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Mixtape | Old Skool

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Huch. Inzwischen sind fast zwei Wochen ins Land gegangen, ohne dass ich hier auf habits etwas habe von mir hören lassen. Der Grund dafür ist weder Schreibfaulheit oder Inspirationslosigkeit, sondern schlicht ein zu eng bestückter Terminkalender. Denn wenn es da oben, unten und zu beiden Seiten an To-Do’s hervorquillt, dann ist vor oder nach Feierabend und den üblichen After Work-Aktivitäten beim besten Willen keine Zeit mehr, um noch etwas Produktives und Kreatives hervorzubringen. Tagsüber powern, powern und nochmals powern – und zwar Tag für Tag – das lässt leider nur schwerlich mentalen (und manchmal auch physischen) Spielraum, auch wenn es solche Herzensangelegenheiten wie habits sind.

Auch wenn ich mich hier gerade nicht so oft blicken lasse, bin ich doch nicht vom Erdboden verschluckt, Im Gegenteil, ich nehme doch am gesellschaftlichen Leben teil, auch wenn mir das mitunter allzu gerne einfach gestohlen bleiben könnte. Gerade die schöne Modewelt – die ich so sehr liebe, von Herzen und mit voller Passion – gerade diese schillernde Welt ist oft doch Anlass für Stirnrunzeln, Verwirrung oder Wut. Und da fängt es schon bei den Basics an. Manchmal bin ich mir nämlich nicht sicher, ob es nun an mir liegt oder alle um mich herum tatsächlich diverse Formen und Ausdrucksweisen von Freundlichkeit und Respekt versäumt, verträumt, versonnen, vergessen oder verloren haben. Ich meine, sehe ich das Ganze mit den Anstandsformen zwischenmenschlicher Interaktion vielleicht zu eng, zu altmodisch? Andererseits wird ja wohl ein „Hallo“ oder auch nur ein schlichtes Nicken als Zeichen gegenseitiger Wahrnehmung und Anerkennung nicht zu viel verlangt sein. Wie dem auch sei, in letzter Zeit ist mir in Berlin (vor allem auch im Berlin der Mode und Kunst) eine doch recht unangenehme Art von fehlender Freundlichkeit untergekommen. Inzwischen wundere ich mich sogar gar nicht mehr darüber, weil der Umgang hier heutzutage wohl einfach so aussieht.

Ich frage mich nur, wo das herrührt. Haben unsere Eltern versäumt, uns etwas mit auf den Weg zu geben? Ist es wirklich eine zu starke Selbstbezogenheit oder vielleicht doch eher Faulheit, Angst oder Unsicherheit? Sind wir heute überhaupt noch dazu bereit, einer anderen Person in unserem Handeln Anerkennung entgegenzubringen, wenn wir dafür über unseren eigenen Schatten springen müssen? Schließlich ist es doch so bequem in unserer „Comfort Zone“. Beschäftigen wir uns in Zeiten von Instagram und Snapchat so oft mit uns selbst, dass wir den Blick für Andere verloren haben? Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus alledem und im Einzelfall verschieden.

Eines weiß ich nur ganz sicher: Ich plädiere für mehr Höflichkeit, denn die ist nicht nur „Old Skool“, sondern auch einfach nett.

In diesem Sinne: Happy Friday!


Splashh – All I Wanna Do


She Wants Revenge – Tear You Apart


Me And My Drummer – Gun


Kate Tempest – Europe Is Lost


ABRA – Cry Baby


Jamila Woods – Blk Girl Soldier


Masha Qrella – Don’t Stop The Dance


Beagles – My Neighbor Is A Drug Dealer


Metronomy – Old School

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