Look, Outfits
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MBFWB | Outfit Tag 1 – Von Mützen und anderen modischen Fragezeichen

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Der offizielle erste Tag der Mercedes Benz Fashion Week Berlin war für mich eigentlich bereits der zweite. Schließlich habe ich mich gestern auf der ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil schon einmal theoretisch mit der Materie auseinandergesetzt – und das wirklich in vollen Zügen genossen! Mein Resümee zur Veranstaltung gibt es heute übrigens auf Fräulein Magazin online zu lesen. Den Artikel findet ihr hier. Doch auch zum offiziellen Startschuss der Berliner Modewoche ging es für Lola und mich zunächst mit Side-Events weiter. Nachdem ich mich am Vormittag zunächst alleine bei dem Redken-Brunch in die Welt von Haarpflege und Beauty gewagt habe – ein Terrain, auf dem Lola sonst definitiv versierter ist, als ich – ging es für uns beide am Nachmittag endlich wieder vereint weiter zum ZALON Mode Zalon Pop-up Store. Die Online-Stylingplattform aus dem Hause Zalando hat sich über den Zeitraum der Fashion Week ganz analog und direkt greifbar in einem Store niedergelassen, wo auch die neugierige Spontan-Kundin, sich von den Stylistinnen den ein oder anderen Trick verraten lassen kann. Zum Konzept dahinter aber demnächst mehr.

Vielleicht wäre ich heute Morgen, als ich mich – wieder einmal viel zu spät dran – in Schale geschmissen habe, gut beraten gewesen, wenn ich selbst einmal schnell bei den Damen vorbeigeschaut hätte. Denn irgendwie war stimmungsmäßig bei mir heute einfach der Wurm drin. Es gibt diese Tage, da stehst du auf, greifst beinahe intuitiv etwas aus dem Schrank und hast beim prüfenden Blick in den Spiegel das Gefühl endlich einmal auf Anhieb alles richtig gemacht zu haben. Nur um dich bereits zehn Minuten später (und natürlich außerhalb des Hauses) zu fragen, was zum Teufel du dir dabei eigentlich gedacht hast. Denn Hand aufs Herz: Gerade während der Modewoche ist ein gutes Outfit meist schon die halbe Miete, geht es doch vornehmlich um genau diese Textilien, in die wir uns tagtäglich hüllen. Äußerlichkeiten werden da schnell zum obersten Gebot und man sich selbst oft genug zum größten Kritiker. Du kannst dich im Alltag sonst so stilsicher fühlen, wenn du dich in einem Schmelztiegel aus gut gekleideten Menschen bewegst, wirst du immer an dir etwas zu mäkeln finden – und wenn du klein bist, meide Turnschuhe in der Modemeute. Du wirst dir definitiv wie ein Zwerg vorkommen. Immerhin hat mein geliebter Kunstfellmantel von H&M Trend das in der Breite wieder wett gemacht.

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Dabei waren es am Ende gar nicht mal so sehr die Turnschuhe, als vielmehr mein mutiger Griff zur Kopfbedeckung, der mich heute so manchen Nerv gekostet hat. Ich bewundere Frauen, die die Nummer mit Elbschiffermützen, Hüten und Co. knallhart durchziehen. Was auf der Straße noch halbwegs gut ging und maximal in der Kombination mit dem dicken Schal zu merkwürdigen Nackenverrenkungen führte, entpuppte sich für mich spätestens in geschlossenen Räumen als Ding der Unmöglichkeit. Kaum war ich durch die Tür hindurch, kam ich mir affig vor mit dem Ding auf dem Kopf. Und schneller als ich Mütze sagen konnte, war das eigentliche Highlight-Detail meines Outfits auch schon wieder in der Tasche verschwunden. Nicht dass diese Mütze ohnehin schon meine Freunde geteilt hätte, wie Moses seinerzeit das Meer. Von „sieht irgendwie komisch aus“, über Polizistin bis Stripper-Girl durfte ich mir schon einiges anhören. Der schönste Vergleich kam da noch vom Herzmann, der sich erkundigte, ob das Ding auf meinem Haupt in irgendeiner Weise John Lennon oder Helmut Schmidt Tribut zollen solle. Doch die übergeordnete Message war klar, die Mütze verstörte mein Umfeld und so zunehmend auch mich. Spätestens an diesem Punkt hätte ich mir eigentlich denken können, dass die Idee das Teil zu einem modisch relevanten Anlass auszuführen, schnell zum unüberwindbaren Minenfeld wird. Bin ich verwundet, vielleicht ein klein bisschen? Wird es die Mütze überleben: Definitiv! Denn auch wenn uns wohl auf ewig eine tiefe Hassliebe verbindet, ist eine kleine Irritation manchmal genau das, was es auf und vor allem auch im Kopf braucht!

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Kleid – ASOS (ähnliches hier) | Mantel – H&M Trend (ähnlicher hier) | Sneakers – adidas (Superstar II) | Ringe – H&M, ASOS | Mütze – modAS Bekleidung | Tasche – Mango, bereits ausverkauft (ähnliche hier) | Lippenstift – & other Stories

Kategorie: Look, Outfits

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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