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Editor’s Letter | Alpha und Omega, oder so ähnlich

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“Long time no see”, oder besser gesagt: “no read”. 2017 wurde es mit einem Mal ziemlich still hier auf habits. Dass, das keinesfalls an mangelndem Interesse lag, das haben die liebe Lola und ich an der ein oder anderen Stelle bereits erwähnt. Vielmehr hatte uns in den vergangenen 365 Tagen das große kosmische Ding, das sich Leben schimpft fest im Griff. Von Jobstress über Jobwechsel, persönlicher Suche nach dem Glück und Herzschmerzchaos dank Trennung: Mehr als einmal hatten wir das Gefühl, man schnappe uns die Luft zum Atmen weg, Schreibblockade inklusive. Die war es denn auch, die mich persönlich am meisten belastete. Wer mich kennt, der weiß, wie sehr das geschriebene wie das getippte Wort sonst meinen Alltag bestimmt. Also war Rückzug angesagt. Es wurde sich eingeigelt, Wunden wurden geleckt, Scherben aufgesammelt und feinsäuberlich wieder zusammengeklebt. Das war nicht immer leicht und kostete in manchen Momenten mehr Kraft, als ich es jemals vermutet hätte.

Aber mittlerweile kehrt allmählich doch der Alltag wieder ein. Ein neuer Alltag, in dem mit einem Mal zwar nichts mehr scheint, wie es einst war, der aber auf merkwürdige Weise sogar glücklicher macht als der alte. Manche Situationen und Menschen entpuppen sich im Nachhinein nun einmal leider als Mogelpackung. Noch vor einem halben Jahr hätte ich das niemals vermutet, geschweige denn es laut aussprechen wollen. Aber mit dem Alter wird man ja bekanntlich Kläger und es stimmt eben doch, in jedem Ende steckt immer auch ein Anfang. Das wusste seinerzeit schon der gute Dr. Stefan Frank und war der in den 90ern nicht sowieso der “Arzt, dem die Frauen vertrauen”?

Kalauer beiseite: 2018 ist bereits wenige Tage alt und mit ihm der Energiepegel wieder ganz oben. Dieses Jahr sol hier definitiv wieder mehr passieren. In welcher Weise, dazu werden Lola und ich die Tage unsere Köpfe einmal zusammenstecken. Fakt aber ist: 2018 haben wir uns beide vorgenommen, uns nicht mehr länger vom Leben geißeln zu lassen, sondern vor allem auch nach dessen Genuss zu suchen. Will heißen: Mehr Reisen, mehr Freizeit, mehr Lesen, mehr Kino, mehr Zeit für die Liebsten und auch füreinander. Zwei Monate im Berliner Sommer haben nämlich auch unserer Freundschaft eine gehörige Portion Zusatzliebe beschert. Schließlich war es das erste Mal, dass wir überhaupt für längere Zeit in der gleichen Stadt lebten. Umso stärker wiegt deshalb die Vorfreude, dass bereits in ein paar Stunden endlich die Reunion ansteht.

Die Fashion Week ruft und wie so viele andere sitze auch im wieder einmal im Zug gen Hauptstadt, die seit letztem Sommer für mich nur noch Zweitheimat heißt. Vier Tage Modetrubel, Heiterkeit und satte sechs Tage Kiezflashback. Grund genug ein altes Bild aus dem Archiv zu kramen, dass Lola und mich praktisch par excellence visualisiert: modisch fanatisch mit einer gehörigen Portion Selbstironie in Petto.

In diesem Sinne: Welcome 2018, hallo Anfang!

Kategorie: Mind, News, Think Aloud

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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