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Mixtape | Wie ein pubertärer Gefühlsflashback

Pünktlich zum Start ins Wochenende gibt es von uns natürlich auch dieses Mal wieder die geballte Ladung Musik auf die Ohren… und das ist, was die Zusammenstellung angeht, für mich tatsächlich gar nicht so leicht, wie mancher denken mag. Denn während Lola diejenige von uns beiden ist, die sich in Sachen Musik richtig auskennt und über die neueste Neuerscheinung schon Wochen vorher Bescheid weiß, stapfe ich mehr als intuitive Hörerin durch, die ohne den musikalischen Geist ihrer herzallerliebsten Lola und des persönlichen Musiker-Herzmannes wohl tatsächlich ziemlich aufgeschmissen wäre. Vor allem Letzterer hat mich über die Jahre faul werden lassen. Schließlich bekomme ich durch ihn alles Hörenswerte nicht nur sozusagen in fein portionierten Häppchen auf dem Silbertablett gereicht, ich kenne auf diesem Planeten wohl auch niemand anderen, der so sehr für und durch Musik lebt, wie dieser Mann. Da stellt sich mir manchmal schon ernsthaft die Frage, wie dieser Kerl eigentlich an einen solchen Musik-Rookie, wie mich, geraten konnte, der nicht nur regelmäßig durch Unwissenheit, sondern auch noch eine tiefe Leidenschaft für links angehauchten, schrillen Feministinnen-Elekto-Postpunk und überproduzierte Dosenmucke hegt. Selbst der herzallerliebsten Lola blieb dieser Tick über die Jahre nicht verborgen und so hat es sich die Dame inzwischen mindestens genauso wie mein Herzmann zur Aufgabe gemacht, die Seelenschwester nicht ganz musikalisch verkommen zu lassen. Ich zahle das Ganze dann übrigens in Literatur zurück. Denn, hey, jeder braucht doch schließlich sein höchst persönliches Steckenpferd… und was das geschriebene Wort betrifft, lass ich mir so schnell nichts vormachen.

Aber manchmal, sehr sehr selten, da schaffe ich es dann auch mal die Nadel im Heuhaufen zu finden und Lola etwas durchs Netz rüberzuschicken, in das sich ihr Gehör sofort verknallt. So geschehen bei O Mer, der nicht ohne Grund als der nächste James Blake gefeiert wird. Die Ähnlichkeit ist wirklich verblüffend. Gepackt hat der Herr Lola und mich mindestens genauso wie der echte Mr. Blake. Schluss jetzt aber mit den Worten, bei Musik geht es schließlich ums Hören… und hier kommt es ein kunterbuntes Mixtape mit allen emotionalen Höhen und Tiefen. Beinahe so, wie ein tonaler pubertärer Flashback – frei nach dem Motto: Weniger denken mehr fühlen!


Melody´s Echo Chamber | I Follow You


O Mer | Blind


Chromatics | Girls Just Wanna Have Some


Petite Meller | Backpack


Arcade Fire | Reflektor


Missy Elliot | WTF (Where They From) ft. Pharrell Williams


Dolores Haze | Touch me


Schnipo Schranke | Pisse


Sallie Ford & the Sound Outside | I swear

Kategorie: Culture, Listen

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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