Fashion, Trend
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Dress me Monday | Vom Laufsteg inspiriert. GANNIs Businessfrau

Inspiriert vom Runway_habits

Hierzulande lässt sich der Frühling temperturtechnisch noch nicht einmal erahnen, da dreht sich in der Modewelt schon wieder alles um den kommenden Herbst/Winter. Eigentlich gar nicht so schlecht, denn so schön die aktuellen Sommerlooks, die allmählich in den Läden eintrudeln, auch sein mögen, sie erweisen sich als echte Stimmungskiller, wenn sie von der Stange am Ende doch auf direktem Weg und ungetragen in den eigenen Schrank wandern. Lassen wir uns also besser von dem inspirieren, was sich die Designer, genauer gesagt die kreativen Köpfe hinter unserem liebsten Dänemark-Export GANNI, für die Saison nach Sommer, Sonne, Sonnenschein für uns ausgedacht haben.

Unter dem Claim #lovesociety wurde es bei der Show des Labels vor Kurzem gefühlt politisch. Liebe statt Hass und Wut, so die Message. Das alles visualisiert durch reichlich Rüschen und Herzchen. Zugegeben, das allein haut uns noch nicht vom Hocker und steht in seiner Argumentation wohl eher auf wackeligen Beinen. Schließlich stellt sich schlussendlich die Frage, wie all die „Süßheit“ angesichts aktueller politischer Querelen eigentlich helfen soll. Ich fürchte fast das umstürzlerische Potenzial wäre ebenso groß, wie das der allseits beliebten Katzenvideos. Nette Zerstreuung gegen die Krise, mehr aber auch nicht. Viel spannender ist da schon die andere große Komponente, die der Kollektion ihren besonderen Look verleiht – und genau um die geht es uns an dieser Stelle.

Wir sprechen von der Rückkehr der Businessfrau. In unserem Rückblick zur Berlin Fashion Week ist die Hinwendung zur toughen Powerdame bereits angeklungen. Auf dem globalen Tableau spielt das Ganze eine noch viel größere Rolle. Da gibt es Kostüme, Nadelstreifen, Karomuster, Oversize-Blazer und reichlich Schultern. Armani erfand den sogenannten Powersuit einst, um seiner Schwester zu helfen. Vergeblich hatte sie bis dahin nach einem Look gesucht, der ihre Karriereambitionen auch den bissigen Männern in ihrem Umfeld verdeutlichte. 2017 müssen die Schultern nicht mehr so raumgreifend sein, sie wollen es aber. Von Vetements über Acne Studios bis hin zu Céline und Balenciaga: Blazer, Kostüme und kastige Schnitte soweit das Auge reicht – und das sogar schon in diesem Frühjahr. Trotzdem wird bei all den neuen Kreationen Weiblichkeit nicht mehr länger versteckt, sie bildet vielmehr das Zentrum eines neuen Selbstbewusstseins. So schimmert unter dem Blazer auf einmal keck das Lingerie-Dress mit Spitzenbesatz durch oder das Bustier in wildem Leo-Print. Und können wir bitte über das Prinzip knallrote Cowboy-Boots sprechen. Die sind nicht nur Symbol von Freiheit und großen Träumen, sie sorgen bei uns allein durch die Optik auf Anhieb für Schnappatmung. Ganni setzt diesen Trend nun für den Herbst/Winter fort. Damit haben sich sich dann auch tatsächlich unsere Liebe verdient. Wer jetzt direkt schon Lust auf einen ähnlichen Look hat, dem legen wir folgende Teile ans Herz.

Blazer mit Gürtel von Mango
Bundfaltenhose mit Streifen von Zara
Top mit Schleifen von Zara
Oakwood Blazer und Hose von GANNI (Blazer via Farfetch, Hose via Farfetch oder Net-a-Porter)
Arson Westernstiefeltte von Topshop (auch hier erhältlich)
Gerüchte Bundfaltenhose von Topshop
Wildleder-Bustier von Zara
karierter Blazer von Topshop
orangefarbenes Satinkleid mit Spitze von H&M
gepunkteter Body von Topshop (ähnliches Top via ASOS)
Samt-Bustier von H&M
rote, gestreifte Bluse von Zara
rote Boots von Absatz von Topshop
Kleid mit Netz von Zara
Spitzenbluse von & other Stories
zweireihiger Blazer von H&M
flache Boots von Topshop via Zalando

Kategorie: Fashion, Trend

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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