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Girl-Power Interview | Sandra Olyslager von This is for Art Lovers

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Als wir die herzallerliebste Sandra von THIS IS FOR ART LOVERS zum Interview gebeten haben, fühlte sich das fast ein wenig an wie Klassenfahrt. Denn was einige vielleicht noch wissen, Lola, Sandra und ich haben zusammen mit Mika und Lari von 2012 bis 2015 für Supreme Mag das Netz gemeinsam unsicher gemacht. Nur zu gerne blicken wir heute noch auf die wilde bis wunderschöne Zeit zurück.

Genau wie wir ist auch Sandra durch und durch ein Schreibermädchen und so hat es nicht lange gedauert, bis nach dem Ende von Supreme Mag ihr neues Blog-a-zine THIS IS FOR ART LOVERS das Licht der Welt erblickte. Hier schreibt die stets gut gelaunte Powerfrau mit dem Händchen für perfekte Instagram-Schnappschüsse gemeinsam mit ihren Freunden und Co-Autoren übers Reisen, das Leben sowie allerlei Lokales aus der Region um Münster. Auch Fashion und Musik kommen natürlich nicht zu kurz. Kurzum: “THIS IS FOR ART LOVERS fasst die schönen Dinge des Lebens auf einer Plattform zusammen” und präsentiert diese mit ganz viel Herz. Da ist es fast nicht zu glauben, dass die liebe Sandra nebenbei tatsächlich noch einen Vollzeitjob wuppt. Klar, dass wir da nicht lange gezögert haben, eine unserer liebsten Powergirls zum verbalen Stelldichein zu bitten – und so viel schon einmal vorab: You totally rock, girl!

Liebe Sandra, wie bist du beim Schreiben gelandet?

Genauer genommen schreibe ich schon seit meinem zehnten Lebensjahr, denn ich war eine leidenschaftliche Tagebuchschreiberin. Schon damals habe ich mir alles notiert, was mir in den Sinn gekommen ist und bin überaus glücklich darüber, denn die Tagebücher von früher lese ich mir auch heute noch sehr gerne durch. Es ist sehr interessant zu sehen, wie ich die Dinge als zehnjähriges Mädchen früher gesehen habe, haha!

Richtig unter die Bloggerinnen bin ich aber durch meine liebste Freundin Lari gegangen, die auch heute noch bei als Fiebermaedchen aktiv ist. Heute könnte es mir ohne das Bloggen gar nicht mehr vorstellen, offensichtlich hatte ich ja schon immer einen ausgeprägten Drang mich mitzuteilen.

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Du bist bereits seit einer ganzen Weile in der Blogosphäre unterwegs und hast schon für verschiedene „Kinder“ geschrieben. Wie kam es schließlich zur Idee für „This is for Art Lovers“ und was war dir für dieses Projekt besonders wichtig?

Nachdem ich zwei Jahre lang mit euch beiden zusammen am Supreme Mag mitgewirkt habe, habe ich dieses Teamgefühl und gemeinsame Arbeiten an einem Herzensprojekt wirklich zu schätzen gelernt. Klar, mit verschiedensten Charakteren zusammenzuarbeiten bedeutet auch immer Kompromisse einzugehen, aber nur so entsteht eine interessante Mischung aus dem Content, den man wohlmöglich alleine gar nicht schaffen würde.

Nach Supreme Mag war klar, dass ich die Lücke schnell wieder schließen möchte und habe zusammen mit Freunden das Magazin THIS IS FOR ART LOVERS gegründet. Da wir, bis auf Leonie, alle in Münster leben, schreiben wir sehr gerne über lokale Perlen und Events, aber darüber hinaus generell gerne über alles, was uns leidenschaftlich interessiert. Dabei ist uns sehr wichtig, dass wir immer authentisch bleiben in dem was wir tun, unsere Meinung dabei durchweg ehrlich und unsere Eindrücke unverfälscht sind. Wir möchten unsere Leser einfach an dem teilhaben lassen, was wir lieben und ich glaube das mögen sie auch sehr an uns.

Und was hat es mit dem Namen auf sich?

Es gab so einige tolle Namensideen die mir in den Sinn gekommen sind, diese hätten uns aber vielleicht auch thematisch zu schnell in eine bestimmte Ecke gedrängt. Deswegen kam auch kein Name in Frage, mit dem man was Bestimmtes verbinden würde. Klar, vielleicht denkt man im ersten Moment, dass wir ausschließlich über Vernissagen oder Kunst schreiben, aber unter ART verstehen wir einfach die Dinge des Lebens, die wir als schön empfinden. Das kann ja alles Mögliche sein und so handhaben wir das auch. Klingt irgendwie kitschig, oder?

Worauf legt ihr bei den Inhalten besonderen Wert? Und wie entscheidet ihr, was auf die Seite kommt?

Wir möchten möglichst viele Facetten von uns zeigen und jeder einzelne in unserem Team hat seine Stärken und Fachgebiete. Wir legen besonderen Wert auf eine gesunde Mischung und solange die durch unsere Ideen zustande kommt, sind wir sehr glücklich damit. Ich vertraue den anderen Mädels und dem Jungen, wie sind ja mittlerweile auch schon zu fünft, auch total und weiß, dass die Ideen und daraus entstehende Beiträge eigentlich immer richtig gut sind, eben weil wir uns da auch nicht zu ernst nehmen und die Dinge, über die wir schreiben, wirklich mögen.

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Was tust du gegen Schreibblockaden? Hast du überhaupt damit zu kämpfen?

Natürlich habe ich die, aber ich sehe das eigentlich ganz locker. Wenn in meinem Kopf mal absolute Flaute herrscht oder das Privatleben einfach mal wichtiger als alles andere ist, nehme ich mir die Zeit und warte ab, bis mir wieder etwas teilenswertes in den Sinn kommt. Das ist ja das praktische an einer unkommerziellen Plattform, wir dürfen diese füllen wann wir möchten und legen unsere eigenen Regeln fest. Und weil man einfach nicht jeden Tag gleich kreativ sein kann, vor allem wenn einem der Alltag mal einen Strich durch die Rechnung macht, sitzen wir das dann lieber aus, bevor wir halbherzige Artikel schreiben, deren Inhalte wir aus uns herausprügeln müssen.

Werden wir etwas privater: Wie sieht ein typischer Tag bei dir aus?

Ziemlich unspektakulär und durchgeplant – denn ich habe einen typischen Arbeitsalltag und sitze Vollzeit im Büro. Dafür ist das Arbeitsumfeld bei titus, die skateaffinen Menschen kennen den Laden ganz bestimmt, umso angenehmer, denn wenn ich nicht gerade Produktbeschreibungen für den Onlineshop texte oder mich durch die Muster der kommenden Saisons wühle, kümmere ich mich auch hier um Kooperationen mit Bloggern und Musikern oder schreibe Musikrezensionen. Das ist eine perfekte Ergänzung für mich als Bloggerin, denn dort kann ich auch auf eine gewisse Art und Weise kreativ sein, womit ich dann auch meine Miete und Co. bezahlen kann.

Nach der Arbeit ist mir ein guter Ausgleich wichtig, entweder an der frischen Luft mit Freunden, beim Sport oder einfach auf der Couch beim Serien und Filme suchten. Muss ja auch mal sein!“

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Und was machst du in deiner Freizeit, wenn du nicht gerade im Netz unterwegs bist?

Das habe ich mit der obigen Frage irgendwie schon beantwortet. Am liebsten würde ich aber zusammen mit meinem Freund viel öfter ganz spontan ans Meer fahren oder irgendwelche schönen Städte besuchen. Fernweh ist immer ziemlich präsent bei mir.

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Stichwort „Digital Detox“ – Ist das ein Thema für dich?

Ja klar! Darüber mache ich mir viele Gedanken und vor gut einem Monat war ich sogar größtenteils dazu gezwungen, weil mein Handy den Geist aufgab und ein neues dank eines nicht enden wollendes Warteprozesses nicht in Sicht war. Im Endeffekt war das aber das Beste was mir passieren konnte, weil mir dann erst so richtig aufgefallen ist, wie viel Zeit man am Tag eigentlich mit dem Starren auf diversen Displays verschludert. Im Bus schaut niemand mehr aus dem Fenster und auf einmal wurde mir bewusst, wie viel man unterwegs gar nicht mehr wahrnimmt, weil man alle paar Sekunden seine Nachrichten checkt, die irgendwie doch gar nicht so wichtig sind, wie man immer meint. Nun bin ich mobil aber wieder bestens versorgt, hätte aber nichts gegen eine erneute Auszeit. Aber da muss mir wohl wieder erst ein Handy ins Klo fallen oder etwas anderes Dummes passieren, sonst würde ich mich wohl nicht dazu durchringen können. Seit kurzem gibt es mich übrigens auch auf Snapchat, was ich lange gekonnt ignoriert habe. Die App finde ich nach wie vor irgendwie ziemlich beängstigend, aber einfach löschen geht auch nicht. Hach, so ist das wohl heutzutage.

Welche Eigenschaft schätzt du an anderen Menschen am meisten und was geht gar nicht?

Wenn man einander zuhören und mitfühlen kann, finde ich das großartig. Ich selbst würde mich auch als einen emphatischen Menschen bezeichnen und bin darauf auch sehr stolz. Konkurrenzkämpfe kann ich absolut nicht verstehen und mir ist auch vieles einfach zu egal, um darüber zu streiten, haha. Die Eigenschaft mancher Menschen, einfach mal den Moment genießen zu können und im Hier und Jetzt zu leben, finde ich hingegen absolut beneidenswert, das würde ich auch selbst gerne besser können.“

Gibt es jemanden, der dich besonders inspiriert?

Das klingt ziemlich kitschig, aber das ist dann wohl meine beste Freundin Lari, die mich mit ihrer immer positiv eingestellten und harmonischen Art immer wieder beeindruckt und ich sehr dankbar dafür bin, sie an meiner Seite zu haben. Und meine Eltern, die es geschafft haben, mir die wohl denkbar beste Kindheit zu bescheren, die man sich nur vorstellen kann und mir die halbe Welt gezeigt hat. Dafür bin ich unfassbar dankbar. Und nicht zu vergessen meinen Freund, der mit seiner realistischen Einstellung mein perfektes Gegenstück ist, während ich mir in Gedanken schon wieder zehnstöckige Traumhäuser baue, thihi.

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Worin liegen deine Stärken und was stört dich an dir selbst am meisten?

Empathie, Toleranz und Optimismus würde ich als meine größten Stärken bezeichnen. Und auch, dass ich einen überaus ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe und es als meine Pflicht ansehe, mich gut um meine liebsten Mitmenschen zu kümmern. Wenn es ihnen gut geht, geht es mir auch gut. Außerdem bin ich ein sehr ehrlicher und direkter Mensch und handele oft sehr impulsiv, was aber leider auch mal nach hinten losgehen kann und dann denke ich mir im Nachhinein ziemlich schnell wieder, dass ich die Sache besser anders angegangen wäre. Grundsätzlich glaube ich aber daran, dass irgendwie immer alles gut wird.

Was wolltest du als Kind werden?

Viel zu viel, haha. Von Rechtsanwältin über Pferdewirtin bis hin zu Schauspielerin war alles dabei. Ich war immer zu neugierig, um mich auf eine Sache festzulegen – und im Endeffekt wird man ja doch sowieso nie das, was man sich früher in den Kopf gesetzt hat.

Welches Buch liegt gerade auf deinem Nachttisch?

Ich muss unbedingt noch das Buch von Miranda July, Der erste fiese Typ, zu Ende lesen. Mein Freund und ich haben dafür eigentlich den Lesedienstag erfunden, an welchem wir dann spätestens um zehn im Bett mit einem Buch in der Hand liegen, was wir aber momentan doch nicht einhalten, weil…

Und ohne welche Serie kannst du im Moment nicht leben?

…MODERN FAMILY. Ich habe diese Serienfamilie so lieben gelernt und ich habe noch nie ausnahmslos alle Charaktere einer Serie auf ihre eigene Art und Weise so gemocht. Cam und Mitchell sind einfach so großartig, ich muss schon wieder lachen, nur weil ich an die beiden denke. Da es aber auf Netflix leider nicht alle Folgen gibt, muss ich den Entzug leider momentan irgendwie aussitzen, doch wieder die Lesedienstage durchziehen oder etwas finden, was ich gleichermaßen gut finde, was aber irgendwie ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint.

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Zum Schluss noch ein paar knifflige Entscheidungsfragen: Morgenmensch oder Nachteule?

Früher Nachteule, jetzt eher Morgenmensch. Mein innerer Wecker klingelt um 9 Uhr, egal ob ich ausschlafen könnte oder nicht. Mein Freund hasst mich dafür, denn ich kann das nicht leise mit mir selbst ausmachen, sondern sorge dafür, mal unabsichtlich und mal mit voller Absicht, dass er auch wach wird, haha. Trotzdem bleibe ich sehr gerne sehr lange im Bett liegen und frühstücke erstmal ausgiebig.“

Kaffee oder Tee?

„Beides! Im Büroalltag lieber Kaffee weil mich das meistens voranbringt, abends trinke ich aber auch liebend gerne Tee. Meine liebste Sorte ist Zitrone-Ingwer von Cupper.“

Bier oder Wein?

„Meistens Bier, aber auch gerne Wein. Weiß! Und lieblich. So richtig schön süß muss er sein, sodass sich alles zusammenzieht.“

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Hab ganz lieben Dank für das Gespräch!

Danke dir, liebste Laura!

Kategorie: Mind, Talk

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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