damals mit dem Jetzt abzuwägen, zu Analysieren, was sich seitdem verändert oder nicht verändert hat und was überhaupt alles passiert ist. Meist gilt der als erfolgreich, dessen Leben sich in besonders großem Maße um die eigene Achse gedreht hat. Ganz unabhängig von dem, was inhaltlich genau passiert ist – es gilt: Wandel ist als positiv einzuschätzen und Stillstand ist eher unangenehm. Womöglich liegt es in der bloßen Natur des Menschen, die sich an das Bestehende klammert und sich vor Neuem scheut. Wer diese grundsätzliche Angst überwindet, gilt immer als respektabler Gewinner. Außerdem lehrt uns bereits die Renaissance: Erneuerung ist erstrebenswert. Wer sich und andere aber rein …

Mixtape_Alles auf Anfang

Mixtape | Alles auf Anfang

Veränderungen gehören zum Leben, wie das morgendliche Zähneputzen. Trotzdem war ich nie wirklich ein Fan davon. Wieso den sicheren bequemen Hafen, in dem man herumschippert, aufgeben, um sich dem großen Unbekannten zu stellen? Warum die Geborgenheit des vermeintlich Heimischen hinter sich lassen, um als anonymer Niemand in einer Masse aus anderen zu verschwinden? Einsamkeit statt Liebe, Herausforderung statt Wertschätzung? Ohne mich! Zumindest bisher. Denn irgendwann kommt wohl bei jedem der Punkt, an sich dem der Schalter mit einem lauten Knall umlegt. Einfach so und man selbst kann im Nachhinein nicht einmal mehr sagen, wann es eigentlich passiert ist. Dann wird die Sehnsucht nach Neuem, nach dem einen großen Abenteuer mit einem Mal so prägnant, dass all unsere Synapsen Gefahr laufen, durchzubrennen. In solchen Situationen haben wir in der Regel zwei Möglichkeiten. Nummer eins wäre, den Impuls zu unterdrücken, bis all das innere Brodeln von alleine wieder versiegt. Das mag die einfache Version sein. Irgendwann sitzt man aber vielleicht da und blickt zurück auf einen ganzen Sack verpasster Chancen, die man nur aus schnöder Angst heraus …