Look, Outfits
Schreibe einen Kommentar

Outfit |”Hängerchen” around

Laura_Maxidress rose_05

Ohne das Slip-Dress geht im Moment nichts. Seit dem Sommer verfolgt uns das feine Kleidchen mit den mindestens noch feineren Trägern hartnäckig in den Trend Specials und fühlt sich vor allem dann wohl, wenn es mit Rollkragenpullover oder T-Shirt darunter kombiniert wird. Grunge lässt grüßen – zumindest im weitesten Sinne – und als überzeugtes Kind der 90er, ist es praktisch meine Pflicht, dem klopfenden Herzen angesichts dieser Modekapriole zu folgen. Gesagt, getan. Mittlerweile kuscheln in meinem Schrank gleich ganz vier der hübschen Teile miteinander. Mein liebstes davon ist aber ausgerechnet eines, das ich anfangs gar nicht so wirklich wollte. Lasst mich kurz ausholen:

Vor ein paar Wochen klickte ich mehr wahllos als konkret im Onlineshop von Zara herum auf der Suche nach einem schmucken Samtkleid im Lingeriestil. Gerade als besagtes Objekt der Begierde in den Warenkorb gewandert war, blitze im Augenwinkel noch ein anderes Schätzchen auf. Nudefarben mit Spaghettiträgern und ganz meinem Faible gemäß in Maxi-Länge. Einziger Knackpunkt: Der Saum war asymmetrisch. Buh! Dem hatte ich seit den frühen 2000ern nämlich wirklich abgeschworen, etwaige Teenie-Fotos rieten mir, es sei besser so. Doch was Entscheidungen angeht, ist der Mensch nicht gerade der konsequenteste Fisch im Teich und man sollte eben niemals nie sagen. Kurzerhand landete auch Slip-Dress Numero deux im Warenkorb.

Laura_Maxidress rose_03

Ob ich das Samtkleid behalte, weiß ich knapp zwei Wochen noch immer nicht so wirklich. Ausgerechnet beim eher impulsartig georderten Dress war die Liebe auf den ersten Blick dafür umso packender. Nachdem das unnötig mitgeliefert, weil festgesteppte Shirt im Bikerstyle erst einmal abgetrennt war, konnte nichts mehr meine Leidenschaft halten. Und wer hätte gedacht, dass gerade die Asymmetrie am Saum die Sache am Ende rund macht, sorgt sie doch für Dynamik, wo sonst eher Statik herrscht.

Seitdem wird das Kleid getragen, wo nur es nur möglich ist. Lange habe ich mich in einem Textil nicht mehr so pudelwohl gefühlt. Das könnte durchaus auch daran liegen, dass sich der feine Stoff auf der Haut anschmiegt, als wäre es gar nicht da.

Und so wurde auch das eigentlich todernste Fotoshooting kurzerhand zur wilden Kletterpartie. Erwachsensein muss man schließlich oft genug und, wenn ich schon optisch in die Vergangenheit zurück husche, kann mich ruhig auch der Kopf auf die kleine Reise begleiten. Es kann nämlich ungemein befreiend sein, sich selbst und all den Trubel um sich herum einmal nicht so ernst zu nehmen. Steuererklärung, E-mails, Konzepte, das alles wartet morgen auch noch. Heute tobe ich mich lieber in bester Pippi Langstrumpf-Manier auf und entdecke endlich einmal meinen inneren Rebell wieder.

Laura_Maxidress rose_08Laura_Maxidress rose_02

Slip Dress – Zara (ähnliches hier, hier und hier) | Rollkragenpullover – H&M (ähnlicher hier und hier) | Sneakers – adidas via Zalando | Tasche – & other Stories (ähnliche hier und hier) | Lippenstift – Topshop

Bilder: Robin Schmerer

Kategorie: Look, Outfits

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *