Autor: Lola Fröbe

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So war 2016 | Unser Jahresrückblick

Wie viel und was alles in einem ganzen Jahr alles passieren kann, das hat uns 2016 so nachdrücklich eingebläut wie kein zweites Jahr. Sogar bis auf die letzten Meter blieb es spannend und es kommt zugegeben doch recht selten vor, dass wir regelrecht die Tage zählen, bis ein Jahr bitte endlich zu Ende geht. Einen kleinen, sehr ernüchterten Einblick in das, was von den vergangenen zwölf Monaten bleibt, hat Laura ja bereits an dieser Stelle gegeben. Und selbst ich als geborene Optimistin ringe um Luft angesichts der Ereignisse und Tendenzen diesen Jahres. Doch um den Tod wahrer Ikonen, um Populismus, den Größenwahnsinn von Staatsoberhäuptern, Terrorismus und unser Leben im postfaktischen Zeitalter soll es hier nicht gehen. Laura und ich ziehen nachfolgend unser ganz persönliches Fazit eines Jahres, das auch privat einige Überraschungen bereithielt. Laura | “Wer die Nadel im Heuhaufen sucht, muss das Heu manchmal in Brand setzen” 2016, was für ein Jahr! Selten gab es wohl so viele Aufs und Abs wie in den letzten 365 Tagen. Dabei begann letztes Silvester eigentlich alles ganz …

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WIN | Happy Advent #4 mit Uslu Airlines

Wer einmal an Bord von Uslu Airlines gestiegen ist, wird nie wieder aussteigen. Gegründet in New York im Jahr 2003 versorgt uns das Beauty-Label inzwischen direkt von Berlin aus mit den schönsten Nagellack- und Lippenfarben unter dem Himmelsfirmament. Benannt nach den Airport Codes internationaler Flughäfen bringt uns Uslu Airlines genau das Gefühl der weiten Welt, den Duft der Großstadt und die Weite der Berge und Wärme der Strände, mit der wir unseren Alltag ein wenig bunter, aufregender und bombiger machen können. Neben den qualitativ besten Lippenstiften, die andere Lieblingsmarken tatsächlich getrost in den Schatten stellen und sowohl in matten als auch weniger deckenden Konsistenzen überzeugen, bringt Uslu Airlines immer wieder einzigartige Kollaborationen mit Designern und Labels wie Bernhard Willhelm und MYKITA, aber auch Superstar Kylie Minogue auf den Markt. Und seitdem ich persönlich meinen absoluten Alltags-Liebling KAT – übrigens stellvertretend für die neuseeländische Stadt Kaitaia – gefunden habe, kommt mir nur noch selten etwas anderes auf bzw. über die Lippen. Von unserer Euphorie möchten wir natürlich etwas an euch abgeben! Anlässlich des 4. Advents haben wir uns …

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WIN | Happy Advent #3 mit ANHEDONIA

Blicken wir zurück auf 2016, liegt doch ein recht ereignisreiches Jahr mit vielen Tief- und Höhepunkten hinter uns. Glücklicherweise ist nicht alles düster und fragwürdig gewesen, sondern gerade kulturell gesehen gab es viele Highlights. Eines davon war ohne Frage der Kinostart von ANHEDONIA “Narzismus als Narkose”. Wir erinnern uns an den Debütfilm von Regisseur, Musiker und Produzent Patrick Siegfried Zimmer (und unser Interview) mit der fulminanten Besetzung und dem aktuellen, pointiert inszenierten Thema der Anhedonie unserer Gegenwart. Als überzeichnete Dystopie auf die Leinwand gebracht, wählt sich der Film zwei Aristokratensöhne als Role Models einer bis zum Limit umtriebigen Spaßgesellschaft, die ob des permanenten Triggerns jedweder Sinne durch Informationsflut, Leistungs- und Optimierungsimperativ sowie Second Life in den sozialen Medien hilflos kapitulieren muss. Langeweile, Apathie und schließlich Anhedonie wird zur Volkskrankheit, Millionen von Menschen unfähig, auch nur irgendein Anzeichen von Freude oder Befriedigung zu empfinden. Glücklicherweise besteht Hoffnung auf Heilung – dank der neuartigen Lust-Stimuli-Therapie von Dr. Immanuel Young, der sich beide Protagonisten in der Nervenklinik Seelenfrieden unterziehen. Die Darsteller, vor allem aus dem Musikkontext oder von der Theaterbühne bekannt, hauchen dem …

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Mixtape | All The Sad Young Men

Wie wir aus dem englischen Sprachgebrauch wissen, steht “Men” nicht nur für das bloße “Mann” im Sinne eines definierten Geschlechts – sondern fasst allgemeiner verwendet sämtliche Geschlechtsidentitäten als “Mensch” zusammen. Und so fühlte ich mich nur für einen kurzen Moment nicht angesprochen, als Spotify mir diesen Song von Spector an einem Sonntagnachmittag in der Küche einer sehr guten Freundin in Leipzig vorschlug und praktischerweise sogleich abspielte. Und dann plötzlich sehr wohl: “I don’t want to make love, I don’t want to make plans, I don’t want anybody to want to hold my hand”, denn das war so ziemlich die Zusammenfassung von dem, was ich an diesem Tag ebenfalls nicht wollte – sonst aber schon und definitiv, scheinbar im krassen Gegensatz zum Großteil aller anderen Menschen, die mir in Berlin, Leipzig und anderswo begegnen. Das kann jede/r gerne handhaben, wie sie oder er möchte, wirklich, nur haben wir hier im Grunde des Pudels Kern, warum ich mit Berlin partout nicht richtig warm werde. Was ebenfalls ok ist. Ich hätte nur wahrscheinlich nie gedacht, dass ich einmal …

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Mixtape | Ruhe

Konzentration fällt mir derzeit schwer. Weil ich mich auf zu viele Dinge gleichzeitig konzentrieren muss. Denn das heißt ja bekanntermaßen genauso viel wie: zu viele Dinge gleichzeitig im Griff haben sollte. Doch je mehr ich unter meinen Griff bringen sollte, umso lascher wird dieser, und ich bin mir nicht sicher, ob man noch von Zupacken oder vielmehr dem Versuch, nicht loszulassen sprechen sollte. Mein iPhone beherbergt > 10 angefangene Notizen, die zu Texten und Artikeln wachsen sollen. An denen tippe ich in jeder freien Minute, ob nun in der S-Bahn, beim Warten auf den Kaffee oder in seltenen Fällen sogar beim Laufen – bis die Umwelt jäh nach meiner Anwesenheit verlangt, weswegen ich bisweilen einen verträumten, verwirrten, verdotterten Eindruck mache, so wie genau jetzt. Denn natürlich ist dieser Text auch zwischen dem Küchentisch und der Bürotür entstanden. Und immer, wenn ich nach einem Gedanken schnappen möchte, um ihn weiterzudenken, kommt mir ein anderer oder auch fünf andere dazwischen. Deswegen sehe ich mir dann an, was Instagram und andere Menschen machen. Oder mir fällt ein, dass ich …

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Mixtape | Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein

Seit kurzem höre ich wieder Tocotronic. Das Bewusstwerden dieses Umstands ging ganz organisch mit der Beobachtung einher, dass es vorher eine Zeit gegeben haben musste, in der ich Tocotronic nicht – oder viel richtiger: nicht mehr – gehört habe. Überrascht von dieser Tatsache habe ich mir dennoch nichts dabei gedacht, denn ich tue so viele Dinge bewusst oder unbewusst nicht, ohne einen größeren Sinn dahinter zu vermuten, dass sich das durchaus auch auf “Zuletzt gehörte Künstler” auf Spotify auswirken kann. Hört man Tocotronic nach einer längeren Pause erneut, und das vielleicht auch in einer Situation, in der man sich wahlweise vierteilen oder doch zumindest den Beistand einer vierköpfigen Band vertragen kann, entfalten sich die poetischen Bestandsaufnahmen Dirk von Lowtzows und Kombo weit magischer als für gewöhnlich, weil eben nicht mehr gewohnt. Kaum habe ich die erste Verzückung der neuerlichen Identifizierung mit und Umarmung durch die Songs abgeschüttelt, ist es auf einmal ganz klar. Und zwar, wie viel Sinn gerade derzeit Tocotronic und im speziellen “Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein” für mich höchstselbst ergibt. Dazu sei gesagt, …

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Outfit | Short Hair Don’t Care

Seit guten drei Tagen fühle ich mich wie in einem Sommerhit vergangener Tage. Es war im Jahre 2013 mit durchschnittlich 1,2 Sonnenschirmen pro Einheimischen. Die Luft war trotz der schweren Schwüle leichter als sonst und das heiße Gelb der Sonne energischer, aber auch unbekümmerter als die Sommer zuvor. Mit anderen Worten: Alle fühlten sich pudelwohl. Denn wenn ein Sommer derart enthusiastisch warm ist, dann kann und darf man einfach nicht anders, als sich pudelwohl zu fühlen. Über dieser sorglosen Szenerie hing beständig das immergleiche Lied: “I Couldn’t Care Less” von Leslie Clio. Alle Radios und alle Online-Magazine spielten und erzählten immerzu nur von diesem einen Song, als existiere nur dieser eine. Allen Beteiligten, mich eingeschlossen, gefiel das überaus gut, weil inhaltlich und melodisch passend zur Stimmung. Ebenso passend kam vor wenigen Wochen auch die Fashion Week in Mailand mit der Show von Prada. Allein die stofflichen Kreationen waren brillant – aber vor allem vom Haarstyling war ich derart angetan, dass ich kurzerhand mit einem Backstage-Foto von Milena Litvinovskaya beim Friseur meines Vertrauens eingefallen bin. Das Ergebnis fühlte sich ab der ersten …