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Berlinale Shorts | 5 Fragen an Kuratorin Maike Mia Höhne

Die Berlinale steht in den Startlöchern – von heute bis zum 21. Februar finden die 66. Berliner Filmfestspiele statt und sorgen dafür, dass in der Hauptstadt kollektiv alle Zeichen auf “Bewegtbild” stehen. Über 400 Filme flirren in diesen elf Tagen über die Leinwände der Lichtspielhäuser und durchschnittlich schafft man davon wahrscheinlich nur ein oder zwei, wenn man überhaupt das Glück hat, an die begehrten Karten zu kommen. Berlinale-Chef Dieter Kosslick gelang es dieses Jahr, Meryl Streep und Brigitte Lacombe für die Jury zu gewinnen; Deutschland wird vertreten durch Lars Eidinger – eine hochkarätige Jury also. Wenn von der Berlinale die Rede ist, geht es oftmals – gerade in den klassischen Tagesmedien – nur um Langfilme. Ebenso zur Tradition der Filmfestspiele gehört seit 1955 die Disziplin der Kurzfilme; seitdem werden die Silbernen und Goldenen Bären für Kurzfilme verliehen. Seit 2003 gehört zu den Berlinale Shorts eine eigene internationale Jury, 2006 wurden dann die Kurzfilmprogramme von Panorama und Wettbewerb zu einer eigenen Sektion zusammengefasst und betonen seither die Bedeutung von Kurzfilmen für die Filmproduktion. Das diesjährige Kurzfilmprogramm ist vielfältig …

Neon uterus

Being an Art Subject | (Sturm-) Frauen in der Kunst

„Alle intellektuellen und künstlerischen Unterfangen, sogar Witze, ironische Bemerkungen und Parodien, schneiden in der Meinung der Menge besser ab, wenn die Menge weiß, dass sie hinter dem großen Werk oder dem großen Schwindel einen Schwanz und ein paar Eier ausmachen kann“, leitet Siri Hustvedt ihren aktuellen Roman „Die gleissende Welt“ provokant ein. Dahinter steht die Geschichte einer Frau, genauer gesagt einer Künstlerin, die es nach all den Jahren des Kampfes gegen die Strukturen der Kunstwelt satt hat, die Hegemonie patriarchaler Großkotzerei weiterhin einfach so hinzunehmen. Getrieben von ihrem Wunsch nach Anerkennung und Rache gegen ein System, dass sie scheinbar aufgrund ihres Geschlechts nicht ernst nimmt, lässt sie drei Männer ihre Werke unter deren Namen ausstellen – und mit einem Mal erhält ihre Kunst jene Aufmerksamkeit, nach der sie so lange gehechelt hat. Hustvedts Figur mag zwar ein durchaus zwiespältiger Charakter sein, schließlich ist hier auch die Familiengeschichte irgendwie nicht ganz unschuldig, und die Geschichte der Harriet Burden ist eine fiktive: Trotzdem thematisiert der Plot ein reales Phänomen, das die Kunstwelt seit jeher in zwei Lager spaltet und …

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Back to the Future II | “Wo ist mein Hoverboard”

Wer mich kennt, weiß, dass tief in mir drin ein ziemlich gigantischer Geek verborgen ist. Schon in frühester Kind habe ich Barbie nur zu gerne für eine Runde Super Mario World auf dem Super Nintendo in die Ecke verbannt oder meine Zeit damit verbracht täglich mehr als eine Diskette in meinem höchsteigenen Amiga zu versenken. Achja, der Gedanke an die viele, tolle Hardware alter Computer und anderer technischer Devices lässt mein Herz direkt wieder höher schlagen. Während es ja auch tatsächlich Damen auf diesem Planeten geben soll, die Star Wars noch nie gesehen haben, springe ich nur zu gerne in die Presche für die allerersten drei Teile der Saga (heute: Episode 4-6). Jeder Evok, der zu mir verirrt dürfte jedenfalls sofort bei mir leben bleiben. Aber zurück zum Thema. Jeder, dem es in Sachen Popkultur und Nerdtum genauso geht, wie mir, wird an dieser Stelle wohl schon ahnen, was gleich kommt. Et volià, heute am 21. Oktober ist der Tag, an dem Marty McFly im zweiten Teil von Back to the Future (Zurück in die …

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Think Aloud | Das Ende der Nacktheit? Wie Playboy und Co. die neue Prüderie einläuten.

Der Playboy ohne nackte Frauenkörper? Das klingt wohl mindestens so abwegig, als würde ein Fashionmagazin beschließen von nun an auf Mode zu verzichten. Und doch soll genau das spätestens im März 2016 knallharte Realität werden. Denn wie Magazin-Chef Scott Flanders nun gegenüber der New York Times äußerte, sind es längst nicht mehr die unbekleideten Damen, wegen denen sich das Magazin verkaufe. Ganz im Gegenteil. Der Playboy, der mit einer Auflage von knapp 5,6 Millionen Heften pro Ausgabe in den 70er Jahren zu den führenden Titeln auf dem Printmarkt zählte, druckte zuletzt nicht einmal mehr als 800.000 Exemplare. Und wozu auch? In Zeiten, in denen Brüste und andere Nuditäten per simplem Mausklick in Massen im WWW erhältlich sind und jeder Amateur offensichtlich glaubt, zum Pornostar berufen zu sein, kräht längst kein Hahn mehr nach der verhältnismäßig keuschen Print-Aternative. Was 1975 als (geschmacklose) Revolution galt und jahrelang bei einem ganzen Haufen heranwachsender Halbstarker für feuchte Träume und verklebte Seiten sorgte, kann den meisten von uns heute wohl nur noch ein müdes Lächeln abringen. Ohnehin hatte der Playboy tatsächlich schon …

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„She´s lost Control“, oder: Gucci meets Wes Anderson | Das Video zur Cruise Collection 2016

Huch, ist das wirklich Gucci? Das hatte ich mich zumindest schon damals gewundert, als ich mich durch die unzähligen Bilder und Lobpreisungen der Gucci Cruise Collection 2016 klickte. So farbenfroh und verspielt hatte ich das italienische Luxuslabel irgendwie gar nicht in Erinnerung gehabt – wobei ich zugeben muss, dass ich ohnehin schon längst mal vorhatte, mein gefährliches Halbwissen zum Thema italienischer Couture hatte aufzufrischen und nicht nur den Skandinaviern und Franzosen in meinem Kopf Platz zu bieten. Wie dem auch sei: Für GRAZIA Online titelte ich damals „Wes Anderson meets Mad Men“ und wenn ich mir das aktuelle Kampagnenvideo zur Kollektion so anschaue, denke ich noch immer Volltreffer! In dem kurzen aber mindestens genauso knallig-bunten Filmchen lässt Alessandro Michele, seines Zeichens Kreativchef bei Gucci, Models und Mode von Regisseur und Fotograf Glen Luchford nämlich ordentlich in Wallung. Passend zur offenkundigen Retroattitüde im Stil der 60er und 70er schwingen die Models zum Joy Division Cover von „She´s lost Control“ wild das Tanzbein, wobei der geschickte Einsatz von Slow Motion, das Rauschhafte der Szenerie noch einmal zu …

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Kurzfilm-Tipp | Rose McGowans Regiedebüt “Dawn” – David Lynch in Sorbet

Rose McGowan – ihr wisst schon – die Exfreundin von Marilyn Manson, die als böse Teenie-Cliquen-Anführerin in “Jawbreaker – Der zuckersüße Tod” zur liebsten Antiheldin avanciert ist und spätestens mit ihrer Rolle als Hexen-Halbschwester in “Charmed” bewies, dass sie die Gute genauso gut spielen kann, hat sich nun zum ersten mal auch hinter der Kamera versucht und ihren ersten Kurzfilm abgeliefert. “Dawn” erzählt die Geschichte eines jungen Mädchens in den 50er Jahren. Es geht um Jugend, Verliebtheit, Abenteuer… und um eine ziemlich kaltblütige wie grausame Wendung in dieser ach so farbenfrohen, heilen Welt. Eigentlich hatten wir aber auch nichts anderes erwartet, denn wer eine solche Aura hat, wie Rose McGowan, verliert sich bestimmt nicht in zarten rosa Mädchenträumen und Happy Ends. Zusammengefasst lässt sich dieses Machwerk wohl am ehesten so beschreiben, als hätte man die Düsternis eines David Lynch mit reichlich Pastell- und Sorbettönen versetzt. Ein Regiedebüt dass sich wirklich mehr als sehen lassen kann und ihr euch definitiv nicht entgehen lassen solltet!