Alle Artikel in: Think Aloud

Clarissa_habits header

Clarissa explains it all… vor allem die 90er

Die 90er sind allgegenwärtig und, wie es scheint, werden wir sie in der nächsten Zeit auch nicht so schnell wieder los. Von RTL bis Pro7: Die TV-Sender haben sich auf das wilde und wohl bunteste Jahrzehnt unserer Geschichte eingeschossen – lange nachdem auch die Mode, die Aura von Grunge, Haarband und Co. wiederentdeckt hat. Und während die einen angesichts der Rückkehr von manch krudem Phänomen des letzten Vor-Millienium-Jahrzehnts erschreckt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, finde ich das alles soweit eigentlich ganz amüsant und herzerwärmend. Schließlich bin ich ein Kind der Neunziger und sehe mich angesichts aktueller Modetrends, Musik, Serien und Co. mit einem Schlag zurück in meine Jugend katapultiert – nur eben mit weniger Emotionskarussell, dank postpubertärer, eingependelter Hormone und so. Sind wir mal ehrlich, so sehr wir alle über die vermeintliche Geschmacksverirrung dieser Zeit schimpfen mögen, die 90er haben als letzte Epoche vor der großen Digitalisierung noch eine Greifbarkeit gehabt, die uns heute doch längst abhanden gekommen ist. Schließlich reden wir hier von einem Jahrzehnt, in dem die Jugend ein letztes Mal zur …

mind your own uterus_period

Think Aloud | Keine Angst vor bösem (Menstruations-)Blut

Gestern schickte mir eine sehr liebe Freundin einen spannenden Artikel auf ZEIT.de, der sich mit einer ziemlich blutigen Angelegenheit auseinandersetzt: der Menstruation. Kurz darauf stolperte ich auch bei Blonde.de über einen Beitrag, der die Debatte um die weibliche Regelblutung aufgriff und den im ersten Artikel schon angesprochenen Begriff des „Femoji“ in seinen Fokus stellte. Zufall? Eher nicht! Denn schon seit einer Weile beschäftigen sich junge Feministinnen auf der ganzen Welt intensiv mit dem Thema und haben es sich zur Aufgabe gemacht, einer falschen Tabuisierung und „Ekelfizierung“ den Kampf anzusagen. Denn sind wir mal ehrlich, entgegen vieler anderer Dinge im sogenannten weiblichen Alltag handelt es sich bei der Periode ausnahmsweise einmal tatsächlich um etwas vollkommen Natürliches und als Frau kommst du in der Regel nicht um deine “Regel” herum – außer du hilfst durch Hormone, wie etwa die Antibabypille, künstlich nach. Über die Gesundheitsrisiken, die mit der täglichen Hormondosis von außen einhergehen, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht zu sprechen. Scharf auf den monatlichen Besuch sind am Ende wohl die wenigsten, auch das dürfte weithin …

habitsmag_The royal Tennenbaums_Kolumne Glück

Think Aloud | „Be Happy!“ Das Glück als Imperativ

Bild: The Royal Tennenbaums (Regie: Wes Anderson) Don´t worry, be happy! Diesen einfachen Satz machte sich – in leichter Abwandlung – Mitte der 90er eine Kaffeemarke zum Slogan für ihre Werbung. Untermalt vom altbekannten Harmoniegesang und fröhlich fidelem Pfeifen wurde uns vorgegaukelt, dass es zum Glücklichsein nicht mehr bräuchte, als eine gute Tasse Kaffee. Hach ja, das waren noch Zeiten. Heute gestaltet sich die Suche nach dem Glück da schon weitaus komplizierter. So scheint es zumindest. Gleichzeitig gab es wohl noch nie so ein Überangebot an Methoden und Mitteln zum „happy sein“ wie in unserer Gegenwart. In den Buchläden stapeln sich die Ratgeber, die uns allesamt völlige Erfüllung versprechen, wenn wir denn nur brav die Tipps befolgen, die sie uns mit auf den Weg geben. Inhaltlich reicht die Bandbreite von Esoterisch-Okkultem bis hin zu weltlich-rationalen Taktiken. Sozusagen Glück für alle, gepresst zwischen zwei Buchdeckel. Und auch die Zeitschriftenbranche scheint mit dem Glück ihr neues Lieblingsthema längst entdeckt zu haben. Von Neon bis Brigitte wechseln die passenden Titelstorys beinahe wöchentlich. Wem das Ganze mit dem Lesen …

Working Girl_keine zeit_habits

Think Aloud | „Wir haben doch keine Zeit“

Es ist morgens kurz nach 10 Uhr. Das Boarding ist durch und jeden Moment wird der Flieger Richtung Startbahn rollen. Die Maschine ist bis proppenvoll. Um mich herum Geschäftsleute im Businesslook, die emsig bis hektisch auf ihre Smartphones, Laptops und Tablets einhämmern, ehe die charmante Ansage der Stewardess sie auffordert, für den Start alle elektronischen Geräte auszuschalten. Auch ich bin auf dem Weg zu einem Geschäftstermin und habe bis eben noch Whatsapp-Nachrichten getippt, Emails gelesen und meine Social Media-Kanäle gecheckt. Nun liegt das Handy brav verstaut im Netz des Sitzes vor mir. Dabei geht es nicht einmal darum, dass ich besonders vorbildlich wäre. Vielmehr ist es so, dass ich seit jeher latente Flugangst habe, die meine Finger jedes Mal in zwei feuchte Pranken verwandelt, mit denen ich garantiert mehr falsche als richtige Buchstaben treffe. Also gebe ich mich dieses Mal direkt geschlagen. Schließlich sind es bis Berlin ohnehin nur 45 Minuten, in denen das kleine sonst permanent piepsende Teil auch gut und gerne einmal still und außer Sichtweite bleiben kann. Etwas Ruhe wird mir angesichts meines aktuellen …

Lola happy birthday

Happy Happy, Lola!

Es gibt Menschen, die begegnen dir im Leben und du ahnst vom ersten Moment an, hier geht es um etwas ziemlich, ziemlich Großes. Lola und ich das war so ein Ding – ein Zoom auf den ersten Blick, aus dem eine Freundschaft fürs Leben wurde! Deshalb lasst die Korken knallen: Meine Seelenschwester wird heute 26! Grund genug ihr einen fetten Liebesbrief zu schreiben! Eigentlich ist es ziemlich unglaublich. Lola und ich kennen uns tatsächlich erst seit knapp fünf Jahren. Trotzdem hat kaum eine andere Person sich so schnell in mein Herz katapultiert, wie diese zauberhafte, brünette Dame mit den immer strahlenden Augen und der wohl nicht ganz so gesunden Vorliebe für Kaffee! Es war ein Crush inmitten der oft so oberflächlichen Modewelt, aus dem ziemlich schnell eine tiefe Liebe fürs Leben wurde. Was davor war? Ich kann es nicht einmal mehr sagen! Lola ist für mich nämlich das Yin zu meinem Yang! Sie ist das Facebook-Fenster, dass praktisch immer offen steht, damit wir trotz knapp 500 Kilometer Entfernung zwischen uns nichts vom Leben der anderen …

habits_gluecklicher_00

Think Aloud | Warum wir früher glücklicher waren

Saison für Saison geht die Fashion Week in Berlin nicht ganz spurlos an mir vorbei. Na klar, im Kopf hängen geblieben sind auch zwei Wochen später in erster Linie die Eindrücke vom Laufsteg, die schönen Begegnungen und Gespräche zwischendurch. Die Modewoche ist allerdings auch jedes Mal der Rahmen für eine Paralleldimension, eine Art Raum und Zeit, die neben der Realität existiert, die wir aber für gewöhnlich nicht unbedingt zu spüren bekommen und eben nur aufploppt, wenn alle sechs Monate das große Zelt am Brandenburger Tor aufgebaut wird. Denn dann beginnt es wieder, das große Vergleiche ziehen. In einer Gesellschaft, die das Klassendenken bereits vor einiger Zeit überwunden hat, werden am Rande des Laufstegs von Mal zu Mal die antiquierten Kämpfe um Rang und Geltungsbedürfnis ausgetragen. Wer in welche Reihe „geseated“ wurde, scheint fast wichtiger als die Kollektion an sich, schließlich ist sie doch der Indikator für das Maß an Bedeutung, mit der man sich hier die Mode ansieht. Überhaupt kann sich der glücklich schätzen, dem überhaupt ein fester Sitzplatz zugewiesen wurde. Wer sich im „Free Seating“-Bereich …

Think Aloud | Keine Angst vor der Angst

Irgendetwas läuft im Moment gehörig falsch in unserer Gesellschaft. Da werden Frauen in der Silvesternacht massenweise sexuell belästigt, körperlich bedrängt und einige von ihnen sogar vergewaltigt und alles, worum sich die aktuelle Debatte in den Medien zu drehen scheint, ist die Frage, ob dafür nun Flüchtlinge verantwortlich zu machen sind oder nicht! Wieder einmal scheint damit ein grundlegender Missstand, mit dem Frauen sich täglich konfrontiert sehen, kaum dass ihre Hormone sie in die Pubertät katapultieren, zum Randthema der öffentlichen Aufmerksamkeit degradiert worden zu sein. Dabei ist Sexismus bei Weitem nichts Neues, das plötzlich über uns hereingebrochen wäre. Es ist ein Phänomen das wahrscheinlich so alt ist, wie das Prinzip des gesellschaftlich-zivilisierten Zusammenlebens selbst – und vor allem ist es hausgemacht. Abgeleitet aus gesellschaftlichen Strukturen, die Frauen einst als Wesen zweiter Klasse darstellten und deren Ausläufer wir auch heute noch zu spüren bekommen. Vor gar nicht allzu langer Zeit, war es Frauen nicht einmal gestattet ihre Stimme bei einer Wahl abzugeben oder gar zu studieren. Ihnen schrieb man das Triebhafte zu. Geist und Vernunft waren dem …