Fashion, Trend
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Dress Me Monday | Casual Monday

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Rüschenbluse – H&M Trend | Metallic-Schläppchen – Topshop (Loafer Variante hier) | Jeans – MONKI | Ohrringe – H&M | Tasche (Faye Bag) – Chloé via Farfetch

Wer auch immer den Dress Code des Casual Friday´s ins Leben rief, hat meiner Ansicht nach ein kleines aber entscheidendes Detail außer Acht gelassen: Der Montag hätte den Look im Sinne der Bequemlichkeit mindestens genauso verdient! Sicher, die Idee gegen Ende der Woche die freien Tage schon einmal mit ein wenig optischer Lässigkeit einzuläuten, mag ja durchaus sinnvoll für die Mitarbeitermotivation sein – oder zumindest so ähnlich. Krawatte aus, Jeans an, bequeme Treter dazu. Da lassen sich die letzten Stunden Arbeit doch gleich viel entspannter herumbringen. Allerdings erlauben erstens viele Jobs inzwischen ohnehin auch an den anderen Tagen gediegenere Kleidung und zweitens wird sich der Großteil der Leute spätestens zum Abend ohnehin für die Bar, den Club und, was man am Wochenende eben sonst noch treibt, aufbrezeln. Wieso also nicht das Konzept einmal grundlegend überdenken:

Wer jeden Montag aufs Neue nämlich vom unerbittlichen Klingeln des Weckers aus dem Bett gerissen wird, der kennt mit Sicherheit auch die große Unlust, sich überhaupt unter die Dusche zu bewegen… vom Anziehen ganz zu schweigen. Mit einem Mal zwicken und kneifen die Textilien überall. Wie viel gemütlicher war da doch der Schlafanzug. Warum also dieses wohlige Gefühl nicht noch ein wenig länger beibehalten, um sich sozusagen zaghaft an fünf neue Tage voller Stress und Fremdbestimmtheit heranzutasten.

Da kommt der aktuelle Pyjama-Trend mit all seinen weit geschnittenen Hemden und Lingeriekleidern ja eigentlich wie gerufen. Nur würde ich an dieser Stelle behaupten, dass der Großteil deutscher Bürobesetzungen in Sachen Modeschnickschnack nicht ganz so intensiv belesen ist, weshalb es wohl nicht schadet, sich außerhalb der Branche mit Vorsicht an den Komplettlook aus Satin und Seide heranzutasten. Wer will schließlich schon den Chef erklären müssen, dass der vermeintliche Schlafanzug eigentlich ein Designerteil ist oder mindestens der aktuell heißeste Scheiß auf großen weiten Modemarkt. Lange Rede kurzer Sinn: Auf den Mix kommt es an, wie etwa beim Beispiel oben. Da werden zur bedingt pyjamatauglichen Rüschenbluse schlichtweg Jeans und Goldschläppchen getragen. Dazu noch ein paar Klunker an die Ohren und fertig ist der Montagslook ohne unnötiges Chichi. Auch wenn sich bei den Schläppchen bereits jetzt die Ahnung einschleicht, dass es sich hierbei um eine Art trendbedingter Geschmacksmanipulation handelt. Mindestens in meinem Kopf waren die Dinger nämlich längst in ganz andere Kleiderschränke gewandert – in solche, mit deren vermeintlich braver Seriosität ich mich dann doch irgendwie nicht identifizieren wollte und konnte. Das schmucke Streifenexemplar von H&M wird dagegen sogar schon seit ein paar Wochen angehimmelt, seit ich bei einer meiner skandinavischen Stil-Heldinnen auf Instagram über das Teil stolperte. Seit Ende letzter Woche ist die Bluse auch endlich in den hiesigen Stores zu haben – aktuell übrigens noch in allen Größen. Und wenn der Chef selbst das nicht versteht, machen wir am Montag eben ab sofort Home Office.

Kategorie: Fashion, Trend

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Für die einen Schizophrenie par exellence, für diese Dame aber ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Editorial Shoots Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücher und Mode sind ihre Schwäche, Film, Kunst und Kultur das Terrain auf dem sie heimisch ist. Die gebürtige Frankfurterin redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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