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Mixtape | Das Unglück muss zurückgeschlagen werden

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Bisher dachte ich immer, Scheitern wäre ein fester Punkt auf einer Zeitachse. Ich war der Meinung, das Scheitern an sich könnte man immer einem eindeutig definierten Ereignis zuordnen. Der Kollaps kommt und im gleichen Augenblick ist einem klar – man ist gescheitert. Schließlich ist ein Misserfolg doch über alle Zweifel erhaben, so wie bei einer nicht bestandenen Prüfung oder wenn man bei einem Turnier verliert. Diese Woche habe ich allerdings erkannt, dass Versagen auch eine Entwicklung sein kann. Den Prozess bekommt man manchmal gar nicht wirklich mit, bis er einen von hinten umrennt und man fällt. Selbst der freie Fall lässt sich noch ausblenden, der Aufschlag tut irgendwann aber sicher weh. Doch wenn das Scheitern auch ein Vorgang sein kann, kann man dann zwischendrin womöglich sagen, man sei derzeit zu 63 Prozent gescheitert? Und morgen können es dann zwei oder 20 Prozent mehr oder auch weniger sein? Ab wann gilt Scheitern dann als definitiv?

Scheitern ist heutzutage ja eher verpönt. Man scheitert lieber nicht und wenn doch, dann redet man nicht darüber. Aus diesem Grund sind wohl auch meine Aussagen relativ vage. Fakt ist, ich habe in den vergangenen Tagen festgestellt, dass ich zu 50 Prozent versagt habe, seit wenigen Wochen. Eigenes Verschulden ist da eher weniger im Spiel und das Ganze hat immerhin auch rein gar nichts mit Liebe oder Emotionen zu tun (auch wenn das heutige Mixtape den Eindruck erwecken könnte). So weit, so gut – mit dem Gesicht am Boden klebte ich dann dennoch, als mich die Einsicht einholte. Dort verweilte ich für einen Tag und lief mit düsterem Gesicht durch die Straßen Berlins, bis ich mich auf meine Arme stemmte und heraushob. So plump das klingt, aber das Entscheidende am Versagen ist doch das Weitermachen. Das Trübsal gehört abgelegt, stattdessen sollte man schätzen, wie weit man bis jetzt schon gekommen ist. Ich bin 25 Jahre jung, nach Adam Ries liegt also immer noch mehr vor mir als hinter mir.

Zum Aufstehen braucht es dann manchmal aber doch ein wenig mehr Stoßkraft. Genau da wird das richtige Mixtape zum Drahtzieher. Meiner Meinung nach hilft ein Mix aus guten alten Indie-Hits und neueren Lieblingssongs immer noch am besten, vor allem wenn sie etwas mit Ende oder Neubeginn zu tun haben. Oder aber in anderem Sinne Mut machen und sei es nur, weil man mit ihnen Erinnerungen verbindet. Der letzte Song dieser Playlist ist übrigens für alle Pflicht – nicht nur, weil „Heroes“ DER Song aus dem großartigen Film „The Perks Of Being A Wallflower“ ist, sondern ein immer wahrer Klassiker.


The Cure – Boys Don’t Cry


Arctic Monkeys – When The Sun Goes Down

We Used To Be Friends von The Dandy Warhols auf tape.tv.


Coldplay – Don’t Panic


The Shins – New Slang


Tocotronic – Drüben auf dem Hügel


Amy Winehouse – Tears Dry On Their Own


Lykke Li – I’m Good, I’m Gone


Lorde – Royals


Missy Elliott – WTF (Where They From)


Magic Island – Baby Blu


O Mer – Now I’m Alive


Say Yes Dog – A Friend


David Bowie – Heroes

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