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Outfit | Big in Japan

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Neben meiner ausgeprägten Seelenruhe gibt es eine Sache, die mir mein Vater für das Leben mit auf den Weg gegeben hat: meine musikalische Prägung. Seit ich denken kann, reiht sich in unserem Haus Schallplatte an Schallplatte und Tonband an Tonband und seit ich mich mit meinen 14 oder 15 Jahren dafür zu interessieren schien, wurde ich einer gewissenhaften Schule unterzogen. Man legte Wert auf die richtige Unterweisung – denn wer auf diese Schallplatten vor langer Zeit nur Zugriff hatte, weil er als Seemann auf einem Frachtschiff arbeitete und so die DDR in Richtung Singapur und Japan verlassen konnte oder sich die Aufnahmen auf den Tonbändern mühsam im Westradio mitschnitt – der möchte diese Leidenschaft gerne weitergeben. Doch so sehr mein Vater damals als junger Mann den Schallplattenmarkt sondierte, eine einzige Schallplatte schaffte es niemals in seinen Besitz: Big in Japan seiner so geliebten Band Deep Purple. Deswegen stellte diese Platte wohl immer so etwas wie einen Heiligen Gral da, die goldene Farbe des Covers war hier also überaus passend. Ich erinnere mich nicht mehr in allen Einzelheiten daran, wie wir darauf zu sprechen kamen, sondern lediglich an meinen Kopf, der zu arbeiten begann und zur logischen Konsequenz gelangte, dass ich ihm diesen Longplayer schenken würde.

Als ich wenige Wochen später tatsächlich mit der – zugegeben inzwischen in jedem gut sortierten Schallplattenladen erhältlichen – Schallplatte vor ihm stand, hatte ich den sogenannten Coup seines und auch meines Lebens gelandet. Ich glaube, die Platte zählt bis heute zu seinen liebsten und sobald ich an “Japan” denke, gelangt auch immer ein Gedanke dorthin zurück in die Vergangenheit.

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Es ist also nicht verwunderlich, dass ich bei dem derzeitigen Trend rund um japanische Prints, Schnitte und Codes an ein Rockalbum der 70er Jahre denken muss. Der Hype um Fernost ist in der Geschichte der Mode nichts Neues, schon im 19. Jahrhundert und auch im zurückliegenden Jahrhundert gab es immer wieder Phasen, in denen sich die westliche Gesellschaft mitsamt ihrer Hoch- und Popkultur zu den Ländern der aufgehenden Sonne hinwandte.

Nicht nur die Satintasche von Sandro ist von Japan inspiriert, sondern auch das ausladende Oberteil mit Glückskeks-artiger Schnittführung. Für den Alltag breche ich das Ganze gerne mit einer lässigen Mom Jeans und werfe mir meinen geliebten Mantel von Ganni über. Et voilá – ein Look für mildere Tage unter grünen Bäumen.

Mantel – Ganni (ähnlicher hierhier) | Oberteil – COS (ähnliches hierhier) | Mom Jeans – Monki (ähnliche hier) | Schuhe – &other Stories (ähnliche hier) | Tasche – Sandro

Kategorie: Look, Outfits

von

Lola Fröbe

Das Köpfchen voller Mode – und dennoch Köpfchen? Eine Selbstverständlichkeit für die Dame, die seit jeher einen Hang zur Polarität kultiviert. Girlpower und Understatement sind die partners in crime. Lola kann sich mit den aktuellen Ready-To-Wear-Kollektionen ihrer skandinavischen und französischen Idole genauso stundenlang zufrieden aufhalten wie im Buchladen um die Ecke. Das Fräulein liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und schmissige Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.

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