Alle Artikel mit dem Schlagwort: Debatte

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Zurück zu den Wurzeln? Die Modewelt im Wandel

So sehr ich es sonst verteufle mein Dasein krank im Bett zu fristen – verdonnert zum Nichtstun, das Hirn irgendwo eingepfercht zwischen Triefnase, Kopfweh und Ohrenrauschen – so sehr kann ausgerechnet diese zwangsverordnete Ruhe dazu führen, dass man sich endlich wieder einmal ausgiebig mit Dingen beschäftigt, die man liebt, zu denen in letzter Zeit aber einfach viel zu wenig Zeit blieb. So fand ich mich an einem eisigen Dienstagnachmittag, eingerollt in die warme Decke ein Glas Tee neben mir plötzlich vorm Livestream der Dior AW18/19 Show wieder und stellte mir unweigerlich die Frage: Wieso, liebe Mode, habe ich dich in letzter Zeit eigentlich so sehr vernachlässigt. Aber von vorne: Das Leben ist nicht immer nur Sahneeis schlecken. Dessen wird man sich mit zunehmenden Heranreifen leider nur allzu deutlich bewusst. Wo früher lange Sommertage und durchtanzte Nächte waren, da schlägt man sich selbige auf einmal für den Job um die Ohren, um anschließend wahlweise abgeschlafft auf der Couch oder im sogenannten Freizeitstress zu landen, der einem trotzdem stetig das Gefühl vermittelt, die Liebsten kämen eigentlich viel zu kurz. …

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Rassismus oder Dummheit | Mira Duma, H&M und die Macht von Sprache

Bilder: instagram.com/miraduma 2018 ist praktisch noch keinen Monat alt, da reiht sich im Netz schon eine Debatte an die nächste. Ruhm, Verachtung und Hass liegen dabei so nahe beieinander wie nirgendwo sonst. Das durfte dieser Tage auch die russische Influencerin, Style-Ikone und Geschäftsfrau Miroslava, kurz Mira, Duma am eigenen Leib erfahren. Eine unbedachte Instagram Story kostet die Geschäftsführerin von Büro 24/7 jetzt vielleicht sogar die Karriere. Alles übertrieben? Man möchte doch eigentlich nur noch den Kopf schütteln und den gesunden Menschenverstand in Frage stellen. Kaum zwei Wochen ist es her, das H&M aufgrund eines Pullovers mit der Aufschrift „Coolest Monkey in the Jungle“ bis zum Hals im Shitstorm steckte, da schlägt Influencerin und Stil-Ikone Mira Duma exakt in die gleiche Kerbe. Ja, kann man denn wirklich so dämlich sein? Auslöser der jüngsten Netzdebatte war eine Instagram Story von Frau Duma, in der sie sich eigentlich für einen Strauß Rosen bedanken wollte, den Designerin Ulyana Sergeenko ihr zukommen ließ. Soweit so unbedeutend. Wäre da nicht die dazugehörige Note mit ins Bild drapiert gewesen, auf der gut …

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Debate | G20 – Die Hölle war abszusehen

Editor’s Note: Der Beitrag zum G20 Gipfel mag zunächst ein ungewohntes Thema hier auf dieser Seite sein. Doch beschäftigen sowohl Lola, als auch ich uns nicht nur mit den schönen Dingen des Lebens. Das Interesse an Politik und Gesellschaft gehört spätestens seit dem Studium als fester Teil zu mir. Ich habe selbst schon auf Demonstrationen gestanden und laut meine Meinung skandiert, ich engagiere mich seit Jahren feministisch und bin mit meiner manchmal radikalen Einstellung zu verschiedenen Punkten auch schon mehr als einmal angeeckt. Das alles ist wichtig, das alles ist gut. Dialog – egal ob sachlich leise oder laut streitend – bildet erst die Basis, auf der Neues Entstehen kann. Was in Hamburg gerade passiert, geht uns alle etwas an. Die Ereignisse markieren einen gesellschaftlichen Wandel, der schon lange unterschwellig brodelt und den wir endlich nicht mehr länger ignorieren dürfen. In vielerlei Hinsicht. Aus diesem Grund launchen wir hiermit offiziell die Rubrik Debate, in der wir solchen Themen ab sofort in regelmäßigen Abständen angehen und diskutieren wollen. ——————————————————————- Ich sitze im Zug von Berlin zurück nach Frankfurt, scrolle durchs Netz …

Killed my mother

Think Aloud | Die Ehe für alle. Liebe all Over

Bild: I Killed my Mother (Regie: Xavier Dolan) Sie ist beschlossen, die “Ehe für alle”! Heute Vormittag beschloss der Bundestag in einer ersten Abstimmung mit eindeutiger Mehrheit von 393 Stimmen das Ja für die gleichgeschlechtliche Ehe. Ein wichtiger, historischer Schritt, der gleichzeitig deutlich macht, wie viel trotzdem noch immer im Argen wird. Führt man sich einmal vor Augen, dass noch bis vor knapp 50 Jahre Homosexualität als Krankheit galt, die mit Elektroschocktherapie zu heilen versucht oder sogar direkt gesetzlich geahndet wurde. Ein Prinzip, das in vielen Teilen der Welt leider noch heute Gang und Gebe ist. Man muss sich das einmal vor Augen führen: Menschen werden verfolgt und diskriminiert, weil sie jemanden lieben. Um nichts anderes geht es hier. Wen interessiert schon das jeweilige Geschlecht dahinter. Heterosexualität ist ohnehin nichts anderes, als ein tradierter Mechanismus, eingeschrieben ins kulturelle Gedächtnis, dessen hegemoniale Position daraus resultiert, dass viele sie für gegeben ansehen, ohne ihre Richtigkeit zu hinterfragen. Anders ausgedrückt: 2017 ist Modell Vater, Mutter, Kind in vieler Hinsicht überholt. Es gibt Patchworkfamilien, Paare, die in sogenannter wilder Ehe …

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Berlins modische Kampfansage. Die Realität darf nicht ausgeblendet werden

Die Welt ähnelt einem Schlachtfeld. Zumindest, wenn es nach der Mode geht. Tarnmuster all over, Rüstungsähnliche Oberteile aus Step, wie wir sie just bei Dior sahen und sonst eigentlich eher vom Fechten kennen, die Rückkehr der Businessfrau mit überbreiten Schultern und ihre Absage an eine Weiblichkeit, die beschützt werden muss. Kurzum: Es geht drunter und drüber im Staate Dänemark… äh halt, das war ja Shakespeare. Aber auch Hamlet rüstete sich einst zum Kampf gegen die intriganten Machenschaften seines Onkels. Zwar geht es an unserem gesellschaftlichen Hofe derzeit weniger darum, dass der eigene Onkel uns zugunsten des Throns aus dem Weg haben will, die komischen Verwandten, die wir lieber weiterhin verdrängt hätten, kommen aber durchaus mittlerweile aus allen Ecken und Winkeln gekrochen. Im Gepäck ein ziemlich lauter Herrschaftsanspruch. In den USA ist der Thron schon besetzt. In Frankreich und Deutschland machen sich die Schwippschwager nun daran, es gleich zu tun. Doch auch außerhalb des westlichen Kosmos, wo Geld noch immer die größte Sprengkraft zu haben scheint, geht es nicht weniger vernichtend. Da toben erbitterte Kriege um Territorien und …

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Think Aloud | Von Trend-Shirts und verlorener Exklusivität

Bilder: Instagram – @Carodaur | @mariejedig | @chiaraferragni | @pandorasykes | @lindatol_ | @pernilleteisbaek Liebe Modelwelt, manchmal möchte ich, bei aller Liebe, die uns beide sonst verbindet, über dich einfach nur den Kopf schütteln. Sicher, Maß kanntest du noch nie so wirklich und das hast du im Prinzip auch gar nicht nötig. Aber ein schlichtes T-Shirt für satte 690 Euronen? Ich bitte dich…! Aber fangen wir von vorne an: Vor knapp zwei Wochen stolperte der kurze, zufällige Plausch mit einem alten Freund auf der Straße über ein T-Shirt aus dem Hause Gucci. Ein sehr angesagtes T-Shirt. Auf dem ein oder anderen Instagram-Account war es mir auch schon begegnet, nur hatte ich es bis dahin noch gar nicht so wirklich als It-Piece wahrgenommen. Im Nachhinein resultierte das wohl vor allem aus meiner selbst auferlegten Social Media-Abstinenz während der Feiertage. Nachdem nun aber besagter Freund, der ebenfalls sehr modeaffin ist, das gute Stück erwähnt hatte, lächelte es mir mit einem Mal von überall entgegen. Alle namhaften “Influencer” schienen längst damit ausgestattet und auch die einschlägigen Zeitschriften konnten gar nicht …

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Think Aloud | Die Delle im Blick. Was Lena Dunham und die Glamour uns vor allem zeigen

Lena Dunham und die Frauenzeitschrift Glamour. Unterschiedlicher lässt es sich eigentlich nicht über den weiblichen Körper sprechen. So zumindest bisher meine allgemeine Ansicht. Aber siehe da, manchmal gehen sogar Brokkoli und Schokolade zusammen, oder besser gesagt: Cellulitis und das Cover eines Frauenmagazins. Es ist etwas im Gange, was die Inszenierung des weiblichen Körpers betrifft. Allein im letzten Jahr gab es ausgiebig Gelegenheit bestehende Körperbilder zu diskutieren und sich zunehmend für andere Perspektiven zu öffnen. Das haben wir unter anderem auch hier, hier und hier getan. Trotzdem stehen wir in der Debatte um mehr weibliche Diversität in den Medien und jenseits davon noch immer relativ weit am Anfang. Viel zu oft müssen Frauen jenseits Kleidergröße 34 abschätzige bis verletzende Blicke und Kommentare einstecken. Vor allem in der Anonymität des Netzes scheint die Hemmschwelle für Gehässigkeit sehr gering. Aber auch den analogen Alltag sollte man bei Weitem nicht unterschätzen. Da sollten wir uns nichts vormachen. Eine, die seit jeher gegen diese normierte Engstirnigkeit angeht, ist die von uns viel gelobte und zitierte Lena Dunham. Mit klaren Worten …