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Outfit | Mohnblumen im Juli

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Oder sollte ich lieber festhalten: “Kornblumen im Juli”? Wie dem auch sei, wenn die Fashion Week in Berlin vorbei zieht, geht ein geflüstertes, aber doch gut hörbares Aufatmen durch die Reihen der Redaktionen, Journalisten, Blogger, Influencer – und ja, auch der PR-Agenturen. In der vergangenen Woche ging meine erste Fashion Week auf der anderen Seite über die Bühne, eine Premiere hinter den Kulissen von Shows und PR. Bisher war ich immer selbst für die Berichterstattung für (damals) Supreme Mag und natürlich auch habits vor Ort gewesen, sah eine Vielzahl von Präsentationen, interviewte Designer vor den Shows und tippte Artikel über Artikel. Dieses Mal aber erlebte ich das Spektakel aus der gegenüberliegenden Perspektive, sah welche unsichtbaren Fäden in der Hand gehalten werden mussten und was es bedeutet, solch ein Event vor- und nachzubereiten. Trotz alledem wurden die Abende nach Feierabend gerne doch immer länger, ob nun dank den fulminanten Präsentationen von Odeeh und William Fan oder Sundowner und Party. Da das übliche Tagesgeschäft natürlich dennoch gewuppt werden musste, war diese Modewoche für mich wohl die intensivste seit jeher.

Wie ich schon in meinem Fazit zur Fashion Week im Januar bemerkte, wird einem in diesen wenigen und so komprimierten Tagen meist bewusst, wie unangenehm diese Blase aus Lifestyle und propagiertem Modetum teilweise doch sein kann. Ohne Frage, mein Herz schlägt für nichts höher als für die Stichworte Designer, Trends und Materialität und wie eben jene von der Gegenwart beeinflusst werden und diese wiederum beeinflussen. Auf so manchen Habitus der Branche könnte ich allerdings gerne verzichten, auch das ist klar.

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Ein weiteres Fragezeichen, das in jenen Tagen über meinem Kopf aufploppt, ist das nach der eigenen Bedeutung und Bedeutungslosigkeit. In einer Blase aus so vielen talentierten und / oder zumindest wirklich am Kern der Mode verankerten Menschen, ist die Gefahr dann nicht groß, im Meer der Bedeutungslosigkeit schnell wieder abzutauchen? Oder mit den Worten von Sylvia Plath im Gedicht Mohnblumen im Juli gesagt: “Ich halte meine Hände über Feuer. Nichts brennt.” Diese Fragen nach der eigenen Gabe, dem Können, auch Glück und Zukunft sind zugegeben verhängnisvoll und drückend – aber ja, sie sind nun einmal, sie existieren, hin und wieder. Etwas habe ich in den vergangenen Wochen aber auch gelernt: Die nötige Portion Coolness schützt vor derlei Fragen in extrem kritischen wie auch undenkbar fantastischen Zeiten.

Das Allerschönste nach der Fashion Week? Die manchmal angestrengte Modeklamotte ablegen und Alltime Favourites angezogen. Da passt natürlich nichts besser als ein sportlich angehauchtes Zip-Shirt in Kornblumen-, ähm Pardon – Navyblau, Jeans und eine lässige Bomberjacke in Statement-Farbe. Ciao Fashion Week, und see you soon.

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Bomberjacke – Acne Studios | Zipper Shirt – Ganni | Turtle Neck – COS | Mom Jeans – Monki | Schuhe – COS | Ear Cuff – Bukkehave

Kategorie: Look, Outfits

von

Lola Fröbe

Das Köpfchen voller Mode – und dennoch Köpfchen? Eine Selbstverständlichkeit für die Dame, die seit jeher einen Hang zur Polarität kultiviert. Girlpower und Understatement sind die partners in crime. Lola kann sich mit den aktuellen Ready-To-Wear-Kollektionen ihrer skandinavischen und französischen Idole genauso stundenlang zufrieden aufhalten wie im Buchladen um die Ecke. Das Fräulein liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und schmissige Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.

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