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Mixtape | Take Care Of Business

habits_angel-olsen

An manchen Tagen stehen alle Zeichen auf Retrospektive. Da kann es vorkommen, dass da auf der Bühne vor einem an einem lauen Spätsommerabend ein Künstler steht, den man vor ziemlich genau drei Jahren schon einmal in der gleichen Stadt gesehen hat – und schon hängt der Kopf im Wolkenreich der Erinnerungen. Meist bleibt es nicht nur allein dabei, denn es liegt in der Natur des Menschen, Vergleiche zu ziehen. Das Damals mit dem Jetzt abzuwägen, zu Analysieren, was sich seitdem verändert oder nicht verändert hat und was überhaupt alles passiert ist. Meist gilt der als erfolgreich, dessen Leben sich in besonders großem Maße um die eigene Achse gedreht hat. Ganz unabhängig von dem, was inhaltlich genau passiert ist – es gilt: Wandel ist als positiv einzuschätzen und Stillstand ist eher unangenehm.

Womöglich liegt es in der bloßen Natur des Menschen, die sich an das Bestehende klammert und sich vor Neuem scheut. Wer diese grundsätzliche Angst überwindet, gilt immer als respektabler Gewinner. Außerdem lehrt uns bereits die Renaissance: Erneuerung ist erstrebenswert. Wer sich und andere aber rein über den Grad der Veränderung definiert, läuft Gefahr, das wesentlich und individuell Wichtige aus dem Blick zu verlieren: Nämlich die Frage – Was möchte ich (noch) vom Leben und was tut mir (gerade) gut? Manchmal ist auch Beständigkeit exakt das Richtige, manchmal hingegen auch der tiefe Einschnitt.

Mein Leben persönlich hat sich in den vergangenen drei Jahren so sehr verändert, wie wahrscheinlich noch nie zuvor, und auch ich selbst habe mich verändert. Genau das ist mir in eben jeden Momenten während besagtem Konzert bewusst geworden. Die Veränderung war genau richtig und das, wonach ich ganz von allein gestrebt habe. Seit einigen Monaten bewege ich mich allerdings in recht geordneten Bahnen, obwohl immer noch sehr viel geschieht. Auch das ist gut, denn genau das möchte ich an diesem Punkt in meinem Leben und genau das kann gerne auch so weitergehen. Worauf ich hinaus möchte: Wir sollten mehr auf uns selbst hören und uns auch einmal das Recht herausnehmen, egoistisch zu sein – für uns selbst – anstatt nur darauf zu achten, was an der Oberfläche richtig scheint.

In diesem Sinne: Look behind – and take care of business.


Angel Olsen – Shut Up Kiss Me


Jakko Eino Kalevi – Uu Uu Uu


Gurr – Walnuts


Beatsteaks vs. Dirk von Lowtzow – French Disko


Mac DeMarco – Ode To Viceroy


Metronomy – 16 Beat


Francis Lung – Back One Day & Where Life Comes to Live


Alex Cameron – Take Care Of Business


Mikhael Paskalev – I Spy


Sean Nicholas Savage – Promises

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