Alle Artikel in: News

Mixtape_Romy

Mixtape | “Tonight We’ll Let It Go And Let It Burn Into The Morning Light”

Statt 30 Grad steht die Heizung auf drei, statt Sonnenschein und Wonnestimmung draußen tristes Regengrau. Das aktuelle Herbstwetter schlägt mir auf’s derzeit ohnehin angeschlagene Gemüt. Müdigkeit. Lethargie. Im Kopf herrscht absolute Flaute, die Gefühle auf Sparflamme, wenn sie nicht inzwischen sowieso schon wie Hände und Füße abgefroren sind. Klingt dramatisch? Empfinde aber wohl längst nicht nur ich so. Wo man hinschaut, blicken einem abgespannte und zunehmend genervte Gesichter entgegen. Auch sie haben Wintermantel, Schal und Mütze satt. Auch sie wollen Sandalen, nackte Beine und Feierabendbier im Sonnenuntergang – eben das Klischee in voller Bandbreite. Es bleibt die Flucht in andere Realitäten. Bücher, Filme, Serien und seit kurzem auch wieder Musik. Die konnte ich in den letzten eineinhalb Monaten so gut wie nicht ertragen. Aus Gründen. Zu viel Emotion wurde da mit einem Schlag aufgewühlt – und wird es teilweise noch. Allmählich nähern wir uns aber wieder an, die Songs und ich. Neue kommen dazu, alte werden wieder entdeckt. Aktuell sind die meisten von ihnen eher laut, wütend und trotzig. Manchmal auch melancholisch. Aber das versuche ich …

Womens day

Happy Women´s Day!

Bilder via Instagram (mostly @femalecollective) Solidarisch mit allen Frauen. Vor allem mit jenen, die aufgrund von Unterdrückung, Armut und Gewalt noch immer nicht in der Lage sind, für sich selbst einzustehen. Feminismus ist kein Irrglauben. Er ist kein elitäres Gehabe privilegierter weißer Frauen, auch wenn man uns das derzeit nur allzu oft glauben machen will. Feminismus lebt und in Zeiten, in denen Patriarchat, Hass und Dummheit sich die Klinke wie selbstverständlich in die Hand geben, ist er sogar wichtiger denn je! Nicht nur für jene, die wir uns als Frauen bezeichnen. Vergewaltigung, sexuelle Gewalt, Sexismus, körperliche Gewalt, Rassismus, geringerer Verdienst, die Verwehrung von Chancen: Das alles soll seine Rechtfertigung auf Basis vermeintlicher Geschlechtlichkeit finden? Damit finden wir uns nicht ab! Dagegen erheben wir Worte und Taten. Gestern. Heute. Und morgen. In diesem Sinne: Happy Women´s Day!

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La La Land | Streben nach dem großen Traum, oder: Glück gibt´s nur portionsweise.

La La Land ist der Erfolgsfilm des Jahres. Doch warum eigentlich? Seit wann lockt ein Musical so viele Menschen ins Kino? Laura hat sich den Blockbuster endlich angesehen und erkannt, dass selbst der sonst so distanzierte Analytiker manchmal die Flucht vor der Realität braucht. Trotzdem kommt selbst das Glück 2017 nur noch gut verdaulich, homöopathischen Dosen. Als ich mich vergangenen Dienstag aufmachte Richtung Kino, war ich anfangs noch skeptisch. Auf dem Plan stand La La Land, den ich wahrscheinlich als einer der letzten Popkultur affinen Menschen auf dem Planeten noch immer nicht gesehen hatte. Viel Zwiespältiges war mir ich in den letzten Tagen und Wochen über den Film berichtet. Von „grandios“ bis „überbewertet“ war im Urteil meiner Mitmenschen praktisch alles dabei. Dazu spülte eine riesige Werbemaschinerie die knallbunten Bilder des vermeintlichen Hollywood-Märchens regelmäßig auf die Bildschirme und damit in unsere Köpfe. Nicht zuletzt das bedingte wohl auch den ungeahnten Erfolg des Musicalfilms sowie dessen zahlreiche Golden Globe- und Oscar-Nominierungen. Die Geschichte an sich ist verhältnismäßig schnell erzählt: Mia, gespielt von Emma Stone, und Sebastian, gespielt …

generation was weiß ich

Think Aloud | “Was weiß ich schon, was ich will?!” Motto meiner Generation?

Ich habe einen neuen Job. Denn glaubt es oder nicht, habits ist, war und wird wahrscheinlich nie meine einzige Einnahmequelle sein. Wer verlässt sich aber auch schließlich in solch prekären Zeiten überhaupt noch auf eine einzelne fütternde Hand. Da wage ich doch lieber den Spagat zwischen verschiedenen Baustellen und sichere mich gleich mehrfach ab oder arbeite zumindest motiviert aufs Burnout zu. Wie dem auch sei, ich habe also einen neuen Job. Den Willen dazu hatte ich schon länger. Nach knapp sieben Jahren am selben Schreibtisch musste einfach mal Veränderung her. Hier ist sie nun also. Nach Berlin hat sie mich wieder nicht gebracht. Dabei wollte ich doch eigentlich immer dorthin. Wobei Frankfurt ist ja eigentlich auch sehr schön – und so bequem. Hier leben die Herzmenschen und wer hat schließlich nicht gern eine feste Hood mit vielen bekannten Gesichtern darin, die sich regelmäßig freuen einen zu sehen. Also lebe ich auch weiterhin brav in der Mainmetropole. Dafür pendle ich wenigstens ab sofort öfter gen Hauptstadt. Das passt deshalb ganz gut, weil ich ja auch meinen …

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Think Aloud | Die Delle im Blick. Was Lena Dunham und die Glamour uns vor allem zeigen

Lena Dunham und die Frauenzeitschrift Glamour. Unterschiedlicher lässt es sich eigentlich nicht über den weiblichen Körper sprechen. So zumindest bisher meine allgemeine Ansicht. Aber siehe da, manchmal gehen sogar Brokkoli und Schokolade zusammen, oder besser gesagt: Cellulitis und das Cover eines Frauenmagazins. Es ist etwas im Gange, was die Inszenierung des weiblichen Körpers betrifft. Allein im letzten Jahr gab es ausgiebig Gelegenheit bestehende Körperbilder zu diskutieren und sich zunehmend für andere Perspektiven zu öffnen. Das haben wir unter anderem auch hier, hier und hier getan. Trotzdem stehen wir in der Debatte um mehr weibliche Diversität in den Medien und jenseits davon noch immer relativ weit am Anfang. Viel zu oft müssen Frauen jenseits Kleidergröße 34 abschätzige bis verletzende Blicke und Kommentare einstecken. Vor allem in der Anonymität des Netzes scheint die Hemmschwelle für Gehässigkeit sehr gering. Aber auch den analogen Alltag sollte man bei Weitem nicht unterschätzen. Da sollten wir uns nichts vormachen. Eine, die seit jeher gegen diese normierte Engstirnigkeit angeht, ist die von uns viel gelobte und zitierte Lena Dunham. Mit klaren Worten …

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Interior | Auf der Suche nach dem richtigen Teppich

Bild: cc-tapis Kinder, wie schnell die Zeit vergeht. Seit mittlerweile 7 Jahren lebe ich in meiner schmucken kleinen Wohnung irgendwo im Frankfurter Nordend. Für manche eine halbe Ewigkeit. Der Großteil meiner Freunde tendiert nämlich dazu, mindestens alle zwei bis drei Jahre die vier Wände zu wechseln. Eine Sache, die trotz aller Lust nach Neuem bei mir dann doch immer wieder auf Unverständnis stößt. Schließlich ist es ja auch nicht gerade ein Klacks, den sich stetig vergrößernden Haushalt durch die Weltgeschichte zu tragen. Dazu bin ich erstens viel zu faul und zweitens körperlich nicht kräftig genug gebaut. Aber darum soll es an dieser Stelle gar nicht gehen. Mindestens noch länger als ich in meiner Wohnung lebe, ist mein Wohnzimmerteppich an meiner Seite. Er ist kein teurer Teppich, ja nicht einmal ein besonders auffälliger. Wer sich ein wenig bei IKEA auskennt, dem dürfte jenes cremefarbene Fussel-Flauschmodell geläufig sein, das dort schon seit Urzeiten zum obligatorischen Standard gehört – nur dass es früher um einiges weicher und der Look insgesamt edler war. Jedenfalls, genau jenen besagten  Teppich schaffte ich mir irgendwann …

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Dress me Monday | Lady Rouge

Samtbody – Rouje (ähnlicher hier und hier) | Jeans – H&M (ähnliche hier) | Baskenmütze ASOS | Stiefel – & other Stories | Lippenstift – Dior Vor etwa drei Jahren legte ich mir eine rote Baskenmütze zu. Kurz zuvor hatte ich das schmucke Teil an einem ziemlich cool wirkenden Girl in irgendeinem alternativen Kellerschuppen gesehen. Von da an verfolgte mich der Wunsch, selbst so ein Stück Filz zu besitzen, um hoffentlich anschließend auch ebenso nonchalant bis lässig durch die Gegend zu laufen wie diese Dame. Und tatsächlich, kaum berührte die Mütze mein Haupt, da fühlte ich mich auch schon unheimlich en vogue. Selbst der angesichts meiner modischen Kapriolen sonst eher skeptische Herzmann erhob an dieser Stelle anerkennend den Daumen. Damit war die Sache vollends besiegelt. Seit diesem Jahr wollen dank Guccis Chefdesigner Alessandro Michele auf einmal alle das Baskenhütchen auf dem Kopf tragen. In verschiedensten Farben, Formen und Varianten lungern die einstigen Klischee-Symbole des Französischen in den Läden herum und warten darauf, dass wir sie endlich auf die Straße führen. Tatsächlich zu trauen, scheinen sich aber …