Fashion, Introducing
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Labelwatch | The Sleeper

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Schlafanzug und Nachtwäsche auf der Straße? Das geht längst nicht mehr nur noch in Berlin Kreuzberg. Vor knapp einem Jahr entdeckte die Mode den Pyjama-Style für sich, seitdem präsentieren nicht mehr nur noch die Designer, sondern auch die bekannten Ketten Hemden, Kleider und Hosen, die wir bisher eher aus der Wäscheabteilung kannten. Ein Label, dass sich auf den Hype ums Nachtgewand sozusagen spezialisiert hat, ist The Sleeper. Gegründet 2014 von den beiden ehemaligen Redakteurinnen Kate Zubarieva und Asya Varetsa, bleibt die Marke sonst eher ein Mysterium. Von einem Versand aus der Ukraine ist die Rede, mehr lässt sich beim schnellen Blick über Website und Pressebereich nicht herausfinden. Trotzdem landete The Sleeper schnell auf dem Radar internationaler Modemagazine wie -liebhaber und steht seitdem für edle Teile aus feinster Baumwolle, Wolle und Seide. 100% Natur – verarbeitet in Handarbeit – verspricht der Onlineshop. Das funktioniert. Influencer rund um den Globus, darunter die obligatorischen Namen wie Leandra Medine, Veronika Heilbrunner, Mira Duma und Eleonora Carisi sind den Pyjamas, Morgenmäneln und Co. längst verfallen. Vor allem die schulterfreien Kleider haben es den digital und analog agierenden Damen angetan. Locker geschnittene Gewänder aus leichtem Leinen mit Rüschen und Knöpfen an den richtigen Stellen. Da treffen Aschenputtel und Hippiemädchen zum Game of Thrones gucken aufeinander, ein Clash der 2017 ganz wunderbar funktioniert. Was kann es schöneres geben, um das eigene Kopfkino anzukurbeln.

Auch ich schmachte dem blauen Modell schon seit einer Weile hinterher. Allein der Preis hält mich noch vom Kauf ab. Mit 250 Dollar für das schmucke Dress und 245 für den Basic-Pyjama, sind die Pieces von The Sleeper nämlich bei Weitem kein Schnäppchen. Und spielte ich nicht mit dem Gedanken, mein persönliches Hagenwollen-Objekt auf der Straße auszuführen, ich würde nie, niemals so viel Schotter für Nachtwäsche hinblättern. Aber da hin ich ohnehin mehr der Messietyp, also jene Kategorie Frau, die sich irgendwelche übergroßen T-Shirts oder ausgelatschte Pullover grapscht und sich in diesen im Bett einrollt. Auch ein Statement und mindestens in Berlin auch mindestens so straßentauglich.

Am Ende bleibt das Verhältnis von Preis, Nutzen und Schönheit auch dieses Mal wieder Ansichtssache. Für alle, die nicht unbedingt gewillt horrende Summen für den aktuellen Fashion-Trend auszugeben, dem sei geraten, Pyjamaoberteil, Lingerie-Dress und Co. einfach in der obligatorischen Wäscheabteilug zu kaufen. Fernab der Modeblase erkennen sowieso die wenigsten den Unterschied. Da wird man auch im offiziell für den öffentlichen Raum angedachten Hemd gefragt, ob man sich am Morgen vergessen habe, fertig anzukleiden.

 

Neben einer festen Kollektion aus sogenannten Basics, var

Kategorie: Fashion, Introducing

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Was für die einen nach Schizophrenie par exellence klingt, ist für diese Dame ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Lookbooks Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücherläden und (skandinavische) Mode sind ihre Schwäche, Filme und Kultur das Terrain auf dem sie sich zuhause fühlt. Die Frankfurterin mit der tiefen Liebe zum Berliner Leben redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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