Fashion, Trend
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Fashion Week Close up | Vladimir Karaleev SS17

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Die Show von Vladimir Karaleev ist jede Fashion Week aufs Neue ein Termin im Kalender, auf den ich mich ganz besonders freue. Das mag zum einen daran liegen, dass ich mit diesem Namen – wie übrigens auch mit Designkollege Hien Le – Erinnerungen an meine allererste Modewoche überhaupt verbinde. Zum anderen bin ich auch genau seit dieser ersten Stunde ein absoluter Fan von Karaleevs Design und diese Leidenschaft wurde auch dieses Mal nicht enttäuscht.

Vladimir Karaleev das ist meinem Empfinden nach oft mehr Kunst als Mode im klassischen Sinne – das zeichnet sich schon allein in der Präsentation ab. Statt Models über den Runway zu jagen, wählt der gebürtige Bulgare die Installation. Über den Zeitraum einer Stunde erhebt er im altehrwürdigen Ambiente des Berliner Modesalon im Kronprinzenpalais auch dieses Mal wieder seine Kollektionen mitsamt den Models aufs Podest und gewährt uns so den Blick aus nächster Nähe. Statt des schnellen Rauschs geht es hier um die intensive Erfahrung, um die Details und darum, die Textur des Materials praktisch zu spüren. All das ist für Karaleevs Design essenziell. Kaum ein anderer Designer verleiht dem in Berlin noch immer weitgehend vorherrschenden Minimalismus und der Geradlinigkeit so prägnant seine eigene Handschrift. Drappierungen, Asymmetrie, Materialmix und offene Säume: Das sind die Markenzeichen der Looks. Ihnen bleibt Karaleev treu, wobei er ihnen im Frühjahr/Sommer 2017 eine besondere Leichtigkeit verleiht. Neben zartem Weiß und Creme sticht vor allem frisches Flieder als Key-Colour hervor und flirtet gekonnt mit dem für Karaleev fast schon obligatorischen Marineblau.

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Bei den Materialien gehen transluzente Stoffe unter anderem mit Netz und festem Jacquard Hand in Hand. Die Überlagerung dieser in ihrer Struktur so unterschiedlichen Textilien schafft schließlich auch den skulpturalen Eindruck, den wir von der Kollektion haben, womit Vladimir Karaleev auch wieder einmal beweist, das niemand das Spiel mit Verhüllung und Entblößung so sehr beherrscht, wie er.

Besonders auffällig sind die Prints, die mal ganz für sich stehen, mal gekonnt mit anderen Mustern verschmelzen. Das bringt Bewegung in die Kollektion, ohne dass dabei der Fokus auf die geometrischen Grundformen verloren ginge. Cut Outs verliehen den Looks schließlich einen besonderen Schliff.

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Kurzum: Wir sind auch dieses Mal von Kopf bis Fuß begeistert und mindestens ich hätte gerne auf Anhieb all die Looks auf einmal eingepackt. Wie gut, dass ich zwei Tage nach der Show im Berliner Modesalon im KaDeWe dann auch endlich mein erstes eigenes Piece von Vladimir Karaleev ergattert habe.

Bilder | Header: Laura Sodano | letzter Absatz: Der Berliner Modesalon | weitere: Cora Woellenstein (via PR)

Kategorie: Fashion, Trend

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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