Alle Artikel in: Outfits

Habitsmag_70s-gelb_header

Pflasterstrand trifft Curry

Jahrelang standen die Farbe Gelb und ich auf Kriegsfuß. Von Curry bis Limone, sobald ich es auch nur wagte mir etwas in besagtem Farbton überzustreifen, schon sah ich aus, als sei gesundheitlich etwas ganz und gar nicht in Ordnung mit mir. Was ich an dieser Stelle vielleicht erwähnen sollte: Damals war ich dunkelhaarig, genauer gesagt irgendetwas zwischen Kastanie, Mahagoni und Schwarz, vielleicht nicht ganz die ideale Farbe für helle Schneewittchenhaut, wenn man nicht gerade den Deeta von Teese-Look anstrebt. Doch Zeiten ändern sich und mit ihnen so manches Mal eben auch die Frisur. Nach einigen Ausflügen in die Welt der Rothaarigen, landete ich lange bei sogenanntem Strawberry Blonde, ehe es mich seit letztem Sommer in die Welt platinblonder Mähnen verschlagen hat. Und siehe da, kaum schimmert das Haupthaar in einem anderen Ton, eröffnen sich auch in Sachen Kleidung ganz neue Perspektiven. Der gelbe Rollkragenpullover oben fristete über mehrere Jahre nun schon ein ziemlich trauriges Dasein im Kleiderschrank – so richtig von ihm trennen wollte und konnte ich mich dann aber doch irgendwie nie. Vor Kurzem dann …

habits_lola_outfit_flowers_title_00

Outfit | Shadowplay

Manchmal vergessen wir, dass sie noch existieren. Doch ja, es gibt sie noch – die Klassiker und Lieblinge, die uns schon lange auf unserem Weg begleiten. Wir streifen sie über und sie legen sich um uns wie der Arm eines treuen Freundes. Wenn wir sie bei uns haben, kann uns nichts passieren. Wir gegen den Rest der Welt. Natürlich reden wir hier immer noch über ein Kleidungsstück, ein materielles Dings, nicht mehr und nicht weniger als etwas Stoff, das unseren Körper verhüllt. Und doch ist da über die Jahre etwas Geschichte drin hängen geblieben. Bruchstücke von Erinnerungen, von der ersten Radtour an den See im Sommer, von dem magischen Glitzern des Sonnenaufgangs zu schwebenden Tönen zwischen dem Hier und Nirgendwo, von Begegnungen, die sich zu echten Freundschaften verdichtet haben. Von diesen Geschichten und ganz bestimmten Lebensphasen erzählt nicht nur Kleidung, sondern auch Filme, Serien und die Bands, Alben und Songs, die uns damals berührt haben. Den einen wird Tocotronic’s “Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein” zutiefst aus der Seele gesprochen haben, die anderen werden mit …

habits_outfit french chic_04

Outfit | Von French Chic und wilden Tieren

Die weiße Bluse und ich, das ist so eine Art tief verwurzelte Hassliebe, bei der wohl keiner von uns beiden noch an ein Happy End geglaubt hätte. Während alle Welt das schlichte, helle Kleidungsstück als DAS Basic im Schrank feiert, stellt mich das gute Teil bei jedem Versuch aufs Neue vor größere Herausforderungen, als ein quadratisch geschnittenes Statement-Piece in Neonpink und mit Glitzer es wohl je könnte. Es nicht einmal so, dass ich es nicht versucht hätte. Ganz im Gegenteil! In meinem Schrank hängen verschiedenste Modelle, die ich alle gleichermaßen liebe – solange sie am Bügel bleiben. Kaum, dass ich aber eines der kleinen Schätze übergestreift habe, fühle ich mich auch schon wie ein Grünschnabel auf dem Weg zum Bewerbungsgespräch bei der Bank. Zu brav, zu adrett, zu clean. Es bleibt mir einfach ein Rätsel, warum die Bluse oder wahlweise das Hemd an anderen stets nach Stilgefühl par exellence aussieht, während ich mich entweder viel zu seriös oder wie ein kleiner Kartoffelsack fühle. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich in einer Bankenmetropole lebe und …

habits_outfit_lola_mitte_00

Outfit | Babyblue meets 70ies

Es ist inzwischen gemeinhin bekannt, dass meine Vorliebe für Babyblau so allumfassend und konsequent ist wie die Schlaghose in den 70er Jahren. Die sanfte, wattig weiche Nuance eines leicht Wolken-bepinselten Himmels: Das ist genau die Farbe der Frühblüher, der Temperaturen über 15°C und des ersten Spaziergangs über das Tempelhofer Feld im Frühling. Babyblau versetzt in die Stimmung des Aufbruchs und der Jugend, treibt uns den Duft der Pfingstrosen in die Nase und hüllt unsere vom Winter leicht unterkühlten Körper in die Atmosphäre auswattierten Zeitgeists. In Babyblau entschweben wir in die Arme einer wärmeren, gütigen Jahreszeit, die an sich ja schon das Feeling einer neuen Ära versprüht. Dabei sind wir optisch so süß wie eine Eiskugel Himmelblau. Alle Widrigkeiten der Post-Postmoderne können uns unter dieser Zuckerglasur rein gar nichts anhaben. Babyblau verleiht uns eine plüschige Leichtigkeit, die im Zusammenspiel mit einem Hauch der 70er Jahre noch schwereloser wird. Nun einmal alle Poesie beiseite: Mit dem Beginn einer sonnendurchfluteten Jahreszeit stehen plötzlich all unsere Fühler auf hellen Farben. Weiß allover hebe ich mir persönlich noch bis zum Sommer auf …

habits_Outfit Laura schulterfrei_header

Outfit | Schulterfrei meets Schlappen

Dass die Sache mit dem Schulterfrei und mir eine ganz große werden würde, war irgendwie ab dem ersten Moment klar. Während die herzallerliebste Lola den Trend noch immer etwas skeptisch beäugt und ihr einziges schulterfreies Oberteil kaum, dass sie es übergezogen hat, aufgrund akuter Nacktheitsgefühle meist auch schon wieder im Schrank verschwinden lässt, horte ich mittlerweile ein ganzes Sammelsurium solcher Stücke in meiner Garderobe. Carmentops, Blusen, Kleider, mit Ringeln, mit Blockstreifen, in uni: Wer weiß schließlich schon, wann der aktuelle Trend versiegt und in den Läden wieder nur Hochgeschlossenes hängt. Mein Umfeld scheint sich trotz offenkundiger Sammelleidenschaft leider aber noch nicht ganz an herausblitzende Schultern gewöhnt zu haben. Denn kaum betrete ich einen Raum mit einem solchen Teil am Leib, merke ich auch schon, wie sich praktisch alle Augenpaare an meinen nackten Oberkörper heften und ihm mindestens die erste halbe Stunde irritiert bis interessiert folgen. Gespräche werden dann erst einmal nur noch mit meinen Schultern geführt, scheint es. Und spätestens bei dem Satz “Oh das ist ja hübsch, aber fühlst du dich nicht nackt”, patscht dann auch schon die ein oder …

habits_MBFWB_Outfit Tag 3_Laura_header_02

Outfit | “Ich hol dir die Sterne vom Himmel”

Pullover – Weekday (ähnlicher hier und hier) | Culotte – COS (ähnliche hier und hier) | Glitzerboots – ASOS (leider ausverkauft) | Tasche – Halfmoon Bag A.P.C. (Variante in Cognac hier) | Armbänder – WALD (hier und hier) | Ringe – H&M (ähnliche hier) | Mantel – & other Stories (ähnlicher hier und hier) | Nagellack – Essie (In the Lobby) Wie Lola bereits angekündigt hat, folgt in dieser Woche noch ein kleines Outfit-Revival in Sachen Fashionweek. Und zugegeben, ich habe meine liebe Seelenschwester schon ein wenig beneidet, dass sie – ganz im Gegensatz zu mir – die Woche über aus dem vollen Kleiderschrank schöpfen konnte. Modewoche, das steht bei allen Beteiligten nämlich nicht nur für Trends und textile Träume auf dem Laufsteg sondern mindestens auch für ein Kabinett der Eitelkeiten vor und in den Locations. Wer trägt was und vor allem wie? Individualität ist Credo, aktuelle Trends sollten trotzdem nicht ausgeklammert bleiben und No-Name-Ware von der Stange? Eigentlich ein absolutes No Go! Kurzum: In diesen fünf Tagen dreht sich alles um die äußere Erscheinung und dabei brennt den Beteiligten insbesondere eine …

habits_mbfwb16_lola_outfit_01_00

MBFWB | Outfit Tag 1 – Understatement vs. Extravaganz

Von Saison zu Saison das Gleiche: Kaum lädt Berlin zur Modewoche, wird unser modischer Pragmatismus lahm gelegt. Der Teil unseres Gehirns, der normalerweise für das logische Kombinieren einzelner Kleidungsstücke zu einem praktisch-schön-warmen Outfit zuständig ist, erleidet einen desaströsen Aussetzer. Schließlich gewinnen doch immer die mit dem originellsten, extravagantesten Auftreten, oder? Eigentlich ist das gar nicht der Fall, doch irgendwie nagt in uns der Wunsch, gegen das heitere Modevölkchen zu bestehen, ja irgendwie auch zeigen zu können, dass man etwas mit Fashion am Hut hat. Folglich kultivieren wir pünktlich zur ersten Runway-Show einen Hang zu Looks, die nicht nur nichts mit dem zu tun haben, das wir normalerweise am Körper tragen, sondern obendrein fahrlässig unbequem sind und – gerade im Winter ein Problem – so ziemlich nichts mit wetterbewusstem Anziehen (wir erinnern uns: die Primärfunktion von Mode) zu tun haben. Dieses Mal habe ich mir allerdings vorgenommen, Schluss damit zu machen. Es kommt nichts an mein Leib, das kneift und aus mehr als zwei Farben besteht, so wie sonst auch. Extravaganz ist schließlich ein Wort, mit dem …