Look, Want
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Dress me monday | Wie Ski fahren nur schöner

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Angesichts der eiskalten Temperaturen sahen zwei Freundinnen und ich uns vergangene Woche dazu gezwungen, auf das Thema Ski fahren zu kommen. Eine von beiden gab zu, den Wintersport noch nie ausprobiert zu haben. Die andere erzählte von ihrer übergroßen Lust, auf der Stelle einen Berg herunterdüsen zu wollen. Ich musste natürlich letzterer zustimmen – Ski fahren ist immerhin der einzige Sport, den man professionell betreiben kann, in dem ich scheinbar talentiert bin. Vielleicht liegt mein Geschick schlicht in der Familie, war mein Onkel doch Skilehrer im Erzgebirge. Vielleicht ist diese Tatsache aber auch kein geeignetes Indiz, schließlich habe ich in meiner mittellangen Skikarriere nur ein einziges Mal mit ihm geübt. (Das war übrigens die härteste Skistunde meines noch so jungen Lebens, auch wenn man normalerweise davon ausgehen kann, dass „Skistunde“ und „hart“ ein gutes Oxymoron abgeben.) Da ich ein schüchterner und ängstlicher Teenager war, durfte ich glücklicherweise in der Skischule Einzelunterricht nehmen. Alles in allem waren trotz meiner ausgeprägten Unsportlichkeit nur vier Einzelstunden nötig, um mir über den Schneepflug hinweg die Befähigung zur Skischwung-Technik anzueignen. Von da an eroberte ich den Fichtelberg zusammen mit meinem Vater, Abfahrt für Abfahrt, über Sessellift, Waldwege, Gabelungen und weiße Weiten.

Mit meinen 13 Jahren war ich zu meinem heutigen Bedauern jedenfalls der Überzeugung, dass eine ideale Skimontur aus einer schwarzen Skihose und einer hellblauen Skijacke bestand, zu der man gerne wahlweise weiße und rote Accessoires kombinieren durfte. Meine Skihose war so aufgeplustert, dass sie beim Laufen zwischen meinen Beinen laute Geräusche von aneinander reibendem Polyamid machte. Fasziniert hingegen war ich von jenen zumeist älteren Teilnehmern des Skisports, die sich zum Mittagessen im Restaurant „Erzgebirgsstuben“ auf dem Fichtelberg aus den Ärmeln ihrer Skioveralls pellten. Dieses Oberteil hing dann unbedarft an der Rückseite des Körpers herunter, was ich belächelte – niemals würde ich so eine Ganzkörperaufmachung tragen. Heute in beinahe doppelt so hohem Alter war ich seit mehr als zehn Jahren nicht mehr Ski fahren, obwohl ich es mir jedes Jahr erneut vornehme. Abgesehen davon, dass ich gar keine passende Wintersportkleidung mehr besitze, wäre es meiner Meinung nur akzeptabel, in solch einen Skioverall das Skifahren wieder aufzunehmen, wenn man schon einmal dabei ist.

So nehme ich mir auch für den kommenden Winter vor, wieder Ski zu fahren. Das wird aber also sehr wahrscheinlich erneut am fehlenden Overall scheitern. Dennoch weiß ich mit Sicherheit, was ich unter dem Skianzug tragen würde – oder zumindest zum Après Ski danach, das soll ja wohl sowieso das Beste am Ski fahren sein: Mom Jeans und Pullover im 80er Look, Lippenstift in Knallfarbe für das Schneewittchen-Feeling, Wildlederboots und eine Perle. In diesem An- äh, Aufzug ist man übrigens auch für Berliner Winter bestens gewappnet.

Mom Jeans: Closed Archive’85 | Sweater: Valentine Gauthier | Jacke: Wood Wood | Ankle Boots: aeyde | Armband: &other Stories | Lippenstift: Topshop

Kategorie: Look, Want

von

Lola Fröbe

Das Köpfchen voller Mode – und dennoch Köpfchen? Eine Selbstverständlichkeit für die Dame, die seit jeher einen Hang zur Polarität kultiviert. Girlpower und Understatement sind die partners in crime. Lola kann sich mit den aktuellen Ready-To-Wear-Kollektionen ihrer skandinavischen und französischen Idole genauso stundenlang zufrieden aufhalten wie im Buchladen um die Ecke. Das Fräulein liebt Kopenhagen und Kafka, hat eine Schwäche für Männermode und schmissige Musikhits, ist aber auch für Kunst und Kitsch zu haben.

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