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Girlpower-Interview | Jules von Herz & Blut

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This goes out to all the girls! Wir starten eine neue Interviewreihe auf habits, die sich all den talentierten und selbstbewussten Frauen da draußen widmet. Laura und ich wundern uns immer wieder, was für wunderbare Damen uns umgeben und wir immer und immer wieder kennenlernen dürfen. Das sind allesamt echte Grrrrls, die ihre Träume zur Realität machen, wahre Wunder auf die Beine stellen und sich von nichts und niemandem entmutigen lassen. Dass so ein Herzprojekt, sei es nun ein eigenes Label, Magazin, Blog oder eine Chefposition, keineswegs immer ein reines Vergnügen ist, sondern vor allem sehr viel harte Arbeit und Selbstdisziplin bedeutet, wird gerne allzu oft vergessen. Gerade in einer Gegenwart, in der es Frauen trotz aller Errungenschaften immer noch sehr viel schwerer als Männer haben, rufen erfolgreiche Frauen meist nur Unverständnis, Angst oder ein müdes Lächeln hervor – wenn ihnen obendrein nicht noch Verbitterung, Überheblichkeit oder andere schlechte Charaktereigenschaften vorgeworfen werden. Aus diesem Grund rufen wir unsere Girlpower-Serie ins Leben und interviewen ab sofort regelmäßig ganz und gar fantastische Girlbosses zu ihren Projekten, Träumen, Strategien gegen den Blues und ihrem Alltag.

Wer den Anfang macht, war Laura und mir bereits im ersten Augenblick klar. Es gibt schließlich eine ganz besondere Dame, die nicht nur unsere tollen Pressefotos geschossen hat, sondern uns auch beim Kennenlernen ein baffes Herzklopfen beschert hat: Jules Villbrandt. Jules wuppt seit vielen, vielen Jahren nicht nur ihren Blog Herz & Blut straight outta Berlin-Wedding (mit ganz viel Inspiration rund um Interior und die schönen Dinge des Lebens sowie großartigen Homestories) und den zugehörigen Instagram-Account, sondern verdient sich ihre Brötchen außerdem als freischaffende Fotografin für kleine und große, bekannte Marken und ist nebenbei und überhaupt noch stolze Mama von ihrem Sohn Justus. Als wäre das noch nicht genug, hat sie vergangene Woche zusammen mit Janine Dudenhöffer ihr erstes Buch veröffentlicht: Der Mama Styleguide mit zwanzig beeindruckenden Müttern, die trotz Kind(ern) stilsicher im Berufsleben stehen. Donnerwetter, oder?

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Uns hat Jules im Interview unter anderem erzählt, wie das damals alles mit Herz & Blut begann, was sie selbst so gut in ihrer Passion macht – und natürlich, wo es die besten Interiorstücke für zu Hause gibt.

Liebe Jules, erzähl uns ein bisschen über die Entstehung von Herz & Blut. Wie und wann kam dir die Idee zum Bloggen und was ist seitdem passiert?

Ich weiß noch, dass ich meinen ersten Post hochschwanger geschrieben habe. Ich war noch relativ jung mit 22 und wollte mir mal all die Verwirrungen im Kopf von der Seele schreiben – dabei war mir ganz egal, ob das jemand liest oder nicht. Das war der Anfang, dann kam irgendwann die Kamera hinzu und ich merkte schnell, dass die Kamera und ich uns besser verstehen als der Stift und ich.

Was machst du heute anders als in der Anfangszeit?

Herz & Blut ist heute mehr ein Magazin als ein Personal Blog. Es geht zwar immer noch viel um Dinge, die mir gefallen, aber eben nicht um mich als Person.

Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Einen typischen Tag – hui, den gibt es eigentlich nicht, da ich ziemlich viele unterschiedliche Sachen mache. Ich finde auch immer schwer Worte für das, was ich eigentlich immer so tue. In der Regel stehe ich um 7.00 Uhr auf, schmiere Stullen für meinen Sohn Justus, beantworte die ersten E-Mails und gehe dann entweder ins Studio, fahre zu einem Shooting oder zu einem Meeting. Gegen Mittag hole ich Justus von der Schule ab und arbeite weiter von zu Hause oder dem Studio aus.

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Du bist Fotografin, Bloggerin und natürlich Mama. Wie bekommt man das alles unter einen Hut?

Das Bloggen und Fotografieren bedingt sich gegenseitig sehr gut und das eine würde ohne das andere bei mir nicht funktionieren. Ich habe früh angefangen, Justus überall hin mitzunehmen und mich auch nicht dafür zu entschuldigen, dass ich ihn dabei habe. Das ist ja leider nicht selbstverständlich, sollte es aber meiner Meinung nach sein. Ja, und irgendwie fügt sich dann alles. Ich liebe es, meine Zeit so flexibel einteilen zu können und Justus so oft um mich zu haben.

Was ist deiner Meinung nach die wichtigste Charaktereigenschaft für deine Passion?

Mhh ich glaube, meine Offenheit auf andere zugehen zu können, dabei (hoffentlich) nicht aufdringlich zu sein und mein Optimismus.

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Welche Eigenschaft schätzt zu an anderen Menschen am meisten?

Ich mag es, wenn Menschen so sind, wie sie sind und sich nicht verstellen. Ich komme mit Attitüde immer nicht so klar, weil ich nicht verstehe, was das bringen soll.

Was stört dich an dir selbst am meisten?

Dass ich nicht “Nein” sagen kann und dadurch oft zu viel auf dem Schreibtisch habe. Ja, das “Nein” muss ich wirklich üben.

Welche natürliche oder übernatürliche Gabe würdest du gern besitzen?

Es wäre toll, wenn ich nur 3 Stunden Schlaf brauchen würde.

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Was wolltest du als Kind werden?

Ehrlich gesagt hatte ich nie den einen Wunsch, aber ich wollte immer in Berlin in einer Altbauwohnung wohnen. Manchmal sitze ich dann auf meinem Sofa, gucke mich um und freue mich.

Hast du verborgene Leidenschaften, von denen wir auf Herz & Blut gar nichts mitbekommen?

Nee, eigentlich kompensiert der Blog schon ziemlich gut, was ich alles so mag und das ist ziemlich viel. Ich habe mich schon immer für viele Dinge interessiert, war aber nie richtig gut in einer Sache. Daher auch mein großes Kontingent an gefährlichem Halbwissen.

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Ehrlich? Leider gerade keines, ich schaffe es zur Zeit einfach nicht zu lesen. Wahnsinnig schrecklich, ich weiß. Aber später lese ich ganz viel!

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Woher nimmst du deine Inspiration für die fantastische Einrichtung deiner Wohnung?

Ich bin ja hochgradig Magazin- und Pinterestsüchtig, da kommt das eine zum anderen. Ich liebe Dinge mit Geschichten, mag Ansammlungen (egal ob Vasen, Bilder oder Pflanzen) und wenn man in Räumen leben darf und nicht selbst zur Requisite wird. Wohnungen ohne Bücher oder Pflanzen sind mir suspekt.

Was sind deine Lieblingsshops in Sachen Interior?

An erster Stelle kommen die Trödelläden ums Eck, die es nicht so haben mit der Warenpräsentation und unter all dem Klimbim die schönsten Sideboards verstecken (vielleicht eine leicht romantisierte Beschreibung). Dann liebe ich Hem, Hay und die Besonderheiten von Studio Hammel. Ach ja, natürlich das Amodo in der Linienstraße und das Parkhaus in der Schröderstraße sind auch ganz hervorragend.

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Gab und gibt es Momente, in denen du an deiner Arbeit und dir selbst zweifelst? Hast du für solche Fälle eine Strategie gegen den Blues?

Na klar gibt es das! Ich war schon immer sehr kritisch mit mir selbst, aber nur das bringt einen ja bekanntlich weiter. Das Schöne ist, dass man mit den Jahren immer mehr erkennt, was man doch kann und was eben nicht. Und noch viel wichtiger, was man denn eigentlich machen möchte und wo die eigene Passion liegt.

Stichwort Selbstständigkeit: Viele scheuen sich ja vor diesem Schritt. Was würdest du angehenden Girlbosses mit auf den Weg geben?

Do it! Arbeite hart und habe Spaß dabei. Sei gut in dem, was du machst und der Rest kommt von allein.

Woran arbeitest du gerade?

Gerade habe ich zusammen mit Janine Dudenhöffer noch in den letzten Zügen für unser erstes Buch gesteckt: Der Mama Styleguide mit über zwanzig Porträts von tollen Frauen, den ich komplett fotografieren durfte. Ja, das ist sehr aufregend! Was danach kommt? Lassen wir uns überraschen!

Dankeschön für das Interview, liebe Jules!

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Kategorie: Mind, Talk

von

Lola Fröbe

Das Köpfchen voller Mode – und dennoch Köpfchen? Eine Selbstverständlichkeit für die Dame, die seit jeher einen Hang zur Polarität kultiviert. Girlpower und Understatement sind die partners in crime. Lola kann sich mit den aktuellen Ready-To-Wear-Kollektionen ihrer skandinavischen und französischen Idole genauso stundenlang zufrieden aufhalten wie im Buchladen um die Ecke. Das Fräulein liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und schmissige Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.

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