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Mixtape | Let’s start a bonfire …and burn down the old

Es gibt Momente im Leben, die scheinen so einschneidend, dass sie mit einem Schlag und mit voller Wucht aus der Bahn werfen. Oft merkt man das alles gar nicht direkt. Zu tief sitzt der Schock, zu wichtig scheint es, die vermeintliche Normalität hochzuhalten. Dann diffundiert man beinahe traumwandlerisch umher und versucht die Illusion des Alten hochzuhalten. Erst nach und nach bröckelt die Fassade, bis man irgendwann vor den Trümmern seines eigenen Hauses steht. In diesen Momenten gibt es zwei Möglichkeiten: Am Alten festhalten und daran zugrunde gehen oder ein Streichholz hineinwerfen und auch noch die letzten Reste niederbrennen – im metaphorischen Sinne natürlich. Das mag radikal klingen, schlussendlich macht es aber erst den ganzen Kram mit dem Phoenix aus der Asche möglich. Denn es ist doch so: Wenn wir erst einmal bereit sind, Vergangenes hinter uns zu lassen, können wir auch weitergehen, uns selbst entwickeln und wahrscheinlich für einen kurzen Moment endlich einmal klar sehen, wer wir waren, wer wir sind und wer wir sein wollen. Viel zu gerne hocken wir sonst in unserer eigenen Bequemlichkeit, bemitleiden …

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Interview | LARA SNOW. “Once I’m on stage all my guards go down and I just let go”

LARA SNOW haben uns vom ersten Ton an begeistert. Ein verhältnismäßig zarter Look trifft auf laut bis wilde Elektro- und Punk-Elemente, dazwischen reichlich Hip Hop und Pop. Das erzeugt Spannung und macht neugierig. Für uns also Grund genug euch Lara Snow anlässlich der Deutschlandtour Ende letzten Jahres nicht nur musikalisch näher zu bringen, sondern auch gleich noch Tickets für die Konzerte in Frankfurt und Berlin zu verlosen. Doch wer steckt den nun eigentlich hinter dem Sound? Wir haben Valery und Jonathan zum Stelldichein gebeten. Im Interview verraten Sie uns mehr über die Idee hinter der Band, über ihre Musik und was sie persönlich bewegt und motiviert. (English Version here) Valery du hast LARA SNOW 2014 gegründet – oder sagen wir vielmehr erschaffen. Was ist die Geschichte dahinter und was war der Punkt, an dem du für dich den Entschluss gefasst hast, diese Reise anzutreten? Valery: LARA SNOW wurde aus dem persönlichen Bedüfrnis heraus geboren, eine bessere und glamourösere Version meiner selbst zu erschaffen. Ich nahm Produktionsstunden in einem lokalen Sound-Institut und ich erinnere mich noch, dass ich …

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WIN | Je 1×2 Tickets für LARA SNOW live in Frankfurt und Berlin

LARA SNOW haben uns vom ersten Ton an begeistert. Bereits vor einer Weile hatten wir euch den Track “Sometimes it´s Enough im Mixtape vorgestellt, der durch das schnelle Tempo und die Mischung verschiedener Musikgenres einen ganz eigenen, wiedererkennbaren Sound entwickelt. Aber wer ist eigentlich die vermeintliche Dame, die sich auf den zweiten Blick als Duo entpuppt? LARA SNOW ist nämlich sozusagen eine Kunstfigur. Dahinter verbergen sich die beiden aus Tel Aviv stammenden Musiker Valery und Jonathan. Gemeinsam machen sie seit 2014 Musik. Zu viel wollen wir euch an dieser Stelle aber noch nicht verraten, denn kommende Woche folgt noch ein ausführliches Interview mit den beiden. Soviel aber schon einmal vorab: Bei LARA SNOW trifft ein Look zart wie Schnee auf laute bis wilde Elektro- und Punk-Elemente, dazwischen reichlich Hip Hop und Pop. Fast scheint es so als flirtet der Sound von MØ mit M.I.A. und Riot Grrrls-Mukke à la Bikini Kill. Dieses Spiel mit Kontrasten ist ebenso gewollt, wie kalkuliert. LARA SNOW geht es nicht darum, geradlinig zu sein. Worauf sie hinarbeiten, sind vielmehr bewusste Brüche mit den Konventionen, mit der Erwartungshaltung und …

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Mixtape | All The Sad Young Men

Wie wir aus dem englischen Sprachgebrauch wissen, steht “Men” nicht nur für das bloße “Mann” im Sinne eines definierten Geschlechts – sondern fasst allgemeiner verwendet sämtliche Geschlechtsidentitäten als “Mensch” zusammen. Und so fühlte ich mich nur für einen kurzen Moment nicht angesprochen, als Spotify mir diesen Song von Spector an einem Sonntagnachmittag in der Küche einer sehr guten Freundin in Leipzig vorschlug und praktischerweise sogleich abspielte. Und dann plötzlich sehr wohl: “I don’t want to make love, I don’t want to make plans, I don’t want anybody to want to hold my hand”, denn das war so ziemlich die Zusammenfassung von dem, was ich an diesem Tag ebenfalls nicht wollte – sonst aber schon und definitiv, scheinbar im krassen Gegensatz zum Großteil aller anderen Menschen, die mir in Berlin, Leipzig und anderswo begegnen. Das kann jede/r gerne handhaben, wie sie oder er möchte, wirklich, nur haben wir hier im Grunde des Pudels Kern, warum ich mit Berlin partout nicht richtig warm werde. Was ebenfalls ok ist. Ich hätte nur wahrscheinlich nie gedacht, dass ich einmal …

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Mixtape | Ruhe

Konzentration fällt mir derzeit schwer. Weil ich mich auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentrieren muss. Denn das heißt ja bekanntermaßen genauso viel wie: zu viele Dinge gleichzeitig im Griff haben sollte. Doch je mehr ich unter meinen Griff bringen sollte, umso lascher wird dieser, und ich bin mir nicht sicher, ob man noch von Zupacken oder vielmehr dem Versuch, nicht loszulassen sprechen sollte. Mein iPhone beherbergt > 10 angefangene Notizen, die zu Texten und Artikeln wachsen sollen. An denen tippe ich in jeder freien Minute, ob nun in der S-Bahn, beim Warten auf den Kaffee oder in seltenen Fällen sogar beim Laufen – bis die Umwelt jäh nach meiner Anwesenheit verlangt, weswegen ich bisweilen einen verträumten, verwirrten, verdotterten Eindruck mache, so wie genau jetzt. Denn natürlich ist dieser Text auch zwischen dem Küchentisch und der Bürotür entstanden. Und immer, wenn ich nach einem Gedanken schnappen möchte, um ihn weiterzudenken, kommt mir ein anderer oder auch fünf andere dazwischen. Deswegen sehe ich mir dann an, was Instagram und andere Menschen machen. Oder mir fällt ein, dass ich …

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INTERVIEW |NEWMEN zur neuen EP FOND ON POND – “Uns reizt die Idee, uns auch einmal nonverbal zu artikulieren”

NEWMEN gehören schon seit einer ganzen Weile zu unseren musikalischen Lieblingen und das völlig unabhängig von etwaigen persönlichen Zwischenmenschlichkeiten, die da so herrschen mögen. Seit heute ist mit “FOND ON POND” die brandneue EP unserer Frankfurter Lieblinge erhältlich – natürlich sowohl in digitaler Form als auch in Vinyl-Variante. Wir haben die Band kurzerhand zum Stelldichein gebeten und sie einmal genauer befragt, zur neuen Platte, dem Musikmachen im Allgemeinen und dazu, was wir in nächster noch so alles von den fünf erwarten dürfen. FOND ON POND ist nach Rush Hush und Quick Millions eure dritte große Veröffentlichung. Was erwartet uns auf dieser EP und inwieweit unterscheidet sie sich von den anderen beiden Platten? ,Fond on Pond‘ war zunächst nicht als EP geplant. Wir haben bereits ein komplettes neues Album aufgenommen, das im Frühsommer 2017 auch erscheinen wird. Irgendwann haben wir festgestellt, dass es Sinn machen würde, einige Songs aus dieser Session im Rahmen einer EP zu vereinen. Daraus entstand dann die Idee zu ,Fond on Pond‘. Im Unterschied zu unseren vorangegangen Veröffentlichungen kann man sagen, dass ,Fond on …

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Mixtape | Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Seit kurzem höre ich wieder Tocotronic. Das Bewusstwerden dieses Umstands ging ganz organisch mit der Beobachtung einher, dass es vorher eine Zeit gegeben haben musste, in der ich Tocotronic nicht – oder viel richtiger: nicht mehr – gehört habe. Überrascht von dieser Tatsache habe ich mir dennoch nichts dabei gedacht, denn ich tue so viele Dinge bewusst oder unbewusst nicht, ohne einen größeren Sinn dahinter zu vermuten, dass sich das durchaus auch auf “Zuletzt gehörte Künstler” auf Spotify auswirken kann. Hört man Tocotronic nach einer längeren Pause erneut, und das vielleicht auch in einer Situation, in der man sich wahlweise vierteilen oder doch zumindest den Beistand einer vierköpfigen Band vertragen kann, entfalten sich die poetischen Bestandsaufnahmen Dirk von Lowtzows und Kombo weit magischer als für gewöhnlich, weil eben nicht mehr gewohnt. Kaum habe ich die erste Verzückung der neuerlichen Identifizierung mit und Umarmung durch die Songs abgeschüttelt, ist es auf einmal ganz klar. Und zwar, wie viel Sinn gerade derzeit Tocotronic und im speziellen “Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein” für mich höchstselbst ergibt. Dazu sei gesagt, …