Fashion, Trend
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Dress me Monday | All eyes on Denim

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Denim-Kleid – ASOS White | Ohrring – Knobbly Studio | Tasche – Mango | Slipper – Zara

Anfang der 2000er gab es eine Phase, da galt Denim als ziemlich trendy und wir alle machten nur zu gerne bei der Sache mit. Hosen, Kleider, Shirts, selbst Mäntel, Schuhe und Taschen waren in dem robusten Stoff erhältlich. Dabei war es nicht einmal so, als wäre diese Zeit besonders anstrengend oder aufreibend gewesen. Seine Stahlkraft als Symbol von Arbeit und Rebellion hatte die Jeans zu dieser Zeit längst verloren. Vielmehr schien sie nun sogar endgültig im Mainstream angekommen – und dem ging es vor allem um die hübsche Oberfläche. Mutige wählten den Komplettlook. Meine Generation wird das Bild von Britney Spears und Justin Timberlake, seinerzeit das It-Couple der Stunde, in all over Denim auf dem roten Teppich wohl nie wieder ganz verdrängen können. Andere setzten auf Statement-Pieces. Stilvoller wurde es dadurch aber nicht zwangsläufig. Bestes Beispiel hier: Paris Hilton und Nicole Richie, die als blondierte Trash-Barbies über den Bauernhof stöckelten. Ja, die 2000er gehörten rückblickend betrachtet, nicht gerade zu den Sternstunden menschlicher Existenz. Aber zurück zum Thema: Auch ich besaß natürlich die ein oder andere Jeans-Wildheit. Neben einer von Mama genähten Tasche liebte ich vor allem meine Jeanskorsage heiß und innig, die ich wie alle anderen motiviert über die Bluse geschnürt trug. Das fanden wir tatsächlich alles ziemlich, ziemlich hot.

Wie es mit den Trends aber nun einmal oft so ist, verschwinden sie irgendwann klammheimlich und mit ihnen die einst so bewunderten Teile in der Mottenkiste. Ernüchtert fragt man sich dann Jahre später kopfschüttelnd, was man sich bei all dem eigentlich gedacht hatte. Ich jedenfalls schwor der Jeans ab und das so radikal, dass ich jahrelang tatsächlich nicht einmal mehr eine Jeanshose trug. Davon bin ich inzwischen abgekommen, trotzdem würde ich auch heute noch die Strumpfhose immer vorziehen. Um alles andere in Denim habe ich bisher aber einen ziemlich großen Bogen gemacht. Da war es mir auch ganz egal, dass sich der traditionell blaue Stoff seit dem letzten Herbst wieder kontinuierlich unter die Modetrends mischt. Kürzlich aber stolperte ich auf dem Instagramprofil von Laura Wulff über einen herrlichen Look mit Jeanskleid. Zumindest dachte ich das, bis ich für diesen Artikel noch einmal nachschaute. Das Bild ist weg. Vielleicht war das Ganze ein heimlicher Wunschtraum, um der jahrelangen Jeans-Abstinenz ein Ende zu machen? Wer weiß das schon. Seitdem geistert im Kopf allerdings die Idee des taillierten Jeanskleids herum. Nach kurzem Suchen fand ich bei ASOS ein entsprechendes Modell – leider ist meine Größe schon ausverkauft, die darüber war zu groß. Ich hoffe, das ändert sich nochmal. Vielleicht könnte sich da am Ende mit mit und dem Denim ja doch ein großes Liebescomeback anbahnen. Wobei das bei Britney und Justin damals ja auch nicht funktioniert hat. Aber geben wir der Sache eine Chance.

Kategorie: Fashion, Trend

von

Laura Sodano

FOUNDER & EDITOR IN CHIEF // Lebe lieber ungewöhnlich // Mode. (Pop-)Kultur. Feminismus. Was für die einen nach Schizophrenie par exellence klingt, ist für diese Dame ganz normaler Alltag. Frei nach dem Motto, Gegensätze ziehen sich an, verzücken Laufstegbilder und Lookbooks Laura ebenso wie die 100. Neuauflage eines Susan Sontag Essays. Bücherläden und (skandinavische) Mode sind ihre Schwäche, Filme und Kultur das Terrain auf dem sie sich zuhause fühlt. Die Frankfurterin mit der tiefen Liebe zum Berliner Leben redet oft schneller, als andere denken. Sprache ist ihr Medium. Das nuancierte Spiel mit Wörtern ihre Waffe. Selten steht das Gedankenkarussell mal still. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist das Notizbuch ihr ständiger Begleiter.

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